Köln | aktualisiert | Martin Schulz sagt er werde Bundeskanzler und kämpft bis zur letzten Minute. Heute war er in Köln auf dem Heumarkt und der war mehr als gut gefüllt, vor allem zur Rede von Schulz. Es gab langen Applaus und Martin, Martin-Rufe zum Ende der Rede. Zuvor sind die Kölner Bundestagsabgeordneten auf der Bühne und stellten sich den Fragen. Report-K berichtete live vom Heumarkt, hier das Plädoyer von Martin Schulz zur Wahl zu gehen. (Die gesamte Rede finden Sie im Livestream am Ende des Artikels.

Die Kölner Direktkandidaten im Talk

Der Heumarkt voll und der Kölner SPD-Vorsitzende Ott spricht von Rückenwind durch die Wahlkundgebung und den Zuspruch. Anders als bei Angela Merkel krakelt niemand gegen Schulz. Ab und an ein zustimmender Zwischenruf. Martin Schulz redet sich zunehmend in die Herzen der Menschen, findet ihre Zustimmung und erreicht sie mit seinen Inhalten. Er überzieht seine Redezeit und am Ende tritt er mit den Direktkandidaten auf die Bühne und wird minutenlang umjubelt. Schulz holt sich den Respekt der Anwesenden, indem er diesen für alle Menschen einfordert, auch das ist Gerechtigkeit. Er verwahrt sich gegen Vergleiche die ihm attestierten den Charme eines Eisenbahnschaffners zu haben, nicht weil ihn das beleidigen würde, sondern weil es einen ehrbaren Beruf diskreditiert. Schulz hinterfragt die Haltung derer, die solche Sätze schrieben: „Respekt ist nicht eine Frage des Bildungsgrades oder des Titels. Respekt steht jedem zu.“ Hier ist Schulz stark und authentisch. Von Merkel fordert immer noch einen Disput um Wirtschaft und Digitalisierung und wirft ihr vor, dass sie der Auseinandersetzung aus dem Weg geht.

Martin Schulz wirft der CDU Arroganz vor, als er CDU-Generalsekretär mit seinem Satz zu Miniobs zitiert. Denn Tauber unterstellte Minijobbern nichts anständiges gelernt zu haben, denn sonst brauche man diese Jobs nicht. Schulz macht sich für das Prinzip des tarifgebundenen und unbefristeten Arbeitsverhältnis als Normalität stark.

Seiner Kontrahentin Merkel wirft er vor die Unterschiede zwischen ihr und ihm zu verwischen, indem sie jeden Vorschlag der SPD „nachplappere“. Schulz zeigte ein Beispiel auf: Die Rente, die die Kanzlerin nicht ändern wolle. Das führe nach Schulz zu einer Absenkung der Rente und bedeute Rente mit 70. Dies sei eine Kampfansage an die jüngere Generation. Und Schulz versprach mit ihm als Bundeskanzler gebe es die Rente mit 67.
Schulz: „Angela Merkel will in die Aufrüstung investieren, ich nicht“ und meint damit, dass 2 Prozent des Bruttoninlandsproduktes für Rüstung ausgegeben – also die Nato-Zielvereinbarung eingehalten werden soll. Dass sich Merkel dazu nicht äußere hält Schulz für einen Skandal. Heute werden 36 Milliarden Euro, so Schulz, für die Bundeswehr ausgegeben. Bei zwei Prozent der Wirtschaftsleistung wären dies zwischen 65 und 70 Milliarden Euro. „Ich möchte dass wir dieses Geld in die Schulen, in die Universitäten, den Breitbandausbau oder sozialen Wohnungsbau stecken“, rief Schulz. Dafür erntete Schulz viel Applaus.

Auch mit der AfD ging Schulz klar und hart ins Gericht. Er erinnerte an die Geschichte der SPD und ihrer Widerständigkeit gegen die Nationalsozialisten. Gauland, Höcke und die AFd nannte er Feinde der Deutschen Demokratie. Schulz: „Diese Organisation der Hetzer ist doch keine Alternative für Deutschland, sie ist eine Schande für die Bundesrepublik. Wir werden gegen die kämpfen.“

Schulz forderte auf den Klimawandel erst zu nehmen und die Klimaziele umsetzen. Ein ausführliches Plädoyer hielt Schulz für Europa. Schulz zum Schluss seiner Rede: „Am 24. September gibt es eine Wahl. Eine Wahl zwischen einer Kanzlerin die die Debatte um die Zukunft verweigert und jemand der Euch sagt, was er will.“

Report-K berichtete im Livestream vom Heumarkt ab 18 Uhr. Die Wahlkundgebung der SPD auf dem Kölner Heumarkt zum Nacherleben im Livestreamarchiv.

Autor: Irem Barlin, Andi Goral
Foto: Martin Schulz nach der Wahlkundgebung in Köln – mehr als 1.500 Menschen feierten ihn mit Martin, Martin-Rufen