Kultur Bühne

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Der von der Stadt eingeschaltete Justitiar und Kölns Kulturdezernent Quander auf der Pressekonferenz zur Entlassung von Laufenberg. (v.l.n.r.)

Die Stadt kündigt Uwe Eric Laufenberg fristlos

Köln | Die Stadt Köln kündigt ihrem Opernintendanten Uwe Eric Laufenberg. Dies hat der Hauptausschuss der Stadt heute mit den Stimmen der SPD, der Grünen und dem Oberbürgermeister beschlossen. Eine spannende Frage ist, ob die Kündigung überhaupt rechtskräftig werden wird, denn die CDU im Rat der Stadt Köln will, so deren Ratsmitglied Dr. Elster, Fristeneinrede bei der Kommunalaufsicht einlegen und damit die Sitzung des Hauptausschusses und damit deren Beschluss annullieren lassen. Laufenberg selbst, oder sein Anwalt konnten in der Sitzung nicht sprechen. Laufenberg war allerdings im Rathaus anwesend. Report-k.de dokumentiert die Vorgänge und zeigt auf, welche Konsequenzen folgen und wie der Casus Stadt Köln gegen ihren Opernintendanten weitergehen könnte. Im Video sehen Sie das Originalstatement von Kulturdezernent Georg Quander zur fristlosen Entlassung des Opernintendanten.

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Die fristlose Kündigung soll heute noch Opernintendant Laufenberg zugestellt werden. Mit Zugang des Schreibens ist Laufenberg dann erst einmal nicht mehr Intendant der Oper. Ob er selbst sogar noch seinen Schreibtisch ausräumen darf ließ Kulturdezernent Quander offen, oder ob dies seine Frau oder Sekretärin machen muss. Die Leitung der Oper übernimmt ab diesem Zeitpunkt die Stellvertreterin des Intendanten Birgit Meyer. Offen ist auch, ob die drei Inszenierungen von Laufenberg weiter gezeigt werden können.

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Die Chronologie der Ereignisse zur Entlassung Laufenbergs

Vorspiel:

Vor der Vorstellung des neuen Programmes für die kommende Spielzeit der Oper entbrannte ein Streit über die Finanzierung der Oper. Die Stadt besserte nach. Allerdings war da die Situation insbesondere der beiden Akteure Quander und Laufenberg schon lange mehr als verfahren. Wie Quander öffentlich bestätigte pflegte man schon lange keinen Dialog mehr, sondern kommunizierte ausschließlich über Anwälte. Mitte Juni eskalierte die Situation, dann trug man die Kommunikation in die Öffentlichkeit. Einem Kölner Medium gab Laufenberg dann am 15.6. ein Interview, der Höhepunkt der Eskalation. Dieses Interview ist jetzt der Anlass für die fristlose Kündigung.

Die letzten Akte im Drama um den Opernintendant

Mittwoch, 20.6.2012

Gestern, 20.6.2012, lud die Verwaltung der Stadt überraschend zur Hauptausschusssitzung. Unter der Vorlagen-Nummer 2393/2012 und dem Betreff „Personalie. Vertragsverhältnis mit einer Intendanz bei den Bühnen der Stadt Köln“. Sitzungstermin 21.6.2012, 16:45 Uhr. Dr. Elster von der CDU erklärte gegenüber der Presse, dass das Schreiben allerdings erst um 16:47 Uhr bei der CDU Fraktion eingegangen sei. Damit wäre die 24 Stunden Frist nicht eingehalten. Elster kritisiert die Geschwindigkeit mit der die Verwaltung agiert: „Es wurde alles übers Knie gebrochen, das ist nicht zum Wohle der Stadt. Keiner bedenkt die Konsequenzen für Oper und Stadt.“ Zudem kritisiert Elster, dass nicht wie sonst üblich die Mitglieder des Hauptausschusses, persönlich geladen wurden, sondern nur die Fraktion und dass etwa Karl Klipper zeitgleich den Stadtentwicklungsausschuss leiten musste und somit nicht an der Sitzung des Hauptausschusses teilnehmen konnte, sondern er als Vertreter.

Donnerstag, 21.6.2012

Morgens: Uwe Eric Laufenberg hat sich öffentlich entschuldigt und dies über ein Kölner Medium öffentlich gemacht.

14:00 Uhr > Die Stadt Köln lädt zu einer Pressekonferenz für 17 Uhr in den weißen Saal des Kölner Rathauses

15:00 Uhr > Uwe Eric Laufenberg soll einem Aufhebungsvertrag des Anstellungsvertrages zustimmen . Die Bedingungen liegen der Redaktion vor und sahen unter anderem eine öffentliche Entschuldigung mit Ausdruck des Bedauerns, auch gegenüber allen Betroffenen vor und Laufenberg sollte dem Wirtschaftsplan 2012/2013 nachträglich zustimmen. Das Arbeitsverhältnis sollte zum 31.8.2013 ohne Abfindung beendet werden und Laufenberg alle Aktivitäten darüber hinaus unterlassen. Ein Knackpunkt der Erklärung die Laufenberg unterschreiben sollte ist allerdings die Verpflichtung sich nie wieder negativ über die Stadt Köln, ihre Vertreterinnen und Mitarbeiter zu unterlassen und dafür Sorge zu tragen, dass die ihm unterstellten Mitarbeiter, aber auch Dritte sich negativ innerhalb der Bühnen oder über deren Kommunikationswege äußern. Ein Maulkorb nicht nur für den Intendanten, sondern auch das Gebot für Maulkörbe zu sorgen. Eine Forderung, die eigentlich nicht zu erfüllen ist.

16:45 Uhr > Im spanischen Bau des Rathauses beginnt die nichtöffentliche Sitzung des Hauptausschusses. Der Einladung an die Presse für 17 Uhr nach zu urteilen, scheint man davon ausgegangen zu sein, dass die Sitzung in 15 Minuten beendet ist. Später wird dies allerdings dementiert. Der Hauptausschuss entscheidet nach 18 Uhr die Entlassung mit den Stimmen von SPD, Grünen und des Oberbürgermeisters. Die CDU nimmt nicht an der Abstimmung teil, weil sie die Rechtmäßigkeit der Sitzung anzweifelt. Die FDP hat einen Änderungsantrag gestellt, der abgelehnt wurde. Laufenberg oder sein Anwalt dürfen nicht teilnehmen. Dies ist allerdings auch nicht ungewöhnlich, wenn Arbeitgeber über Personalien Entscheidungen treffen.

17:00 Uhr > Historisches Rathaus im weißen Saal. Gut ein Dutzend Medienvertreter haben sich eingefunden, aber auch Uwe Eric Laufenberg. Auch Nichtjournalisten sind anwesend, unter ihnen auch der ehemalige CDU Landtagsabgeordnete und Handwerkskammerpräsident Knieps. Alle Nichtjournalisten werden vom Presseamt der Stadt Köln gebeten den Saal zu verlassen. Ihnen wird angeboten im Muschelsaal nebenan zu warten, wo man ihnen die Möglichkeit zu nachträglichen Pressestatements geben will. Auch Laufenberg wird gebeten in den Muschelsaal zu wechseln. Dieser geht, will sich um seinen Hund Oskar kümmern und kündigt seine Frau an, die einen Presseausweis habe.

18:35 Uhr > Die Sitzung ist beendet, die Entscheidung gefallen. Kulturdezernent Quander und der Justitiar der Stadt Köln treten vor die Presse. Auch viele Ausschussmitglieder sind mitgekommen und verfolgen gespannte die Pressekonferenz. Ihnen sind keine Einwürfe gestattet, die Frau von Laufenberg muss sich noch einmal extra ausweisen, als sie Fragen stellt und erklärt, dass sie für den Deutschlandfunk arbeite. Quander verliest eine vorgefertigte Erklärung die am Ende mit der Aussage endet, das Laufenberg fristlos entlassen ist und ihm die Kündigung noch heute zugestellt wird.

Die Stadt begründet die fristlose Entlassung mit dem Interview am 15.6. will aber inhaltlich auf Grund des schwebenden Verfahrens nicht weiter Stellung beziehen. Quander sagt dass der Streit dem Kulturstandort geschadet habe und Fluktuation normal sei. Ob Laufenberg noch einmal die Oper betreten darf, lässt er allerdings offen. Unklar ist auch, wie es mit den Inszenierungen von Laufenberg weitergeht. Immerhin drei an der Zahl.

Wie kann es weitergehen

Zunächst hat der ehemalige Opernintendant das Heft in der Hand, ob er die fristlose Kündigung akzeptiert oder sich dagegen zur Wehr setzt. Das hängt davon ab, ob Laufenberg Angestellter der Stadt war, oder nicht. Als Angestellter müsste sein Fall vor einem Arbeitsgericht verhandelt werden. Davon geht der Justitiar der Stadt nicht aus, da der Vertrag die Anrufung des Schiedsgerichtes des Deutschen Bühnenverbandes vorsieht. Dieser muss jetzt erneute eine Schlichtung einleiten. Scheitert diese Schlichtung, dann wird der Fall Stadt Köln gegen Uwe Eric Laufenberg vor dem Schiedsgericht verhandelt werden. Schnell wird die Sache nicht aus der Welt sein, der Justiziar der Stadt bleibt vage bei der Frage nach der Dauer des Verfahrens, geht aber nicht von einer Zeit unter einem halben Jahr aus.

Kulturdezernent Quander sieht bei sich selbst keine Mitschuld an der Situation, gibt allerdings zu, dass er schneller hätte reagieren sollen. Quander: „Ich habe aber auch bis gestern an eine konstruktive Lösung geglaubt.“

Reinhard Houben erklärte für die FDP Köln, dass man sich gewünscht habe, noch einmal zu verhandeln und auch eine finanzielle Abfindung ins Spiel zu bringen. Schließlich muss derjenige der geht auch an seine finanzielle Absicherung denken und kann einen Vertragsauflösung ohne Abfindung nur ablehnen. Bei der FDP sorgt man sich jetzt, dass es noch viel mehr Geld kostet und der Ruf Köln und wie man hier mit der Kultur umgehe nachhaltig leide.

CDU wird Kommunalaufsicht anrufen

Die CDU wird überprüfen lassen, ob die Sitzung und damit der Beschluss rechtmäßig zu Stande kam. Sollte sie bei der Kommunalaufsicht damit auf offene Ohren treffen und diese den Beschluss aufheben, dann ist auch die fristlose Kündigung nicht mehr rechtsgültig. Und damit würde der Stadt auch der jetzt angegebene Kündigungsgrund fehlen. Denn das Laufenberg vorgeworfene Vergehen ereignete sich am 15.6.2012. Der §626 BGB sieht vor, dass eine fristlose Kündigung nur dann Rechtens ist, wenn sie innerhalb von zwei Wochen, nach dem angemahnte Vergehen ausgesprochen wird. So kann es sein, dass die Kündigung nicht rechtskräftig wird. Aber auch inhaltlich fragt die CDU, wie es denn nun weitergehen soll. Da saniere man für geplante 250 Millionen Euro und habe dann keine Agenda.

Juristen werten das Vorgehen der Stadt im Hinblick auf die fristlose Kündigung als Ultima Ratio kritisch. So habe man bis 15 Uhr noch signalisiert, dass es eine Alternative gegeben habe und dies sogar noch in der Vorlage der Hauptausschusssitzung, wo über die Kündigung beraten wurde als Beschluss-Alternative verschriftet. Stadtdirektor Kahlen soll diese dann allerdings während der Sitzung zurückgezogen haben, so Beobachter.

Nachspiel

Das Nachspiel ist bislang nicht absehbar, auch wegen der Infragestellung der Sitzung des Hauptausschusses. Bei der CDU und auch die FDP warnt vor hohen Folgekosten, womöglich bis 2016 zwei Intendanten bezahlen müsse. Klar dürfte sein, dass schnell kein Gras über die Sache wachsen wird, sondern solange keine endgültige Lösung gefunden ist, bis die Parteien sich geeinigt haben, oder das Schiedsgericht entschieden hat. Die Suchbegriffe Köln und Kultur werden zu diesem Fall auch überregional für viele Ergebnisse sorgen.

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Stimmen aus der Kölner Politik:

Report-k.de dokumentiert hier die schriftlichen Erklärungen im Wortlaut (kursiv gesetzt):

CDU kritisiert Entlassung Uwe Eric Laufenbergs

Granitzka: „Ein immenser Verlust für die Kulturstadt Köln, den wir sehr bedauern“
Die heute, 21. Juni, beschlossene Beendigung des Vertragsverhältnisses zwischen der Stadt Köln und Operintendant Uwe Eric Laufenberg wird von der CDU-Fraktion scharf kritisiert.

„Dies ist ein schwarzer Tag für die Kölner Kultur“, betont Winrich Granitzka, Vorsitzender der CDU-Fraktion. „Innerhalb weniger Monate hat die rot-grüne Koalition mit ihrer miserablen Finanz-, Personal- und Kulturpolitik einen personellen Kahlschlag verursacht und vier hochgeschätzte Kulturschaffende in die Flucht geschlagen. Nach den Ankündigungen von Schauspielintendantin Karin Beier und Museumsdirektor Andreas Blühm, Köln zu verlassen, hat heute Markus Stenz, Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Künstlerischer Leiter des Gürzenich-Orchesters, erklärt, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen. Aber damit nicht genug: Auch die Stelle des Opernintendanten ist bald neu zu besetzen. SPD und Grüne haben heute beschlossen, das Arbeitsverhältnis zwischen der Stadt Köln und Uwe Eric Laufenberg zu beenden, statt endlich einen ernsthaften Versuch zu unternehmen, die bestehenden Differenzen auszuräumen und damit die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass er seine erfolgreiche Arbeit in Köln fortsetzen kann.“

Granitzka erklärt, Laufenberg habe durch unangemessene Äußerungen sicherlich dazu beigetragen, dass es schwieriger geworden sei, die Differenzen zwischen ihm und der Stadtspitze auszuräumen. Er betont jedoch: „Wir haben Uwe Eric Laufenberg nicht nach Köln geholt, weil ihm großes diplomatisches Geschick nachgesagt wurde, sondern weil er unsere Oper in die erste Liga katapultieren sollte. Das ist ihm zweifelsohne gelungen. Insofern bedeutet sein Weggang einen immensen Verlust für die Kulturstadt Köln, den wir sehr bedauern.“

Granitzka fordert Oberbürgermeister Jürgen Roters auf sicherzustellen, dass das Ende der Ära Laufenberg nicht noch größeren Schaden verursacht und etwa dazu führt, dass Inszenierungen nicht wie geplant stattfinden können oder es Löcher im Spielplan der nächsten Jahre gibt. „Vor allem muss der OB sich dafür einsetzen, dass wir hochkarätige Nachfolger für Markus Stenz und Uwe Eric Laufenberg gewinnen, die an deren Erfolge anknüpfen und der Kulturstadt Köln endlich wieder positive Schlagzeilen verschaffen“, so Granitzka.

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SPD zu Laufenberg: Kündigung unvermeidlich

Der Hauptausschuss hat in seiner heutigen, nicht öffentlichen Sondersitzung der fristlosen Kündigung von Herrn Laufenberg zugestimmt. Nach der Gemeindeordnung NRW und der Hauptsatzung der Stadt Köln musste sich der Hauptausschuss mit dieser Angelegenheit befassen. Die Sondersitzung wurde nötig, um die nötigen Fristen nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch einhalten zu können.

„Die fristlose Kündigung von Herrn Laufenberg ist ein bedauerlicher, aber notwendiger Schritt“, so Dr. Ralf Heinen, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln. „Oberbürgermeister und Rat haben Laufenberg in den letzten Monaten viele Brücken gebaut, er hat sie nicht genutzt. Eine letzte Chance hat er gestern erhalten und sie verstreichen lassen“, so Heinen weiter. „Der Oberbürgermeister kann es nicht hinnehmen, dass er selbst, der Kulturdezernent als direkter Vorgesetzter und der Oberbürgermeister einer Nachbarstadt öffentlich von einem leitenden Mitarbeiter der Stadt Köln verunglimpft und beleidigt werden“, so Heinen abschließend.

„Die wertvolle künstlerische Arbeit von Uwe Laufenberg bleibt unbestritten, sein begeisterungsfähiges Programm hat weit über Köln hinaus gestrahlt“, so Dr. Eva Bürgermeister, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln. „Den nun vollzogenen Schritt bedauere ich. Herr Laufenberg hat ohne Rücksicht auf die Haushaltslage agiert und keinerlei Kompromiss-bereitschaft gezeigt“, so Bürgermeister abschließend.

Mindestens für einen Übergangszeitraum wird die Operndirektorin und Stellvertreterin des Intendanten, Frau Dr. Meyer, die Geschäfte übernehmen. Frau Dr. Meyer hat Herrn Laufenberg bereits bei seinem krankheitsbedingten Ausfall vertreten und ihre Kompetenz unter Beweis gestellt.

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Kölner Grüne: „Dieser Schritt war letztlich unvermeidlich.“

Die kulturpolitische Sprecherin der grünen Ratsfraktion,Brigitta von Bülow, erklärt zur fristlosen Kündigung des Anstellungsvertrages von Opern-Intendant Uwe Eric Laufenberg:

„Wir Grüne haben bis zuletzt darauf hingewirkt, eine einvernehmliche Lösung zu erreichen. Ziel war die Vertragsaufhebung zum Ende der Spielzeit 2012/2013. Gestern sah es noch so aus, als gäbe es dafür eine realistische Chance.Leider hat Herr Laufenberg diese nicht genutzt. Somit war die außerordentliche und fristlose Kündigung mit Zustimmung der grünen Ratsfraktion unvermeidlich.“

„Unbestreitbar hat Herr Laufenberg mit großer Leidenschaft und Kreativität für die Kölner Oper nach vorn gebracht. Allerdings gehört zur Führung eines solchen Hauses auch ein hohes Maß an Kooperation und ein intaktes Vertrauensverhältnis mit Verwaltung und Rat.“, so von Bülow.

„Es besteht nun die Chance, dass der Opernbetrieb zur Ruhe kommt und sich auf seine neue Spielzeit im Interim konzentriert. Ich appelliere an die Opern-Beschäftigten, mit dem ihnen eigenen Elan in die Interimszeit in der Oper am Dom zu starten und nicht zu vergessen dass die Rückkehr in das modernisierte Haus am Offenbachplatz hervorragende neue Perspektiven bietet.“, macht Brigitta von Bülow der Belegschaft Mut.

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FDP: Köln "hat sich nicht nur bundesweit, sondern auch europaweit blamiert"

Ulrich Wackerhagen, Kulturpolitische Sprecher der Kölner FDP-Fraktion: „Die FDP ist entsetzt, dass die Stadt dem Intendanten Uwe Eric Laufenberg den Laufpass gibt. Es ist unstreitig, dass Uwe Eric Laufenberg einer der erfolgreichsten Operintendanten in Europa ist. Die Mitarbeiter stehen geschlossen hinter ihm. Das Publikum liegt ihm zu Füßen. Es ist verantwortungslos Laufenberg laufen zu lassen! Der dadurch eintretende Schaden ist für die Kulturstadt Köln unabsehbar. Die Stadt Köln scheint nicht in der Lage zu sein, ihren erfolgreichen Spitzenkräften ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem eine von Anerkennung und Respekt getragene Zusammenarbeit gedeiht.

Erneut hat sich gezeigt, dass die handelnden Personen aus Politik und Verwaltung konfliktunfähig sind und ihre eigene Macht und Reputation über die Interessen der Kulturstadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger stellen. Eine Lösung im Gespräch wäre jederzeit möglich gewesen. Deshalb hat die FDP im Kulturausschuss und im Rat mehrfach die Einrichtung eines Runden Tisches bzw. eine Schlichtung gefordert. Diesen Weg lehnte die Rot/Grüne Ratsmehrheit bewusst ab, auch mit dem Argument, es läge kein Wirtschaftsplan für die Bühnen vor. Dieser liegt allerdings seit Wochen bei der Kämmerin und gehört offensichtlich zur Verhandlungsmasse des noch ausstehenden Haushaltsplans 2012. Ebenfalls fehlt ein Bekenntnis der rot/grünen Ratsmehrheit, wie sie sich die Weiterführung von Schauspiel und Oper in  den  nächsten  Jahren  vorstellt. Nun  sollen  erst  einmal 250 Mio. Euro ausgegeben werden, um die beiden Häusern zu sanieren. Ein Konzept, mit dem die Bühnen über die Grenzen der Stadt hinaus weiterhin Strahlkraft entfalten können, gib es aber nicht. Statt Schaden von der Stadt abzuwenden und im Rahmen der vom Deutschen Bühnenverein angebotenen und von ihrem Geschäftsführer Rolf Bolwin erfolgreich begonnenen Schlichtung, ein Einvernehmen über die weitere Zusammenarbeit herzustellen, wird Laufenberg entlassen.

Oberbürgermeister Roters trifft eine besondere Verantwortung, da er dem Intendanten große Versprechungen gemacht hat, u. a. seinen Vertrag um 2 Jahre bis 2018 zu verlängern und den Vertrag des künftigen Schauspielintendanten Stefan Bachmann anzupassen. Es muss in Erinnerung gerufen werden, dass Uwe Eric Laufenberg am 20.04.2012 Oberbürgermeister Roters und Kulturdezernent Quander seine Vertragsauflösung zum 31.08.2013 ohne Zahlung einer Abfindung angeboten hat. Die Auflösungsvereinbarung sollte am 24.04.2012 um 12.00 Uhr, eine Stunde vor der Pressekonferenz, in der Intendant und Kulturdezernent gemeinsam den Spielplan der Oper 2012/2013 vorstellen wollten, unterzeichnet werden. Dieser Termin wurde vom Kulturdezernenten abgesagt. In jedem Fall steht fest, dass sich die Stadt nicht nur bundesweit, sondern auch europaweit blamiert hat. Der gefeierte Intendant, der trotz Interim mit einer konstanten Platzausnutzung von 90 %  und einer Steigerung der Erlöse aus Kartenverkäufen in dieser Spielzeit um 400.000 € über der Planzahl seine außerordentlichen künstlerischen Befähigungen unter Beweis gestellt hat, soll nun aus der Stadt vertrieben werden.“

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Zu den handelnden Personen

Georg Quander
Am 28. April 2005 wurde Georg Quander für acht Jahre zum Kulturdezernenten der Stadt Köln gewählt. Seine Amtszeit würde demnach 2013 enden. Als Ziele formulierte er Qualität und eine zuverlässige Kulturpolitik. Als Erfolg wertete er etwa die Erhöhung des Kultur-Etats auf sechs Prozent im Kölner Haushalt. Zudem wurden in seiner Amtszeit Karin Beier als Schauspiel-Intendatin und Uwe Eric Laufenberg als Opern-Intendant verpflichtet. Quander wurde 1950 in Düsseldorf geboren. Nach seinem Studium der Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Altamerikanistik, war er zunächst als Redakteur und Freier Musik-Journalist tätig. Von 1991 bis 2002 war Quander Intendant an der Deutschen Staatsoper in Berlin.

Uwe Eric Laufenberg
Der gebürtige Kölner wurde im Dezember 2007 zum Intendanten der Kölner Oper gewählt. Im Juni 2009 trat er sein Amt an. Zuvor war Uwe Eric Laufenberg Intendant des Hans-Otto-Theaters in Potsdam. Vor seinem Amtsantritt kündigte Laufenberg an, die Interimszeit in Köln kreativ nutzen zu wollen und die Oper in die Stadt zu tragen und nicht nur auf die Ersatzspielstätte zu setzen. Mit diesem Konzepte hatte er schon die Umbauphase in Potsdam begleitet. 2007 plante Laufenberg 10 Inszenierungen pro Jahr und konnte sich diese durchaus an acht verschiedenen Orten in Köln vorstellen. Zudem gab er damals an, die Kinderoper mehr fördern zu wollen. Laufenberg wurde 1960 in Köln geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Schauspieler und war als solcher unter anderem am Schauspielhaus Köln sowie als Theater-Regisseur tätig. Von 1997 bis 2000 führte er als Oberspielleiter und Regisseur am Maxim-Gorki-Theater Berlin.

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