"Wir haben nach wie vor eine steigende Zahl von Infektionsfällen. Deshalb ist weiter Vorsicht und Besonnenheit geboten. Ich empfehle, auf Hygiene zu achten und regelmäßig die Hände zu waschen", erklärte Bahr gegenüber der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). "Das Robert Koch Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung haben empfohlen, bis auf weiteres Tomaten, Salatgurken und Blattsalate insbesondere in Norddeutschland nicht roh zu verzehren. Diese Empfehlung sollten die Menschen beachten." Wer bei sich Anzeichen eines blutigen Durchfalls feststelle, solle laut dem Minister sofort einen Arzt aufsuchen. "Der Erreger ist offenbar resistent gegen viele Antibiotika." Die Menschen hätten aber zurecht ein hohes Vertrauen in die Ärzte, so Bahr. "Zwar sind die betroffenen Krankenhäuser durch die aktuelle Situation stark belastet. Trotzdem behandeln die Ärzte die Patienten mit großem persönlichen Einsatz. Auch die Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts leisten eine hervorragende Arbeit. Dass die Infektionsquelle so schnell eingegrenzt werden konnte, ist ein großer Erfolg." Das Hamburger Hygiene-Institut hatte zuvor herausgefunden, dass mindestens drei Salatgurken, die den Erreger aufwiesen, aus spanischer Produktion stammten. Bis jetzt haben die Gesundheitsbehörden bereits 800 bestätigte oder verdächtige Fälle einer EHEC-Infektion registriert. Die Erkrankung ist mittlerweile auch in anderen EU-Ländern aufgetreten, darunter Dänemark und Großbritannien. Das EHEC-Bakterium kann das Hämolytisch-Urämische-Syndrom (HUS) auslösen. Zu den Symptomen der Krankheit gehören wässriger oder blutiger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei einem besonders schweren Krankheitsverlauf droht Nierenversagen.

Obst- und Gemüsebranche registriert wegen Ehec deutliche Umsatzeinbrüche
Im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Ehec-Bakteriums registriert die deutsche Obst- und Gemüsebranche bereits deutliche Umsatzeinbrüche. "Im Rückblick auf die letzten zwei Tage lassen sich Rückgänge von 25 Prozent bei Tomaten und Gurken sowie 70 Prozent bei Salat feststellen", sagte die Sprecherin der Erzeugergenossenschaft Landgard, Andrea Kirchhoff, der "Neuen Ruhr Zeitung" (Samstagausgabe). Landgard ist nach eigenen Angaben der bundesweit größte Vermarkter von Obst und Gemüse. "Insgesamt sind bei allen Gemüseprodukten 10 Prozent Absatzrückgänge zu verzeichnen", so Kirchhoff.

[dts]

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