Die großformatigen Werke datieren zwischen 2002 und 2008 und veranschaulichen die breite Palette, mit der Dine das Genre im erweiterten Sinn behandelt. Die Aufnahmen entstehen in seiner unmittelbaren Umgebung, in den verschiedenen Ateliers und Wohnungen oder auf Reisen. Die Jim Dine nahe stehenden Wesen, denen er sich in seinen Portraitbildern zuwendet – seien es leibhaftige Menschen oder von ihm geschaffene Kunstfiguren – können durchweg als treue Begleiter und vor allem unversiegbare Quellen seiner Inspiration angesehen werden. Dazu zählen seine Lebensgefährtin und Seelenverwandte, die Künstlerin und Photographin Diana Michener, die immer wieder Modell seiner variationsreichen Anschauungen ist, aber auch langjährige Freunde, Familienmitglieder und Künstlerkollegen wie Robert Creeley oder Mary McCarthy kommen vor.

Seit dem Jahr 2004 übereignete der amerikanische Künstler Jim Dine (*1935) über 1.000 photographische Arbeiten der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur in Köln. Damit kann die Institution auf einen umfangreichen Bestand an Dines Photographien zurückgreifen, den es vergleichbar an keinem anderen Ort gibt. Zwei umfangreiche Einzelausstellungen mit den in verschiedenen Techniken wie als Heliogravüre, Polaroid, chromogene Farbabzüge oder Gelatinesilberabzüge ausgeführten Werke sind 2004 und 2008 bereits in den Kölner Räumlichkeiten präsentiert worden.

Innerhalb seines Gesamtoeuvres stellt die Photographie ein für Jim Dine verhältnismäßig spät entdecktes künstlerisches Medium dar. Zwar hatte er bereits in den 1960er Jahren Photos für seine Collagen und Assemblagen genutzt, 1968 mit eigenen Photographien einen Band des Dichters Guillaume Apollinaire illustriert, doch vor allem seit Mitte der 1990er Jahre gewinnt die Photographie einen festen Stellenwert innerhalb seines Schaffens.


[asch]
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