Köln | Fünf Jahre dauert ihr Vertrag, zur Halbzeit zog das „Theater im Bauturm“-Führungstrio Laurenz Leky (Intendant), Bernd Schlenkrich (Geschäftsführung) und René Michaelsen (Dramaturg) jetzt eine überwiegend positive Zwischenbilanz. Das betrifft nicht nur die neue bequeme Bestuhlung (die das Angebot von 140 auf 120 Plätze reduziert), sondern auch die Nachfrage.

„Phantastisch“ sei die Nachfrage immer noch nach „Petermann“, „Trude Herr“, „Kleiner Mann, was nun“ und „Don Quijote“, erst im Dezember zur besten Inszenierung 2018 der freien Theaterszene gekürt. Lediglich „Das hündische Herz“ trübt diese Bilanz.

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Stücke, in denen die Schauspieler nicht nur Texte wiederkäuen

„Unsere erste Spielzeit war geprägt von pubertärem Enthusiasmus, die zweite von der ständigen Freude, dass Routine in unsere Arbeit einkehrt,“ beschreibt Michaelsen die Entwicklung. „In der jetzt laufenden dritten Spielzeit erkennen wir: Wir machen das Theater, was wir uns gewünscht haben.“ Das beschreibt Leky zusammengefasst so: Wir wollen Stücke zeigen, in denen Schauspieler sich auch persönlich ausziehen. In denen sie nicht nur einen Text sprechen, sondern auch zeigen, was sie mit diesem Inhalt zu tun haben.

Für ihr Theater entdeckt haben sie auch die Musik. In der neuen Reihe „Ruhestörung“ werden seit Beginn dieser Spielzeit monatlich Bands oder Solokünstler aus der Region vorgestellt. Und für Ende April plant man den Überraschungscoup: Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“, inszeniert von Sebastian Kreyer. Dafür entfällt die ursprünglich geplante Dramatisierung von Felix Rexhausens Roman „Lavendelschwert“ über eine homosexuelle Revolution.

„Die Oper ist die letzte Bastion des großen Gefühls. Was bleibt von der tragischen Geschichte einer Hure übrig, was ist die Essenz, wenn es kein großes Orchester, keine große Bühne gibt?“ Das will Leky herausfinden. Wie das konkret aussieht kann und will er noch nicht verraten, nur so viel: Es wird gesungen und vielleicht kommt auch eine Blockflöte zum Einsatz.

Autor: ehu

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