Der Arbeitsmarkt in Köln entspannt sich langsam. Foto: Pexels

Köln | ots | Der Arbeitsmarkt in Köln entspannt sich in den letzten Monaten. Die Agentur für Arbeit hat die Zahlen für den Monat April veröffentlich und berichtet von weniger Arbeitslosen.  

„Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzte sich auch im April fort. Wir haben die niedrigsten Arbeitslosenzahlen seit Pandemiebeginn. Noch sind wir nicht auf dem Niveau von März 2020, näheren uns diesem aber Monat für Monat an. Die Arbeitslosigkeit ging in beiden Rechtskreisen sowohl im Vormonatsvergleich als auch im Vorjahresvergleich zurück. Dabei profitierten alle Personengruppe vom Rückgang, die jüngeren Menschen unter 25 Jahren erwartungsgemäß am stärksten“, erklärt Stephanie Lewejohann.

Die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Köln die Situation fügt an: „Die neuen Stellenmeldungen sind in den letzten zwei Monaten merklich rückläufig. Einige Unternehmen sind verunsichert durch den Angriffskrieg auf die Ukraine oder spüren bereits Lieferengpässe beim Material und warten die weitere Entwicklung ab, bevor sie neue Mitarbeitende einstellen.“

1.780 Menschen suchen aktuell eine Ausbildungsstelle

Auf dem Ausbildungsmarkt sind aktuell noch 1.780 junge Kölnerinnen und Kölner auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle für den Spätsommer. Dem stehen noch 3.007 gemeldete Stellen gegenüber. Seit Beginn des Berichtsjahres im Oktober 2021 haben sich 3.489 Bewerberinnen und Bewerber bei der Arbeitsagentur gemeldet. Insgesamt wurden 4.716 Ausbildungsstellen angeboten.

„Auf dem Ausbildungsmarkt ist noch viel in Bewegung. Die Stellenmeldungen der Unternehmen sind auf einem guten Niveau und bieten viel Auswahl. Die Bewerberinnen und Bewerber sind aktuell noch zögerlich. Durch die Einschränkungen der Coronapandemie, die kaum Praktika zugelassen haben, konnten sich viele Jugendliche nicht ausprobieren und fühlen sich unzureichend orientiert, um eine Berufswahlentscheidung treffen zu können. Doch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz stehen aktuell gut“, macht Lewejohann den jungen Kölnerinnen und Kölnern Mut, den Kontakt zur Berufsberatung der Arbeitsagentur aufzunehmen.

Für Eltern, die ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen möchten, wird am 12. Mai ein digitaler Elternabend der Partner des Ausbildungskonsens Köln angeboten. Programm und Einwahllink für Kölnerinnen und Kölner unter: https://www.rbk-direkt.de/erfolgsfaktor-ausbildung.aspx

Beratungshotline für geflüchtete Menschen eingerichtet

Für geflüchtete Menschen aus der Ukraine ist eine bundesweite Beratungshotline eingerichtet, bei der sich Interessierte auf Russisch und Ukrainisch über die Möglichkeiten am deutschen Arbeitsmarkt informieren können. Hotline: 0911 178-7915 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr und Freitag von 8 bis 13 Uhr). Fortlaufend aktualisierte Internetseiten in ukrainischer, russischer und deutscher Sprache helfen bei der ersten Orientierung:

Im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent oder 735 auf 51.549 Personen. Gegenüber dem Vorjahr sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 6.601 Personen oder 11,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote sinkt im April weiter um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 8,5 Prozent. Im Vorjahr betrug sie 9,6 Prozent.

Das Kundenzentrum der Agentur für Arbeit, verantwortlich für den Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III), betreute im April 13.012 Personen. Das sind 352 oder 2,6 Prozent weniger als im März und 4.555 Personen oder 25,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das Jobcenter Köln, verantwortlich für die Grundsicherung nach dem zweiten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB II), zählt im aktuellen Monat 38.537 Arbeitslose. Das sind 383 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im März und 2.046 Personen oder 5,0 Prozent weniger als im April 2021.

61 Betriebe zeigten für 739 Beschäftigte im April neu oder wiederholt Kurzarbeit an. Aktuell findet Kurzarbeit vor allem aufgrund von Lieferkettenengpässen statt.

Die Unterbeschäftigung – sie erfasst die Zahl der Kölner, die insgesamt eine Beschäftigung suchen, darunter viele Teilnehmende in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – ist im Vergleich zum Vormonat und zum April 2021 gesunken.

Neben den statistisch ausgewiesenen 51.549 Arbeitslosen suchten im April 12.673 Kölnerinnen und Kölner eine Beschäftigung, während sie sich in einer Förderung befanden oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung standen (Unterbeschäftigung im engeren und Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne). Zählt man hierzu noch die Personen in geförderter Selbstständigkeit hinzu, betrug die sogenannte „Unterbeschäftigung“ (einschließlich der arbeitslos gemeldeten, jedoch ohne Personen in Kurzarbeit) im April insgesamt 64.447. Sie lag damit um 673 oder 1,0 Prozent niedriger als im März.

Unterbeschäftigung sank in Köln im April

Gegenüber April 2021 sank die Unterbeschäftigung um 7.990 Personen oder 11,0 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote sinkt im April im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 11,7 Prozent gelegen. Der Anteil der Arbeitslosigkeit an der Unterbeschäftigung beträgt im aktuellen Monat 80,0 Prozent nach 80,3 Prozent im Vorjahr.

Im April mussten sich 2.944 Menschen arbeitslos melden. Das waren 281 Personen oder 10,6 Prozent mehr als im Vormonat und 558 oder 15,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Im aktuellen Monat konnten 2.776 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 269 oder 10,7 Prozent mehr als im März und 361 Personen oder 11,5 Prozent weniger als im April 2021.

Im April waren 5.752 Arbeitsstellen gemeldet, gegenüber März ist das ein Rückgang von 209 Stellen oder 3,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 1.727 Stellen mehr (+44,9 Prozent). Arbeitgeber meldeten dem Kölner Arbeitgeber-Service im April 1.399 neue Arbeitsstellen, 27 mehr als im April (+ 2,0 Prozent) und 40 mehr als im letzten Jahr (+2,9 Prozent).

Die offenen Stellen verteilen sich vor allem auf die folgenden Berufsbereiche. Am stärksten nachgefragt sind Berufe aus den Berufsgruppen Lagerwirtschaft, Post, Zustellung, Güterumschlag (524 Stellen im Bestand); Verkaufsberufe ohne Produktspezialisierung (449); Sicherheitsfachkräfte (229); Büro und Sekretariat (220); Informatik (196); Unternehmensorganisation (183); Fahrzeugführung im Straßenverkehr (176); Energietechnik (149); Werbung und Marketing (128) und Altenpflege (126).