Köln | red, dts | aktualisiert | Die Inzidenz in Köln sinkt, wenngleich nicht klar ist, ob alle Fälle jetzt richtig erfasst sind oder der Bearbeitungsstau beim Kölner Gesundheitsamt und den Laboren die Zahlen verfälschen. Die Corona-Lage in Köln und Deutschland am 7. Dezember. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hält am Ziel 30 Millionen Impfungen bundesweit bis Weihnachten fest.

Die Corona-Lage in Köln am 7. Dezember

652 neue Covid-19-Fälle meldet das Robert Koch-Institut (RKI) für den gestrigen Dienstag in Köln. Die 7-Tage-Inzidenz in Köln sinkt im Zeitraum 1. bis 7. Dezember auf 391,1 und liegt damit zum ersten Mal seit Tagen wieder unter dem Wert 400. Gestern wurden im Zusammenhang mit dem Coronavirus keine neuen Todesfälle registriert.

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55 Patientinnen werden derzeit auf Kölner Intensivstationen mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt. 33 von ihnen invasiv beatmet. Hier steigt die Zahl der Patientinnen laut DIVI-Intensivregister. 8,24 Prozent der Intensivbetten in Kölner Kliniken sind derzeit frei.

RKI meldet 69.601 Corona-Neuinfektionen deutschlandweit – Inzidenz sinkt auf 427

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Mittwochmorgen vorläufig 69.601 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 3,6 Prozent oder 2.415 Fälle mehr als am Mittwochmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz sank trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 432,2 auf heute 427 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.

Dass die Zahl der neuen Fälle gegenüber der Vorwoche steigt, der Inzidenzwert aber gleichzeitig sinkt, ist nur möglich, weil das RKI aktuell zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hat, die in die Inzidenzwertberechnung nicht mehr eingehen. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 961.900 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 97.300 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 527 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.

Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 2.257 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 322 Todesfällen pro Tag (Vortag: 311). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 104.047. Insgesamt wurden bislang 6,29 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

Hospitalisierungsinzidenz steigt bundesweit auf 5,79  

Die bundesweite Hospitalisierungsrate für Corona-Infizierte ist weiter gestiegen. Das RKI meldete am Mittwochmorgen zunächst 5,79 Einweisungen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen (Dienstag ursprünglich: 5,45, Mittwoch letzter Woche ursprünglich 5,62). Es handelt sich um die jeweils vorläufigen Zahlen, die stets nachträglich noch nach oben korrigiert werden, da manche Einweisungen erst später gemeldet werden.

Wirklich vergleichbar sind nur die unkorrigierten Werte in Bezug zum gleichen Tag der Vorwoche, ansonsten gibt es Wochentagsverzerrungen. Am höchsten ist die Hospitalisierungsinzidenz laut der vorläufigen Daten weiter in Thüringen (19,57). Dahinter liegt mittlerweile auch Sachsen (9,56) über der 9er-Schwelle.

Mecklenburg-Vorpommern (8,51), Sachsen-Anhalt (7,93), Bayern (7,16), Baden-Württemberg (6,53) das Saarland (6,50) und Brandenburg (6,16) liegen bei Raten zwischen 6 und 9. Nordrhein-Westfalen (4,62), Hessen (4,53), Bremen (4,41), Berlin (3,68), Rheinland-Pfalz (3,59), Hamburg (3,51) und Schleswig-Holstein (3,50) kommen auf Werte zwischen 3 und 6. Nur noch Niedersachsen (2,80) liegt unter der 3er-Grenze. In der Altersgruppe 0-4 Jahre liegt die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit vorläufig bei 2,14, in der Altersgruppe 5-14 Jahre bei 1,57, in der Altersgruppe 15-34 Jahre bei 2,10, in der Altersgruppe 35-59 Jahre bei 3,63, in der Altersgruppe 60-79 Jahre bei 9,35 und bei den Über-80-Jährigen bei 24,76 Krankenhauseinweisungen mit Covid-19 je Woche und 100.000 Einwohner. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, dass ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 3,0 die 2G-Regel flächendeckend gilt.

Ab 6,0 kommt 2G-Plus, ab 9,0 sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Zuletzt hatte der Indikator aber wieder an Bedeutung verloren.

Wüst hält 30 Millionen Impfungen bundesweit bis Weihnachten weiter für möglich

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass bis Weihnachten 30 Millionen Impfungen verabreicht werden. „Die Länder und die Kommunen werden das stemmen“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das Ziel war vom designierten Kanzler Olaf Scholz (SPD) vorgegeben worden.

Allein Nordrhein-Westfalen habe in der vergangenen Woche mehr als 1,4 Millionen Impfungen geschafft, so Wüst. „Aber auch die anderen Länder sind sehr tüchtig.“ Zusammen habe man jetzt schon in 14 Tagen mehr als 14 Millionen Impfungen verabreicht, „die Kapazitäten werden überall weiter hochgefahren“.

Wüst sprach sich für eine breite Debatte über eine allgemeine Impfpflicht aus. „Die Argumente und Gegenargumente müssen in aller Öffentlichkeit transparent auf den Tisch, so entstehen in einer Demokratie Vertrauen und Akzeptanz.“ Er persönlich halte eine Impfpflicht „für kaum vermeidbar“, um aus dem immer wiederkehrenden Zyklus von Lockdown und Lockerungen herauszukommen.

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