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v.l.n.r. Heike Afflerbach-Hintzen, Frauke Mahr, Petra Leushake, Dagmar Dahmen, Michael Peik, Claudia Hardenacke und Gudrun Bauer.

Kampagne „Nicht mit mir“ startet an Kölner Schulen

Köln | Gewalt gegen Frauen und Mädchen passiert täglich und überall. Drei von fünf Frauen in Deutschland haben seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Belästigung erlebt, bei 33 Prozent der Befragten gab es Grenzverletzungen im Arbeitsumfeld. Das geht aus einer Umfrage der EU-Grundrechteagentur* hervor. Daher startet am 18. Oktober die Kampagne „Nicht mit mir“- Selbstbehauptung für junge Mädchen und Frauen - an Kölner Schulen. Das Bündnis des Amtes für Gleichberechtigung von Frauen und Männern der Stadt Köln, der Zonta Club Köln und der Verein Lobby für Mädchen haben es sich zur Aufgabe gemacht, zum ersten Mal Schülerinnen an weiterbildenden Schulen zu speziellen Selbstbehauptungs-Trainings einzuladen. Los geht es am 18. Oktober am Joseph-DuMont-Berufskolleg.

Die Kampagne „Nicht mit mir“ ist eine weiterentwickelte Kampagne von „Mach Party – Safe“ die bereits 2014 startete. „Mach Party – Safe“ zeigte Frauen und Mädchen, wie sie sich bei Gewaltanwendung oder sogar sexuellen Übergriffen wehren können. Den Auftakt der neuen Kampagne „Nicht mit mir“ bildet eine Trainingsreihe von drei Veranstaltungen am Joseph-DuMont-Berufskolleg. Die Initiatoren der Kampagne wollen Frauen und Mädchen vor Ort erreichen. Da, wo sie viel Zeit verbringen, betont Dagmar Dahmen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Köln.

Drei Workshops am Joseph-DuMont-Berufskolleg

Am Mittwoch, 18. Oktober, sollen sich 30 Schülerinnen am Joseph-DuMont-Berufskolleg erstmalig in einem dreistündigen interaktiven Workshop, mit dem Thema „sexuelle Belästigung“, „Sicherer Nachhauseweg“ und „K.O.-Tropfen“ auseinandersetzten. Die inhaltliche Gestaltung der Workshops übernehmen zwei erfahrene Trainerinnen: Kriminalhauptkommissarin Heike Afflerbach-Hintzen, als ehemalige langjährige Mitarbeiterin der Kölner Polizei und Dimitria Bouzikou, zertifizierte Trainerin für Gewaltprävention, Konfliktmanagement sowie Selbstverteidigung. Gemeinsam wollen sie den Schülerinnen nicht nur aufklärende Informationen und wichtige präventive Hinweise geben, sondern auch Praxisübungen und leicht erlernbaren Selbstbehauptungsübungen zeigen. Ziel: die Mädchen sollen nach der Trainingsreihe das Motto der Kampagne „Nicht mit mir“ verinnerlichen. Durch theoretische und praktische Übungen sollen die Mädchen gefährliche Situationen erkennen und sich gegebenenfalls wehren, erklärt Afflerbach-Hintzen. „Jede Frau entscheidet selbst, wann sie sich belästigt fühlt und hat vielfältige Möglichkeiten sich zu wehren: stimmlich, durch schnell zu erledigende Selbstschutztechniken oder mit Unterstützung von Kolleginnen, Freunden und Beratungsstellen“, betont Afflerbach-Hintzen.

Auch nach den Workshops soll es weiter gehen

An zwei Standorten in den Kölner Stadtteilen Bilderstöcken und Longerich unterrichtet das Berufskolleg rund 3.000 Schülerinnen und Schüler. Mehr als die Hälfte davon sind weiblich, sagt Michael Piek, Schulleiter des Joseph-DuMont-Berufskollegs. „Auch uns ist es wichtig, konkrete Präventions- und Verteidigungsstrategien unseren Schülerinnen zu vermitteln“, ergänzt stellvertretende Schulleiterin Claudia Hardenacke. „Jetzt kommen auch die Jungs und wollen etwas zu der Kampagne erfahren. Denn auch für junge Männer ist es manchmal schwierig zu verstehen, wann ein Nein ein Nein ist“, erläutert Hardenacke.

Bereits im letzten Jahr arbeitete das Berufskolleg in einem Themennachmittag mit Lehrerinnen zum Thema „sexuelle Belästigung (am Arbeitsplatz)“. Dies soll auch nach der Kampagne „Nicht mit mir“ fortgeführt werden. „Wir lassen derzeit zwei Kolleginnen zum Thema Prävention ausbilden, um auch nach der Kampagne, im Sinne der Nachhaltigkeit weiterzumachen und für unsere Schülerinnen und auch für unsere Schüler da zu sein“, erklärt Gudrun Bauer, Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen am Joseph-DuMont-Berufskolleg.

Die Kampagne ist freiwillig. Interessierte Schülerinnen des Joseph-DuMont-Berufskollegs haben die Möglichkeit sich ab heute für die Workshops kostenfrei anzumelden. Finanziert wird dieses Projekt durch Fördermittel vom Land, Spenden und Eigeninitiativen.

Die Kampagne wird auch an anderen Schulen stattfinden.
Weitere interessierte Schulen können sich bei der Leiterin des Amt für Gleichstellung von Frauen und Männern melden: Dagnar Dahmen, Telefon 0221 / 221-26472

Infobox: Umfrage der EU-Grundrechteagentur*

Die EU-Grundrechteagentur (European Union Agency for Fundamental Rights) wurde im März 2014 durchgeführt. 42.000 Frauen aus Europa wurden zum Thema körperliche, sexuelle und psychologische Gewalt befrag - aber auch zum Thema Gewalt in der Partnerschaft.

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