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demo_roncalliplatz_23-032014

Auseinandersetzung bei Demo der „besorgten Eltern“

Köln | aktualisiert | Auf dem Roncalliplatz haben heute rund 200 Teilnehmer die Demonstration der „besorgten Eltern“ besucht. Gesprochen hat auch die franko-algerische Regisseurin und Schriftstellerin Farida Belghoul, die dem Ex-Front-National-Mitglied (FN) Alain Soral, der 2006/2007 für Marine Le Pen den Präsidentschaftswahlkampf organisiert hat, nahe stehen soll. Soral sagte sich allerdings 2009 von der FN los und gründete Egalité et réconciliation (E&R, „Gleichheit und Aussöhnung“). Ob Farida Belghoul allerdings in Sorals Organisation Mitglied ist, ist nicht bestätigt. Die Ordner der "besorgen Eltern"-Demonstration griffen Gegendemonstranten an, ohne das die Polizei eingriff. Später stoppte die Polizei den Demonstrationszug, weil man zu wenig Beamte vor Ort hatte.
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Fotostrecke: Demo auf dem Roncalliplatz >
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Die „besorgten Eltern“ machen Front gegen die Sexualaufklärung an Schulen, vor allem Grundschulen und in Kindertagesstätten. Wer hinter den „besorgten Eltern“ steht wird auf deren Internetauftritt nicht wirklich klar. Dort steht zwar „Besorgte Eltern setzt unabhängig von Herkunft, politischer oder religiöser Einstellung ein Zeichen gegen die Frühsexualisierung unserer Kinder.“, aber auf der Demonstration in Köln waren auch Mitglieder der als rechtsextrem geltenden Bürgerbewegung „Pro Köln“ zu sehen oder finden Unterstützer bei Portalen wie "Terra Germania", die sich angeblich zur reichsdeutschen Absetz­bewegung bekennt. Dort findet sich ein Aufruf zur Teilnahme an der Demonstration der "besorgten Eltern" im Januar in Köln, wo den Teilnehmern klare Regeln zur Teilnahme vermittelt werden, wie etwa nicht mit Reportern zu sprechen. Auffallend war, dass die Demonstration von sehr vielen martialisch auftretenden und fast paramilitärisch agierenden privaten Ordnern und Sicherheitskräften geschützt und umringt wurde. Zudem vertreten die "besorgten Eltern" homophobe Ansichten.

Nach der Kundgebung auf dem Roncalliplatz auf der Farida Belghoul von der Bewegung Journée de Retrait de l‘École, kurz JRE (Tag der Schulverweigerung) sprach und mit den Worten „siegen oder sterben“ schloss, setzte sich die Gruppe in Bewegung. Am Rande des Roncalliplatz kam es mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen der Ordner auf Gegendemonstranten. Die Kölner Polizei war hier nicht zu sehen. Gegendemonstranten berichten von körperlicher Gewalt und dass sogar auf Menschen die am Boden lagen getreten wurde. Erst am Rande der Domtreppe, als Gegendemonstranten den Zug blockierten, grenzten Beamte der Kölner Polizei die beiden Demonstrationen voneinander ab. Da die Kölner Polizei erst weitere Kräfte heranführen musste, stockte die Demonstration für eine Stunde im Regen. An der Burgmauer kam es anschließend zu einer Sitzblockade der Gegendemonstranten, an deren Ende sich die Demonstration auflöste. Nach Aussage der Kölner Polizei kam es zu keinen Festnahmen oder Ingewahrsamnahmen im Rahmen der Demonstrationen.

Nachtrag: Auch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln war vor Ort und berichtet über die Demonstration der besorgten Eltern und vor allem über die Redner. So sprach auch Béatrice Bourges, die als Sprecherin der  Initiative „Le Manif pour Tous“ war, heute dem katholischen Bündnisses „Le Printemps français" angehört und gegen die "Homo-Ehe" agitiert. Ein weiterer Sprecher war Alain Escada aus Belgien, der sich zeitweilig bei der „Front nouveau de Belgique“ engagiert haben soll und heute Vorsitzender des Vereins "Civitas" ist, der nachgesagt wird, der Piusbruderschaft nahe zu stehen. Den Artikel zur Demonstration der besorgten Eltern des MBR finden man hier

Die Grüne Jugend Köln zeigt sich in einem Pressestatement entsetzt, dass eine Initiative, die sich "Besorgte Eltern" nennt, offenbar keine Hemmungen im Einsatz von Gewalt auch gegen zum Teil Jugendliche hat. Man bezieht sich dabei auf die Zusammenstöße zwischen Ordnern und Gegendemonstranten, wobei die Gewalt von den Ordnern ausging. Edgar Sürth, Sprecher der Grünen Jugend Köln, erklärt: "Wer homophobe, rassistische, sexistische oder sonstig menschenfeindliche Ziele verfolgt, verdient es, dass sich ihm*ihr Menschen mit allen demokratischen Mitteln entgegenstellen. Erst recht, wenn Gewalt zur Umsetzung dieser Ziele gutgeheißen oder sogar angewandt wird!"

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