Wirtschaftsnachrichten Wirtschaft NRW

schueler_lightpoet_fotolia_832013w

DGB Köln-Bonn: Azubis beklagen schlechte Ausbildung

Düsseldorf | Betriebe bilden besser aus als Berufsschulen: Das ist das Ergebnis des 10. Ausbildungsreports, für den die DGB-Jugend 4.200 Auszubildende in Nordrhein-Westfalen (NRW) befragt hat. Danach sind nur 55 Prozent der Jugendlichen mit den Berufsschulen zufrieden.

Gründe für schlechte Bewertungen seien eine unzureichende Ausstattung, fehlende Kooperation zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb und zu große Klassen, erklärte Julia Löhr, Landesjugendsekretärin der GEW NRW. Sie macht dafür „einen enormen Investitions- und Reformstau im Bereich der Berufsschulen“ verantwortlich.

Von der Landesregierung fordert sie, die Ausbildung an den Berufsschulen stärker in den bildungspolitischen Fokus zu nehmen: „Wir brauchen höhere Investitionen – von der Bausubstanz über eine zeitgemäße technische Infrastruktur bis hin zu Programmen für digitales Lernen. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken muss darüber hinaus der Lehrerberuf deutlich attraktiver gestaltet werden.“

Berufsschulen stünden in der Verantwortung, Jugendliche fit für die Arbeitswelt der Zukunft zu machen. „Digitalisierung, Arbeit 4.0 und steigende Anforderungen an interkulturelle und soziale Kompetenzen sind große Herausforderungen, die nicht mit einem Weiter so zu lösen sein werden.“

Aber auch in vielen Betrieben gebe es strukturelle Probleme bei der Ausbildung, ergänzte Omer Semmo, Jugendbildungsreferent des DGB Köln-Bonn. „Zwar ist mit 71 Prozent erfreulicherweise die Mehrheit der Jugendlichen mit ihrer Ausbildung im Betrieb zufrieden. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Mehr als ein Viertel der Befragten bescheinigt ihrer betrieblichen Ausbildung eine unzureichende Qualität.“

Dabei seien es seit Jahren nahezu die gleichen Berufe, die schlechte Bewertungen bekämen. „Während angehende Zerspannungsmechaniker, Industriemechaniker und Bankkaufleute besonders zufrieden sind, sind es mal wieder die künftigen Friseure, zahnmedizinischen Fachangestellten und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, die über schlechtesten Ausbildungsbedingungen klagen.“

Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen seien diese Auszubildenden überdurchschnittlich häufig von langen Arbeitszeiten und Überstunden betroffen, litten unter einer schlechten Anleitung und bekämen eine niedrigere Ausbildungsvergütung. „Obwohl wir die Problembranchen seit Jahren identifiziert haben, erleben wir kaum Anstrengungen der Arbeitgeber, die strukturellen Probleme anzugehen und zu lösen“, so Semmo. Vor diesem Hintergrund dürfe man sich über erhöhte Abbrecherzahlen und Schwierigkeiten, überhaupt Azubis zu finden, nicht wundern.

Zurück zur Rubrik Wirtschaft NRW

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Wirtschaft NRW

Düsseldorf | Der Verband Unternehmer NRW sorgt sich um die zukünftige wirtschaftspolitische Ausrichtung Deutschlands. "Viel zu sehr wird derzeit wieder über neue soziale Wohltaten und viel zu wenig darüber debattiert, wie wir unsere Zukunft sichern. Jamaika ist auch deshalb gescheitert, weil es nicht gelungen ist, eine gemeinsame Zukunftsvision für unser Land zu entwickeln", sagte Verbandspräsident Arndt Kirchhoff der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Montagsausgabe).

streik_duesseldorfairport_13_12_17

Düsseldorf | Der Arbeitskampf der Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen geht in die nächste Runde: Auch am heutigen Mittag wird wieder gestreikt, teilt die IG Bau Rheinland mit. Für das Wochenende kündigt die Gewerkschaft weitere Ausstände am Terminal C an. „Ein Großteil der Beschäftigten steht nach dem angekündigten Jobverlust immer noch ohne Perspektive da. Doch sie sind zu allem entschlossen“, so Regionalleiter Holger Vermeer.

streik_duesseldorfairport2_13_12_17

Düsseldorf | Die Reinigungskräfte am Düsseldorfer Flughafen haben die Arbeit niedergelegt. Seit 8 Uhr läuft der Arbeitskampf am Terminal C. Das teilt die Industriegewerkschaft IG Bau heute mit. Die Beschäftigten wollen damit ihren Arbeitgeber, die Klüh Cleaning, zum Abschluss eines Sozialtarifvertrags zwingen. In einer Urabstimmung hatten sich 97,4 Prozent der Beschäftigten für den Streik ausgesprochen, so die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU.

KARNEVAL NACHRICHTEN

Weihnachtsmärkte in Köln 2017

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS