In unscheinbaren Containerbauten in Köln-Poll wird momentan getanzt, gesungen und geprobt. Was in der Schule ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint, setzten die Jugendlichen während der Proben scheinbar ohne Probleme um: mit Begeisterung und Bereitwilligkeit übten die Jugendlichen ihre eigene Version von Romeo und Julia ein.
Damit der große Auftritt im Tanzbrunnen glatt über die Bühne geht, proben die 40 Hauptschüler und ehrenamtlichen Helfer seit dem 15. August drei Wochen mehrere Stunden am Tag. Angelehnt an die „Westside Story“, dem amerikanische Pendant zu Romeo und Julia im Großstadt-Ghetto, aus dem Jahr 1957 bringen die Schüler ihr Musical mit eigenen Texten, Choreografien bis hin zur selbst komponierten Musik auf die Bühne. Die Premiere des Stücks findet am 6.10. um 20 Uhr für 15 Euro im Tanzbrunnen statt.

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Die außergewöhnliche Idee Romeo und Julia ins heimische Veedel-Ghetto zu bringen, soll den Fokus der Bürger auf Probleme lenken, die vor der eigenen Haustür liegen. „Ghettos gibt es nicht nur in anderen Kontinenten oder Ländern, Ghettos sind Orte, in denen es keine Träume gibt“, fasste Dirk Heinrichs, Regisseur des Musicals, die Gedanken der Jugendlichen zusammen. In der Tat erlebten die Hauptschüler Köln von einer anderen Seite, Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit sind in vielen Hauptschulen an der Tagesordnung. „Die Leute sehen die Welt nur durch die rosarote Brille“, bringt der 16-jährige Kevin seine Sicht der Dinge auf den Punkt. Um das zu ändern, soll „Westside Cologne“ den Zuschauern den Blick auf ein anderes Köln gewähren, ein Köln in dem Ghettos nicht nur vorstellbar, sondern auch Tatsache sind.

Alles rund ums Musical
Was: "Westside Cologne"
Premiere: 6. Oktober, 20 Uhr
Wo: im Tanzbrunnen
Eintritt: 15 Euro

[ez]

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