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Wechsel zur FDP: Gerster sieht für SPD keine Chance auf Kehrtwende

Berlin | Der von der SPD zur FDP gewechselte ehemalige Landesminister Florian Gerster sieht für die Sozialdemokraten keine Chance auf eine Kehrtwende. "Die SPD ignoriert die Belange der sozialen Aufsteiger und Erfolgreichen. Sie schaut nur noch auf Modernisierungsverlierer und Empfänger von Sozialleistungen. Mit diesem Linkskurs rennt die SPD in Richtung Bedeutungslosigkeit", sagte Gerster der "Welt". "Eine Politik, die die gesellschaftliche Mitte überfordert, damit es den Verlierern besser geht, führt nicht zu mehr Gerechtigkeit." Der 70-jährige Unternehmensberater sagte: "Eine Sozialpolitik, die die Wirtschaft überfordert, wird auf Dauer nicht funktionieren."

Er kritisierte das im Dezember gewählte neue SPD-Spitzenduo scharf. Die Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sei aber nur "der Auslöser, nicht die Ursache" für seinen Austritt gewesen. "Die Entfremdung zog sich über einen langen Zeitraum hin, im Grunde seit 2005."

Vor allem die Distanzierung von der Agenda 2010 habe der Partei schwer geschadet. "Es ist eine große Fehleinschätzung, dass die Hartz-IV-Reformen Sozialabbau beschert hätten. Im Gegenteil haben sie die Arbeitslosenzahlen halbiert und fast Vollbeschäftigung gebracht", so Gerster.

Das von Esken und Walter-Borjans ausgegebene Ziel für die SPD, in absehbarer Zukunft auf 30 Prozent Stimmenanteil zu kommen, nannte er "absurd". Zu seinem geplanten Engagement in der FDP sagte der Wirtschaftspsychologe und Politikwissenschaftler: "Ambition auf ein Amt habe ich nicht. Aber ich werde beratend in Fachausschüssen mitwirken." Hintergrund: FDP-Chef Christian Lindner hatte Gerster beim jährlichen Dreikönigstreffen der Liberalen in Stuttgart als Neu-Mitglied begrüßt. Gerster stehe als langjähriger Sozialdemokrat stellertretend für die "politisch Heimatlosen", denen die FDP einen Platz anbiete. Gerster war 1966 mit 17 Jahren in die SPD eingetreten. Von 1991 bis 2002 war er Landesminister in Rheinland-Pfalz und führte danach bis 2004 die Bundesagentur für Arbeit.

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