Politik Nachrichten Politik Deutschland

Spahn wirbt um Vertrauen für Corona-Impfstoff von AstraZeneca

Berlin | Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat noch einmal um Vertrauen für den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca geworben. Die FDP warnt vor Impfung über 65-Jähriger mit AstraZeneca-Impfstoff und Karl Lauterbach will eine Überarbeitung der Impfverordnung.

"Der Impfstoff wird nur eine Zulassung bekommen, wenn er auch Wirksamkeit zeigt. Das prüft gerade die Zulassungsbehörde", sagte Spahn der RTL/n-tv-Redaktion.
Mit einer Entscheidung der europäischen Zulassungsbehörde rechnet der Minister am Freitag. Spahn reagierte auch auf die unterschiedliche Wirksamkeit der drei zur Verfügung stehenden Impfmittel. Das habe möglicherweise Folgen für ihre Anwendung.

"Die mRNA-Impfstoffe, die schon zugelassen sind, haben wohl noch eine höhere Wirksamkeit und deswegen werden wir uns dann sehr genau anschauen, für welche Personengruppen die Zulassungsbehörde und die ständige Impfkommission die Impfung mit diesem Impfstoff empfiehlt." Es gebe "ja ein unterschiedlich starkes Immunsystem bei Älteren oder bei Jüngeren, wo es auch Sinn machen kann, mit unterschiedlichen Wirkstoffen entsprechend zu impfen". Man werde fachlich herleiten, welche Gruppe jetzt auch welchen Impfstoff angeboten bekommt.

FDP warnt vor Impfung über 65-Jähriger mit AstraZeneca-Impfstoff

Der Infektiologe und Obmann der FDP-Bundesfraktion im Gesundheitsausschuss, Andrew Ullmann, warnt ausdrücklich vor einer Verimpfung des Astrazeneca-Impfstoffs an Personen über 65 Jahren. "Mit der vorliegenden Datenlage von Astrazeneca ist es nicht verantwortbar, den Impfstoff an über 65-Jährige zu verabreichen", sagte Ullmann der "Welt" (Mittwochausgabe). "Bisher haben zu wenig ältere Menschen an den Studien teilgenommen, um valide Aussagen über die Effektivität des Impfstoffes in dieser Altersgruppe treffen zu können."

Er gehe daher davon aus, dass die EMA den Impfstoff am Freitag nur für Personen unter 65 Jahren zulassen werde. Wenn es dazu komme, müsste die Bundesregierung ihre Impfstrategie anschließend ändern, so Ullmann. Die ältere Generation würde dann mit den mRNA-Impfstoffen versorgt werden und das medizinische Personal mit dem Mittel von Astrazeneca.

Zudem wirft Ullmann die Frage auf, warum der Impfstoff in Großbritannien bereits zugelassen sei und dort an alle Altersgruppen verimpft werde. "Entweder hat Großbritannien Zugang zu weitergehenden Studien oder ignoriert die unzureichende Datenlage. Beides wäre skandalös."

Lauterbach ruft zur Überarbeitung der Impfverordnung auf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ruft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dazu auf, die aktuell geltende Impfverordnung zu überarbeiten. Die aktuelle Priorisierung von Impfanwärtern vernachlässige pflegebedürftige Hochrisikogruppen, sagte Lauterbach im ARD-Mittagsmagazin. "Damit muss sich die StiKo beschäftigen, auch das Haus Spahn, das Gesundheitsministerium, da tatsächlich diese nicht so große Gruppe von Menschen ein enormes Risiko trägt und auch durch die vielen Kontakte gefährdet ist", so Lauterbach.

Und da müsse eine Regelung geschaffen werden für Pflegebedürftige mit besonderen Erkrankungen - "unabhängig vom Alter". Der Sozialdemokrat mahnte eine "unbürokratische, pragmatische, schnelle Lösung" an, um auch junge Menschen mit Vorerkrankungen, die derzeit nicht unter die in der Impfverordnung genannten Risikoerkrankungen wie beispielsweise Muskelschwund fallen, zu priorisieren.

Zurück zur Rubrik Politik Deutschland

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Politik Deutschland

Köln | Das Verwaltungsgericht Köln untersagt dem Verfassungsschutz vorerst eine Beobachtung der AfD. Das Gericht: "Mit Beschluss vom heutigen Tag untersagte das Gericht dem BfV bis zu einer Entscheidung über den von der AfD gestellten Eilantrag, die Partei als „Verdachtsfall" einzustufen oder zu behandeln sowie eine Einstufung oder Behandlung als „Verdachtsfall" erneut bekanntzugeben." Das Verbot gilt allerdings zunächst nur bis zum Ende eines bereits laufenden Eilverfahrens. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte erst kürzlich die gesamte AfD intern als rechtsextremen Verdachtsfall eingestuft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Mainz | Zehn Tage vor der Landtagswahl ist die Wählergunst für die SPD in Rheinland-Pfalz weiter am stärksten. Müssten die Bürger des Bundeslandes bereits am kommenden Sonntag über die Zusammensetzung ihres Landtages entscheiden, käme die SPD aktuell unverändert zur Vorwoche auf 30 Prozent (Landtagswahl 2016: 36,2 Prozent) ist das Ergebnis einer Infratest-Umfrage für den "Rheinland-Pfalz-Trend" im Auftrag der ARD-Tagesthemen. Die CDU käme auf 28 Prozent (- 3 im Vgl. zur Vorwoche, Landtagswahl 2016: 31,8 Prozent).

Berlin | Die Innenminister von Bund und Ländern dringen auf strengere Einschränkungen bei Demonstrationen in der Corona-Pandemie. Das geht aus einem Beschluss hervor, über den der "Spiegel" berichtet und den die Innenministerkonferenz am Dienstag dem aktuellen Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz geschickt hat, Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). "Personenobergrenzen bei Versammlungen als wirksame Infektionsschutzmaßnahme", ist das Papier laut Magazin überschrieben.

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

KOMMUNALWAHL 2020

wahlbox

Report-K berichtet intensiv über die Kommunalwahl am 13. September 2020. Hier finden Sie alle Informationen rund um die Kommunalwahl, Interviews mit Kandidatinnen und Kandidaten. 2020 wählt Köln einen neuen Rat, 9 Bezirksvertretungen, den Integrationsrat und eine oder einen Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister. Hier finden Sie alle Infos zur Kommunalwahl 2020 in NRW >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >