Ein Haus in Dresden. Bis 1935 wohnte dort eine jüdische Familie. Dann gelangt es in den Besitz der Familie Heising, die dort den Nationalsozialismus und das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt. Während der russischen Besatzung flieht die Familie in den Westen. In Zeiten der DDR besuchen die Heisings ihren einstigen Besitz und treffen dort auf neue Bewohner.  Nach der Wende schließlich fordern sie "ihr Haus" zurück. Das Theaterstück "Der Stein" erzählt die deutsche Geschichte von 1933 bis 1993 anhand der Familie Heisings. 2008 feierte das Stück von Marius von Mayenburg bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung. Zentraler Mittelpunkt ist dabei Mutter und Großmutter Witha, die alle Zeiten miterlebt hat und dabei eine Lebenslüge mit sich trägt. Um diese aufzuklären, braucht es jedoch drei Generationen. Und so begibt sich Withas Enkelin auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie und ganz Deutschlands.

"Voller Humor und Leichtigkeit"
Trotz des ernsten Themas will "Der Stein" nicht mit moralisch erhobenem Zeigefinger daher kommen. "Das Stück ist nicht bedrückend, eher befreiend und voller Humor und Leichtigkeit", betonte heute Regisseur Rüdiger Pape. Das sei auch wichtig, weil der Raum selbst schon genug bedrückende Atmosphäre schafft. Aufgeführt wird das Stück im Raum 13, dem so genannten "Kriegsraum" im NS-Dokumentationszentrum. Dabei verzichtet Pape auf eine große Bühne und ein aufwendiges Bühnenbild. "Wir wollten die Geschichte auf seine Menschen reduzieren", sagte Maren Pfeiffer, die im Stück die Enkelin und zugleich deren 1945 verstorbenen Vater Wolfgang spielt. Die Bühne mitten im Raum 13 bilden mehrere, stufenförmig angeordnete Paletten. Doch auch darüber hinaus wollen die Schauspieler den Raum für sich erobern. Die Zuschauer selbst werden sich im gesamten Raum verteilen und erleben das Stück so wortwörtlich hautnah mit.

Auch das Publikum ist gefragt
Erzählt wird die Geschichte dabei nicht chronologisch, sondern als Puzzle aus einzelnen Szenen, an dessen Ende die Aufklärung der Lebenslüge steht. Das stellt nicht nur die Schauspieler, sondern auch die Zuschauer vor eine Herausforderung. "Sie müssen mitarbeiten und richtig kombinieren", verriet heute Christiane Bruhn. Im vergangenen Jahr wurde sie mit dem Kölner Theaterpreis ausgezeichnet. Im Stück spielt sie nun "Witha" und muss so zwischen fünf verschiedenen Lebensaltern springen. Neben Christiane Bruhn gehören Bettina Muckenhaupt, Maren Pfeiffer und Susanne Krebs zu dem neu gegründeten "Ensemble 7".

Infobox

"Der Stein"
NS-Dokumentationszentrum
Appellhofplatz 23-25

Termine
Premiere am 26. Januar 2011
28. Und 29. Januar
2., 3., 4., 5., 10., 11., 12., 23., 24., 25. Und 26. Februar
Beginn: jeweils 20 Uhr
Eintritt: 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
Karten können telefonisch zu den Öffnungszeiten des Museums unter der Rufnummer 0221-221-24340 oder elektronisch unter der Email nsdok@stadt-koeln.de erworben werden.

[cs, lg]

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