Berlin | Die Ermittlungsverfahren gegen mutmaßliche Angehörige der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK sind im vergangenen Jahr in Deutschland sprunghaft angestiegen.

Die für Terrorermittlungen zuständige Bundesanwaltschaft in Karlsruhe leitete 2017 insgesamt 136 Ermittlungsverfahren ein, schreibt der „Spiegel“ in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. 2016 waren es nur 37 Verfahren, im Jahr davor 24. Die drastische Steigerung erklären Sicherheitsexperten unter anderem damit, dass Kurden in der Türkei zunehmend verfolgt würden.

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Vor den Repressionen seien im Jahr 2017 zahlreiche PKK-Aktivisten nach Deutschland geflohen und hätten hier Asyl beantragt. Die PKK ist in Deutschland seit 1993 verboten und als terroristische Vereinigung eingestuft. Die Ermittler in Karlsruhe reagieren auch auf die jüngsten Angriffe auf türkische Einrichtungen und Moscheen.

Die Bundesanwaltschaft hat Vorermittlungen eingeleitet und prüft acht Fälle: Brandstiftungen in Meschede, Ahlen (Nordrhein-Westfalen), Berlin und Lauffen (Baden-Württemberg), einen Angriff auf die Wohnung eines Imams in Itzehoe (Schleswig-Holstein) und eine Aktion gegen einen Supermarkt in Stuttgart sowie zwei Brandanschläge auf Autos in Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) und Hamburg.

Autor: dts

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