Panorama NRW Nachrichten

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Die Polizei Köln präsentierte heute Abend vergleichbares Material, wie es in der Tasche vorgefunden wurde

Polizei sucht nach zweitem Mann mit Video aus Schnellrestaurant

Köln | aktualisiert | Die Kölner Polizei hat heute Abend Details um Fund der blauen Tasche mit sprengfähigem Material veröffentlicht. Neben dem dunkelhäutigen Mann, der seit gestern mit einem Phantombild gesucht wird, sucht man seit heute Abend auch mit einem Video nach einem hellhäutigen Mann, der mit einer blauen Tasche in unmittelbarer Tatortnähe in einem Schnellrestaurant aufgenommen wurde. Ob die beiden Männer nur Zeugen sind, oder an der Tat beteiligt ist derzeit reine Spekulation.

18:10 Uhr > Kölner Polizei sucht nach zweitem Mann

Die Kölner Polizei sucht weitere Zeugen und verfolgt eine weitere heiße Spur. Sie hat heute ein Video aus einem amerikanischen Schnellrestaurant im Bonner Bahnhof veröffentlicht. Das befindet sich direkt neben dem Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofes, auf dem die Tasche abgestellt war. Das Video zeigt einen hellhäutigen Mann mit einer beigen Jacke und schwarzer Mütze. Der trägt die blaue Tasche, die wenige Minute später abgestellt wurde. Die Polizei erhofft sich nun mit dem Video Zeugen zu finden, die den Mann am Gang oder der Haltung wie er die blaue Tasche trägt, erkennen. Der Mann habe das Restaurant um 12:40 Uhr betreten und sich dort neun Minuten aufgehalten. Was er dort gemacht hat, ob er sich dort mit anderen Menschen getroffen hat, oder alleine war, ist eine der Fragen die offen sind. Auch ob der Mann die Tasche auf dem Gleis 1 abgestellt hat, oder an eine andere Person übergeben hat ist unklar.

Auf Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofes befindet sich keine Videoüberwachung. Daher habe man mit Hochdruck im Umfeld des Bahnhofes nach Filmmaterial gefahndet, so der leitende Ermittler Norbert Wagner und sei auf das Material aus dem Fast food Restaurant gestoßen. Weiterhin sucht man auch nach dem dunkelhäutigen Mann, dessen Phantombild man gestern veröffentlicht hat. Der hatte die Tasche wohl geöffnet und dann mit dem Fuß in Richtung der jugendlichen Zeugen geschoben, die sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Bank am Gleis 1 aufhielten und dort auf ihre Zugverbindung warteten. Ob er aus Schreck weggelaufen sei, oder ein Mittäter ist, sei reine Spekulation derzeit. Aber auch hier bittet die Kölner Polizei die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Polizei nahm noch einmal ausführlich Stellung zum Ablauf. Gegen 13:15 Uhr sei die Bundespolizei von den späteren Zeugen über die blaue Tasche informiert worden. Die Entschärfer der Bundespolizei nahmen in der Tasche mehrere längliche Gegenstände, Kabel und einen Wecker wahr. Nach der Räumung des Hauptbahnhofes habe man die Tasche mit einem Wassergewehr beschossen. Um 15:35 Uhr seien die Ermittlungen dann vom Polizeipräsidium Köln übernommen worden. Durch den Beschuss mit dem Wassergewehr sei die Tasche in unzählige Einzelteile zerlegt worden und man habe mit einer umfangreichen Spurensuche begonnen. Bis heute ist unklar ob der von der Polizei als brisante Sprengladung bezeichnete Inhalt einen Zündvorrichtung enthielt. Im Gleisbett habe man eine Glühbirne gefunden. Das LKA benötige hierfür auch noch mindestens einen Tag Zeit. Die „brisante“ Ladung bestand aus handelsüblichen Gegenständen wie eine Gaskartusche, Rohr, Batterien, Plastikteilen eines Weckers und Resten von zündfähigem Material, dass die Polizei als Ammoniumnitrat bezeichnete. Alle diese Dinge könne man in einem Baumarkt erstehen, so Norbert Wagner. Der stellte aber auch fest, dass das in Bonn gefundene Material nur ein Zehntel der Sprengkraft der Bomben von Madrid gehabt habe. Eine große deutsche Tageszeitung hatte heute Morgen eine Vergleich mit Madrid gezogen.

Die Kölner Polizei bittet um Mithilfe der Bevölkerung und vor allem von Reisenden, die sich im fraglichen Zeitraum im Bonner Hauptbahnhof befunden haben und etwa Abschiedsfotos gemacht haben.

13:00 Uhr > Bundesanwaltschaft sieht derzeit keinen Terrorhintergrund

Im Fall des Bombenalarms am Bonner Hauptbahnhof sieht die Bundesanwaltschaft bislang keine ausreichenden Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund. Deshalb habe man die Ermittlungen in dem Verfahren noch nicht übernommen worden, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch in Karlsruhe. Am Montag war auf einem Bahnsteig in Bonn eine verdächtige Tasche gefunden worden, in der sich nach Angaben der Ermittler Metallbehälter mit zündfähigem Material befanden.

Der Leiter der Abteilung Terrorismusbekämpfung bei der Bundesanwaltschaft, Rainer Griesbaum, sagte zum Fund der "Sprengvorrichtung" im Bonner Hauptbahnhof, hier sei "noch kein Staatsschutzbezug mit zureichender Sicherheit festzustellen". Ein "anfänglicher Ermittlungsansatz in Richtung islamistischer Terrorismus" habe sich bislang nicht als weiterführend erwiesen. Die Bundesanwaltschaft sei aber weiter im Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Bonn.

7:10 Uhr > Keine voreiligen Schlüsse mehr

Die beiden nach dem Bombenfund im Bonner Hauptbahnhof in Gewahrsam genommenen Männer sind wieder auf freiem Fuß. Der Tatverdacht gegen die beiden habe sich nicht erhärten lassen, teilte die Polizei am Dienstagabend mit. Die Männer waren zuvor als mutmaßliche Islamisten ins Visier der Ermittler geraten. Öffentlichkeit, Medien und Politik sollten sich - gerade vor den Erfahrungen aus den NSU-Attentaten - mit voreiligen Schlüssen zurückhalten und erst einmal an die öffentlich bekannten Fakten halten. Report-k.de dokumentiert die heutige Faktenlage.

Die Polizei ermittle nach wie vor in alle Richtungen, hieß es weiter. Es werde weiterhin nach dem Unbekannten, der von einem 14-Jährigen als "Ableger" der Tasche beschrieben wurde, gefahndet. Das man in alle Richtungen ermittle war immer die Aussage der Kölner Polizei, auch am gestrigen Tag und Abend. Medien, aber auch vereinzelte Politiker, wie der CDU Mann Uhl, scheinen aus den NSU-Attentaten nichts gelernt zu haben. Der hatte gestern gleich gefordert Salafisten auszuweisen. Und Uhl, immerhin innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, bekam auch gleich noch Hilfe von Wolfgang Bosbach und aus der CDU Nordrhein-Westfalens: Nach einem Bombenfund auf dem Bonner Hauptbahnhof und der darauf folgenden Festnahme von zwei mutmaßlichen Islamisten hat die NRW Union Zweifel an der Sicherheitsstrategie in Nordrhein-Westfalen geäußert. "Ich frage mich, ob nach den Zwischenfällen im Frühjahr in Bonn die Polizei in NRW den Fahndungsdruck auf die Salafistenszene ausreichend erhöht hat", sagte der Innenexperte und Fraktionsvize der Union, Günter Krings, der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). Es zeige sich, dass "die akuteste Bedrohung für unser Land von gewaltbereiten Salafisten ausgeht", fügte der Sicherheitsexperte hinzu. Sogar Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte in Hinblick auf islamistischen Terrorismus:  "Wir wissen von einer Reihe hochgefährlicher und gewaltbereiter Leute, deren Aufenthalt immer wieder zwischen Deutschland und arabischen Ländern wechselt"

Es wird eine Tasche mit zündfähigem Material gefunden, sogar ob es einen Zünder gab, ist immer noch unklar oder noch nicht von den Ermittlern klar benannt. Zwei Männer werden verhört, die wie gestern schon festgestellt, schon im Jahr 2008 im Visier der Ermittler waren, spektakulär aus einem Flieger geholt wurden und dann wieder aus Mangel an Beweisen nur wenige Tage später freigelassen wurden. Sie werden sofort zu Tätern stilisiert, anstatt auch hier, die Unschuldsvermutung nicht nur bis zur Festnahme, sondern darüber hinaus bis zu einem Prozess und einer Verurteilung durch ein Gericht abzuwarten, wie es in einem Rechtsstaat üblich sein sollte. Statt dessen Hysterie, sogar Innenminister Friedrich setzt ein Pressestatement an, bläst dann wieder ab.

Halten wir uns an die Fakten: Es gab eine Tasche mit gefährlichem Material, die auf dem Bonner Hauptbahnhof stand. Diese Tasche und deren Inhalt wurde durch einen starken Wasserstrahl beim Öffnen durch die Polizei teilweise zerstört und in Einzelteile zerlegt. Damit ist sogar unklar, ob die Tasche und ihr Inhalt überhaupt als "Bombe" konstruiert war, vor allem, weil die Polizei immer noch zum Zünder schweigt. Wer diese dort abgestellt hat, ist zumindest der Öffentlichkeit noch völlig unbekannt. Die Polizei sucht nach einer Zeugenaussage eines 14-jährigen Schülers mit einem Phantombild, d.h. es gibt zumindest bisher noch nicht einmal ein Videofoto des Mannes aus dem Bonner Hauptbahnhof, nach einem Mann. Ob sich am Ende der Tatverdacht, ausgelöst durch eine Zeugenaussage, erhärtet, müssen die Ermittlungen ergeben. Da man noch keinen Verdächtigen hat, hat man kein Motiv. Es gibt auch kein öffentlich bekanntes Bekennerschreiben, bislang.

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