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Die Genehmigung von acht Ämtern war nötig, damit das „Save the world“-Hotel unter der Deutzer Brücke aufgebaut werden durfte.

HA Schult eröffnet sein „Save the world“-Hotel

Köln | Der Kunstbeirat war dagegen, das Ordnungsamt auch. Doch die Bezirksvertretung Innenstadt war dafür – und jetzt steht das „Save the world“-Hotel von HA Schult am rechten Rheinufer unter der Deutzer Brücke. Es soll die Spendierlaune der Kölner wecken. Zugunsten eines Wohnheims für Obdachlose, Künstler und Studenten, das der Verein „kunst hilft geben“ bauen will.

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Foto: ehu | HA Schult (78) kümmert sich um Obdachlose: Dem 72-jährigen Thomas Henseler hat er schon eine Unterkunft besorgt. Im Haus unter der Brücke, wo beide für das Foto auf einem venezianischen Bett sitzen, darf allerdings nicht übernachtet werden.

Bis zum 17. September macht das „Hotel“ Reklame für das Projekt des Vereins „kunst hilft geben“. Der will ein Wohnheim mit 16 Wohnungen bauen. Ein Grundstück ist in Aussicht, 360.000 Euro sind schon zusammengekommen – vor allem durch den Verkauf von Kunstwerken, die vor allem Künstler gespendet haben. Nicht nur Arbeiten von HA Schult, sondern auch von Rosemarie Trockel, A.R.Penck, Andy Warhol, Markus Lüpertz und vielen anderen waren und sind im Angebot.

In den nächsten Tagen können die Kölner für einen Euro Postkarten kaufen, die das Hotel zum Motiv haben. Plakate gibt’s für fünf Euro, eine Siebdruck-Edition für 290 Euro. Und direkt daneben bietet ein Cafe – geöffnet von 10 bis 22 Uhr – gegen eine Spende Fingerfood und Getränke an.

Kölns Kunstbeirat konnte sich mit seiner Ablehnung nicht durchsetzen

Für HA Schult ist es selbstverständlich, seine Kunst für einen sozialen Zweck einzusetzen. Überhaupt sei Kunst ein soziales Mittel, Menschen miteinander zu verbinden. Der Kunstbeirat war trotzdem dagegen. In einer sehr persönlich gefärbten Stellungnahme bemängelte er, dass

Der Aktionskünstler „seit den 1970er Jahren für die Kunstwelt eine immer geringere Bedeutung“ habe. Zudem vermischten „sich oftmals seine künstlerischen Unternehmungen mit den werblichen Interessen seiner Sponsoren“. Sein weltweites Auftreten sei „nicht der weltweiten Reputation seiner Werke, sondern den finanziellen Möglichkeiten seiner Sponsoren geschuldet“.

Schließlich ließen die Aktionen HA Schults in ihrer „kampagnenartigen Illustration recht einfacher Gedanken“ die „Vielschichtigkeit vergleichbarer künstlerischer Projekte vermissen“. Wenn die Stadt Köln „ausgerechnet durch eine solche Aktion weithin öffentlich wahrgenommen wird, kann ein erneuter Rückschlag für das Ansehen der Stadt bedeuten“. Es würden „mal wieder die Klischees von Provinzialität und Plattitüde bedient“, sorgt sich der Kunstbeirat.

Für Bezirksbürgermeister Andreas Hupke ist es ein „Super-Projekt“

Bezirksbürgermeister Andreas Hupke dagegen erhofft sich von dem „Super-Projekt“ genau das Gegenteil, nämlich einen Imagegewinn für Köln – er verwies auf HA Schults goldenes Flügelauto auf dem Stadtmuseum und die Neon-Weltkugel. Die thronte anfangs auf der Severinsbrücke, seit sie einige Etagen tiefer auf das DEVK-Versicherungsgebäude gegenüber dem Zoo platziert wurde, sei sie kein Fotomotiv mehr für Touristen, die damit das Bild von Köln verbreiteten.

Vor allem aber helfe das „Save the world“-Hotel langfristig den geschätzten 6.000 Obdachlosen in Köln. Bei der Aufgabe, ihnen eine Unterkunft zu schaffen, sieht Hupke die Stadt von Land und Bund alleine gelassen. Sein Appell an HA Schult, auf Kritik am Kunstbeirat zu verzichten, ging allerdings ins Leere. Genüßlich zitierte der die ablehnende Begründung des Kunstbeirats, verband dies mit der Klage über eine „fehlende“ Kulturdezernentin.

Kritik am Auto und an der Umweltverschmutzung sind HA Schults Themen

Die Kritik am Auto als „goldenen Kalb“ und an der Vermüllung der Umwelt sind seit Jahrzehnten die zentralen Thema für den Kölner Künstler. So ist das Hotel von außen mit Müll beklebt, mit Plastikflaschen, Stofftieren, Papier – gesammelt von Freiwilligen an den Stränden dieser Welt. Sogar die Betten und Lampen im Inneren waren für den Müll vorgesehen – gerettet aus leerstehenden Hotels in Venedig. Es war schon in Rom zu sehen und in Madrid. Dort direkt auf der Einkaufsmeile. „Hier wurde gekauft, was kurz darauf auf dem Müll landete“, so Schult.

In Rom – auch Papst Benedikt ließ sich blicken – durfte in dem Haus sogar übernachtet werden. Die Übernachtungen waren in einer weltweiten Ausschreibung zu gewinnen. In Köln undenkbar. Immerhin, nachdem acht Ämter ihre Zustimmung gegeben hatten, durfte das „Save the world“-Hotel auch in Köln Station machen.

Zur Kritik, vor allem aus den Reihen des städtischen Kunstbeirates hat HA Schult report-K am 7. Februar ein Interview gegeben:

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