Der Chlodwigplatz beim Start der Demonstration. | Foto: Bopp

Köln | LIVEBLOG von 8 bis 18 Uhr | Heute wird es auf einem Großteil des Weges des Rosenmontagszuges eine vom Festkomitee Kölner Karneval veranstaltete Friedensdemonstration geben. report-K begleitete diese im Liveblog. Vor Ort waren Stephan Eppinger und Eduard Bopp (Foto) bei der Kölner Friedensdemo.


Ein starkes Signal: Eine russische Fahne erdolcht die Friedenstaube | Foto: Bopp
Diesen Plan veröffentlichte das Festkomitee Kölner Karneval zur Route der Friedensdemonstration durch Köln am 28. Februar 2022.

Der Weg der Kölner Friedensdemonstration am 28. Februar

Dies ist die offizielle Route der Rosenmontags-Demonstration in Köln: Chlodwigplatz – Severinstraße – Löwengasse – Weberstraße – Follerstraße – Mathiasstraße – Mühlenbach – Hohe Pforte – Hohe Straße – Cäcilienstraße – Umfahrung Neumarkt – Hahnenstraße – Rudolfplatz – Hohenzollernring – Magnusstraße – Zeughausstraße – Mohrenstraße.

Start: 10 Uhr


Der Liveblog von report-K zum Geschehen in der Ukraine:



Der Liveblog zur Kölner Friedensdemonstration wird hiermit um 18:10 Uhr beendet. Die Redaktion bedankt sich bei allen Leser*innen.


An diesen Plätzen stehen die Persiflagewagen

18:06 Uhr > Bis morgen Dienstag, 1. März, stehen die Persiflagewagen des Kölner Rosenmontagszuges noch auf folgenden Kölner Plätzen und können bis 12 Uhr angesehen werden:

  1. „Stoned Age“ (Ampel/Cannabis) – Schildergasse (Kirche)
  2. „Eine Frage der Zeit“ (Welt/Klimawandel) – Severinskirchplatz
  3. „Zeitmaschine“ (CDU/Zurück in die Zukunft) – Waidmarkt
  4. „Zeitbombe“ (Belarus) – Schildergasse (Apple Store)
  5. „Zeit der Zärtlichkeit“ (Söder/CSU) – Neumarkt
  6. „Gute alte Zeit“ (Putin) – Neumarkt
  7. „Halb und Halbzeit“ (1. FC Köln) – Neumarkt
  8. „Zeit fürs Wesentliche“ (Sitzungskarneval/Toilette) – Heumarkt
  9. „Zur Zeit der letzte Schrei“ (Reker/Muezzin) – Hohenzollernring
  10. „Ihrer Zeit voraus“ (Biontech/Superhelden) – Dom
  11. „Lieferzeit“ (China) – Heumarkt
  12. „Fehlzeiten“ (Olaf Scholz) – Appellhofplatz
  13. „Zeit der Aufklärung“ (Katholische Kirche/Schweinepriester) – Oper
  14. „Mahlzeit“ (Apfel/Welthunger) – Rudolfplatz
  15. „Alle Zeit der Welt“ (Kölner Bauvorhaben/Schnecke) – Gürzenichstraße
  16. „Auf den letzten Drücker“ (Impfgegner/Pistole) – Dom
  17. „Urlaubszeit“ (Weltraum) – Heumarkt
  18. „Goldene Zeiten“ (WM Katar 2022) – Rudolfplatz
  19. „Zick eröm“ (Merkel) – Neumarkt
  20. „Zeit verspielt“ (Nation Building/Afghanistan) – Neumarkt

Festkomitee spricht von „historischem Rosenmontagszug“

18:05 Uhr > Das Festkomitee Kölner Karneval nennt den heutigen Gang vom Chlodwigplatz zur Mohrenstraße einen „historischen Rosenmontagszug“ und sagt im gleichen Atemzug, dass es sich nicht um einen Karnevalsumzug, sondern um eine Demonstration handelte. Das Festkomitee spricht, wie die Kölner Polizei, von 250.000 Teilnehmer*innen. Christoph Kuckelkorn in einem schriftlichen Statement: „Die Kölner und der Karneval haben heute gezeigt, dass alle zusammenstehen, wenn es darauf ankommt. Heute ging es nicht ums ausgelassene Feiern, sondern um lauten und bunten Protest gegen den Krieg in der Ukraine. Es war genau das richtige Signal, den Rosenmontag zu einem Friedensfest zu machen. Ob Gardist oder Lappenclown, ob mit Pappnase oder Pappschild und klarer Botschaft: Heute war ganz Köln ebenso friedlich wie unmissverständlich auf den Beinen.“


Kölner Polizei spricht von 250.000 Teilnehmer*innen

17:56 Uhr > Die Kölner Polizei spricht von 250.000 Teilnehmer*innen an der Kölner Friedensdemonstration vom Chlodwigplatz zur Mohrenstraße. Die Demonstration sei um 16 Uhr beendet worden. Es sei eine friedliche Versammlung ohne Zwischenfälle gewesen, so die Kölner Polizei.


Der scheidende FC Geschäftsführer Wehrle und FC Präsident Dr. Werner Wolf vor der Kölner Friedensdemonstration. | Foto: Bopp

15:48 Uhr > „Wir müssen diesen Krieg stoppen! Deshalb sind wir heute hier und deshalb haben wir dazu aufgerufen mit uns zu demonstrieren.“ – #effzeh-Präsident Dr. Werner Wolf auf Twitter


Die letzten Demonstranten gehen auf die Strecke

15:45 Uhr > Rund 5 Stunden lang zogen Menschen am Chlodwigplatz los auf die 4,5 Kilometer lange Strecke, die fast identisch war zum Rosenmontagszugweg, um gegen russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu demonstrieren. Vor etwa einer Stunde meldete die Kölner Polizei, dass sich nun auch die letzten vom Chlodwigplatz aus auf den Weg machen. Sie haben teilweise stundenlang dort gewartet bevor es auf die Strecke ging.


Mehr als 150.000 Menschen ziehen in Köln durch die Innenstadt – Ein starkes Zeichen für den Frieden

15:14 Uhr > Ein erstes Resumee von Stephan Eppinger: Es ist genau der Zeitpunkt, an dem sich sonst in der Kölner Südstadt der Rosenmontagszug auf den langen Weg durch die City macht. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Nicht nur die Corona-Pandemie bestimmt weiter das Leben der Menschen, auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine macht Angst und gibt Anlass zur Sorge. In Köln haben sich die Offiziellen des Karnevals schnell dazu entschlossen, das coronakonforme Rosenmontagsfest im Stadion in eine große Friedensdemonstration umzuwandeln, die weitgehend auf dem Weg des Rosenmontagszuges durch die Innenstadt zieht.

Dass diese Idee gut ankommt, zeigen die Menschenmassen, die sich an diesem Tag durch Köln bewegen. Am Mittag schätzt das Festkomitee als Veranstalter, dass sich weit mehr als 150.000 Menschen der Friedensdemo angeschlossen haben. Immer wieder kommen aus den Seitenstraßen und von den Plätzen neue Teilnehmer hinzu. „Es ist eine charmante Idee, den höchsten Kölner Feiertag so umzunutzen, dass aus einem Karnevalszug eine Friedensdemo wird. Dieses Bild der Solidarität ist ein tolles Zeichen. Da bin ich sehr stolz auf meine Stadt“, freut sich Musiker Wolfgang Niedecken, der bei der Kundgebung auf dem restlos gefüllten Chlodwigplatz zu den Teilnehmern spricht. Er gehört wie Ministerpräsident Hendrik Wüst und Oberbürgermeisterin Henriette Reker zu den prominenten Unterstützern der Demo, die mit in den Himmel fliegenden weißen Tauben und dem legendären Lennon-Song „Imagine“ beginnt.

„Die Tatsache, dass Europa Krieg herrscht, bedrückt uns alle sehr. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, aber auch bei den Familien der Soldaten auf beiden Seiten. Ich empfinde grenzenlose Bewunderung für all die Russinnen und Russen, die bereits seit Freitag auf die Straßen ihres Landes gehen“, sagt Reker und betont: „In Köln sind alle Menschen willkommen, die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen müssen.“ Ihr sei nicht nach Feiern zumute, aber der Karneval habe den Menschen in schweren Zeiten immer wieder Halt gegeben. „Karneval ist kein beliebiges Event, sondern ein Lebensgefühl, das die Menschen verbindet.“

Ein besonders bewegender Moment ist der Auftritt zweier Frauen, die ihre Wurzeln in der Ukraine haben. Als sie die Hymne für die getöteten Menschen in ihrer alten Heimat anstimmen, zeigen die Kölner ihren Respekt mit einem Kniefall. Während ein Banner mit der Aufschrift „Make Fastelovend, not war“ hoch oben an der mittelalterlichen Torburg hängt, wird unten auf der Bühne vor dem im Ornat angetretenen Kölner Dreigestirn die ukrainische Landesflagge geschwenkt.

Die Farben Blau und Gelb sind an diesem Montag überall in der Kölner Innenstadt präsent. Sie findet sich auf Protestplakaten und Fahnen genauso wieder wie in den Kostümen und in der Schminke vieler Jecken. Selbst blaue und gelbe Pappnasen werden an diesem Tag verteilt. Auf einem Protestschild ist die Botschaft „Für alle Mütter – ukrainische und russische: Stop Nuklear War“ sowohl auf Deutsch als auch mit kyrillischen Schriftzeichen in Russisch zu lesen. „Ich habe selbst drei Kinder und kann erahnen, was russische und ukrainische Mütter von Soldaten oder anderen Kriegsopfern jetzt erleben. Das große Problem ist, dass viele Russen gar nicht wissen, was in der Ukraine gerade passiert. Das muss sich schnell ändern. Eine russische Freundin hat mir meinen Slogan übersetzt“, berichtet die Kölnerin Anja Senff.

Direkt neben ihr steht der zehnjährige Matteo, ebenfalls mit einem Friedensplakat: „Ich will den Krieg verhindern. Das war der Putin macht, ist ganz schrecklich“, sagt der Schüler aus Bergisch Gladbach. „Das, was gerade passiert, kann man nicht mehr aushalten. Ich hoffe, dass diese Demonstration überwältigend wird. Es ist auch wichtig zu sagen, dass nicht Russen jetzt böse sind. Wir waren vor 25 Jahren bei einer Bildungsreise in Russland und haben dort eine überwältigende Gastfreundschaft erlebt“, sagt Rainer, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte.

Unter den Teilnehmern sind auch viele Aktive aus den Karnevalsgesellschaften: „Wir sind gegen den Krieg in der Ukraine. Der Karneval steht für ein friedliches Leben, deshalb ist es richtig, jetzt auf die Straße zu gehen“, sagt Michael Zarbock von der KG Müllener Junge, der mit dem von ihm geleiteten Tanzcorps vor Ort ist. „Es geht uns jetzt darum, für Werte wie Freiheit, Brüderlichkeit, Frieden und Toleranz einzustehen. Wir müssen jetzt mit den Menschen in der Ukraine Solidarität zeigen“, sagt der Präsident der Blauen Funken und ehemalige Karnevalsprinz Björn Griesemann, der mit knapp 200 Aktiven vor Ort ist.

Normalerweise gehört sein Traditionskorps immer zu den ersten Gruppen des Rosenmontagszuges. Das war auch für die Demo so geplant, die zunächst von den prominenten Teilnehmern um Festkomiteepräsident Christoph Kuckelkorn und einem Wagen mit einer blutigen russischen Fahne, auf der die Friedenstaube aufgespießt wurde, angeführt wird. Danach folgen die Blauen Funken. Doch die stehen am Mittag noch immer auf dem Aufstellplatz vor der Severinstorburg, da sich immer wieder tausende Menschen in den Zug vor der offiziellen Zugspitze einreihen. Der „Zug vor dem Zug“ ist inzwischen extrem lang geworden.

Viele Teilnehmer sind kostümiert, andere haben sich für ihre normale Alltagskleidung entschieden. Im Zug wird diskutiert, manchmal auch gesungen und auch das eine oder andere Rhythmusinstrument eingesetzt. Persiflagewagen fahren nicht mit, sie wurden von Zugleiter Holger Kirsch an verschiedenen Plätzen entlang des Zugweges platziert – darunter auch der Wagen auf dem Neumarkt, auf dem Präsident Putin sich seine neue Sowjetunion zusammen hämmert. Damit gelingt es den Kölner Jecken den Unterschied zwischen einem normalen Karnevalszug und einer Friedensdemonstration zu verdeutlichen. Nicht nur mit der reinen bunten Menschenmasse wird so ein starkes Zeichen für den Frieden gesetzt.

Kölner Polizei spricht von ruhiger und beeindruckender Friedensdemo

13:00 Uhr > Die Kölner Polizei kann noch keinen Überblick geben, wie viele Menschen auf der Kölner Friedensdemo unterwegs sind. Die Spitze des 4,5 Kilometer langen Zuges hat mittlerweile die Mohrenstraße erreicht und so Polizeisprecher Philipp Hüwe: „Am Chlodwigplatz ist es immer noch genau so voll, wie zum Beginn. Und die Menschen warten dort ruhig, um sich in Bewegung zu setzen.“ Es ist kein Ende abzusehen. Auch wenn die Polizei ihren Hubschrauber in der Luft hat, die Anzahl der Friedensdemonstrantinnen ist derzeit noch nicht abzusehen. Es seien mehrere 10.000 Teilnehmerinnen. Es sei beeindruckend, so Hüwe, wie friedlich und ruhig die Menschen demonstrierten. Für die Beamten sei dies aktuell lediglich ein Verkehrseinsatz, um einen Vergleich herzustellen. Die Kölner Karnevalsmeile Zülpicher Straße fülle sich jetzt wieder langsam, so die Kölner Polizei.


Bilder vom Chlodwigplatz. | Foto: Bopp
Bilder vom Chlodwigplatz. | Foto: Bopp

Erste Reaktionen zur Kölner Friedensdemo

12:40 Uhr > So sind die Reaktionen auf die Kölner Friedensdemo im Netz:

Die grüne Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in NRW 2022 Mona Neubaur twittert: „Ich stehe hier inmitten von Zigtausenden, die still und kraftvoll ein wichtiges Zeichen setzen! Für Freiheit, Sicherheit und Demokratie.“

Ute Symanski, Initiatorin der Radkomm twittert vor dem Persiflagewagen „Gute alte Zeit“ (Putin) auf dem Kölner Neumarkt: „#StandWithUkraine ! Der Chlodwigplatz in @Koeln ist mit Menschen gefüllt. Wir erwarten Euch am #Neumarkt 🇺🇦❤️“

Oliver Kehrl, CDU, MdL NRW: „Frieden für die #Ukraine🇺🇦- Stop #Putin. Starkes Signal aus Köln für die Freiheit.“

12:25 Uhr > Die Spitze der Friedensdemo in Köln hat mittlerweile den Kölner Neumarkt erreicht. Am Chlodwigplatz warten immer noch Menschen darauf sich in den Zug einzureihen.


11:32 Uhr > Friedensdemo oder Karneval? Beim Kölner Boulevardmedium „Express“ scheint die Redaktion eine Einordnung vorzunehmen, denn sie schreibt über Ihren Liveticker zur Friedensdemo: „Karneval im Liveticker“.

Der Screenshot von 11:30 Uhr zeigt die Einordnung des Boulevard-Mediums „Express“ zur Kölner Friedensdemo.

Der Chlodwigplatz um 10 Uhr. | Foto: Bopp

Demonstrationszug startet später

10:47 Uhr > Anders als geplant verzögert sich der Start der Friedensdemonstration, die eigentlich um 10:15 Uhr loslaufen sollte. Aktuell strömen noch viele Menschen zum Chlodwigplatz und die Straßen sind bereits sehr voll. Ein Polizeihubschrauber kreist über der Demonstration und die Polizei soll versuchen die Menschen so zu leiten, dass der Ablauf nicht gefährdet ist. Auf der Kundgebung auf der Peter Brings sang und die Menschen schunkelten, gab es eine Schweigeminute. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker machte deutlich, dass Köln für alle offen stehe, die vor Gewalt fliehen. Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn machte deutlich, dass es um Frieden und Freiheit sowie Solidarität mit den Menschen in der Ukraine und in Russland, die dort gegen den Krieg demonstrierten gehe. Vor dem Start sollen 30 weiße Friedenstauben ausgesandt werden. Die Menschen bringen selbstgemalte Papptafeln mit zur Demonstration auf denen etwa steht „Mer stonn zo dir Ukraine“ in Anlehnung an den Schwur der Fans des 1. FC Köln zu ihrem Verein.

Die Kölner Friedensdemo wird eine Demo der Bilder

10:05 Uhr > Auf dem Chlodwigplatz beginnt seit fünf Minuten die Kölner Friedensdemo. Sie bewegt sich bis auf wenige Ausnahmen auf dem Weg des klassischen Rosenmontagszuges. Es ist eine Demonstration der starken Bilder. Dem Festkomitee Kölner Karneval ist mit der von der russischen Fahne erdolchten Friedenstaube ein starkes Signal gelungen. Die Menschen kommen, so report-K Reporter Stephan Eppinger vor allem im Kostüm. Auch das sind starke Bilder. Diese gefallen nicht allen Menschen, etwa wenn Blaue Funken in ihren Uniformen, die das Militär persiflieren sollen, auftreten. Eindrücke von Fotograf Eduard Bopp:

Blaue Funken mit Strüßjer und in Uniform mit einem Transparent „Jeck noh Fridde“. | Foto: Bopp

Ein Blauer Funk in Uniform mit Maske und Pappnase in den Farben der Ukraine. | Foto: Bopp

Der Karneval war schon immer gut für Bilder. | Foto: Bopp

Auch handegemalte Peace-Schilder finden sich. | Foto: Bopp

Der Festkomitee-Präsident Kuckelkorn wird auf der Friedensdemo sprechen. | Foto: Bopp

Bömmel Lückerath von den Bläck Fööss mit Festkomitee Präsident Christoph Kuckelkorn. | Foto: Bopp
Das Symbol der Kölner Friedensdemonstration inmitten von Teilnehmer*innen. | Foto: Bopp

Teilnehmerin ist „Jeck för Fridde“. | Foto: Bopp

Teilnehmer*innen der Friedensdemo in Köln. | Foto: Bopp

Der 1. FC Köln rief zur Teilnahme an der Kölner Friedensdemo auf. Vor Ort sind der scheidende FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle in einem FC-Trikot in den Farben der Ukraine und FC-Präsident Dr. Werner Wolf. Sie beteiligen sich an der Friedensdemo.

Die Demonstranten sammeln sich vorwiegend in Kostüm

9:38 Uhr > Der Chlodwigplatz füllt sich so langsam. Wie beim regulären Zoch sind Die Blauen Funken die ersten Karnevalisten, die sich als größere Gruppe in Uniform eingefunden haben. Bis zu 200 Aktive erwartet Präsident Björn Griesemann heute. Auch Festkomiteepräsident Christoph Kuckelkorn ist vor Ort. Viele Teilnehmer sind in Kostüm unterwegs, oft mit Bezug zum aktuellen Weltgeschehen. Kölsche Fahnen treffen auf Europa- und  Ukraineflaggen. Während der alte Hit der Scorpions „Wind of Change“ erklingt wird viel diskutiert.


Erste kritische und positive Stimmen in den Sozialen Medien

9:17 Uhr > Nicht alle stimmen in den Jubelchor Rosenmontagszug wird zur #Friedensdemo ein. So wird diese Form den Rosenmontag zu begehen als zynisch dargestellt. So schreibt eine Twitter-Userin: „Weil es eine Menge Kritik an den Karneval gibt, werden die Feierlichkeiten als Friedensdemo verkauft, damit keiner der Jecken ein schlechtes Gewissen haben muss und niemand behaupten kann, der Karneval wäre derzeit unpassend.“ Andere finden Friedensdemos im Karnevalskostümen oder gerade der Traditionskorps in Uniform als unpassend. So schreibt ein anderer: „Der Kölner Rosenmontagszug soll jetzt eine Friedensdemo sein, und um den friedenstiftenden Charakter der Veranstaltung zu unterstreichen, wollen die Kölner Karnevalsgesellschaften in Uniform! marschieren. Vielleicht merken sie es ja, die Kölner merken nämlich nix mehr.“ Andere schreiben: „Statt Rosenmontagszug gibt es eine Friedensdemo. Das ist schön. Aber: kommt alle verkleidet? Wtf?“ Eine andere Userin hat einen Vorschlag: „Ich lehne den Rosenmontagszug in der gegenwärtigen Situation ab und ich lehne eine Friedensdemo ab in der die Jecken wie gewohnt mitlaufen. Wenn ein Alkohollverbot gibt und jeder spendet das was er versaufen wollt, ok? Wir können ja mal abwarten wie es läuft.“ Oder ein anderer kommentiert die ersten Fernsehbilder aus dem Morgenmagazin, dass eine Gruppe Blauer Funken zeigt: „Eine „Friedensdemo“ im Karnevalskostüm…! Wie dekadent ist denn das…❗️“

Aber es gibt auch positive Stimmen. So schreibt eine Userin: „Von einem Rosenmontagszug muss ich üblicherweise „flüchten“, diesen aber finde ich gut“. Ein anderer lobt: „Bravo Köln“. Andere schreiben: „Friedensdemo statt Rosenmontagszug in Köln. Auch wenn die Gardeuniformen eine Militärpersiflage sind, hätte man diese nicht einfach mal weglassen können? Ich find’s halt bisschen komisch. Die Aktion an sich aber gut.“



8:59 Uhr > Die Friedensdemo ist aber nicht die einzige Aktion in Köln. Auch das Rheinenergiestadion, die Heimspielstätte des 1. FC Köln zeigt sich in den Landesfarben der Ukraine:


Einer der ausgestellten Persiflagewagen auf dem Severinskirchplatz in der Kölner Südstadt. Das Motto: „Eine Frage der Zeit“ (Welt/Klimawandel) | Foto: Bopp

Düsseldorferin Neubaur freut sich auf Rosenmontag in Köln

8:43 Uhr > Grüne Spitzenkandidatin zur Landtagswahl kommt zur Friedensdemo nach Köln. Mona Neubaur ist die grüne Spitzenkandidation für die Landtagswahl 2022 in NRW, schreibt auf Twitter: „Eine Düsseldorferin am #Rosenmontag in #Köln? Aus vollem Herzen!!! 💙💛 Ich will heute wieder für den Frieden und gegen den Kreigstreiber Putin auf die Straße gehen. Machen wir den #Rosenmontag zum Tag der #Solidarität mit der #Ukraine! #StandWithUkraine #Friedensdemo“


Die ersten sind da und die Persiflagewagen stehen parat

8:30 Uhr > Noch ist alles ruhig in der Kölner Südstadt und wenig los. Die ersten Fotos von Fotograf Eduard Bopp vermitteln einen ersten Eindruck. Die Demonstration startet um 10 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Chlodwigplatz auf der Christoph Kuckelkorn, Präsident Festkomitee Kölner Karneval, Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Karnevalsmusiker Peter Brings und Rosenmontagszugleiter Harald Kirsch sprechen sollen. Seine Teilnahme angekündigt hat auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Der Zug beginnt mit den Blauen Funken.

Kurz nach 8 Uhr auf dem Chlodwigplatz: Die ersten stehen parat für die Friedensdemo an Rosenmontag. | Foto: Bopp

Alle Informationen zur Friedensdemo finden Sie hier bei report-K.de

Reportagen von Stephan Eppinger, und Fotos Eduard Bopp.