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Corona-Pandemie: Wenn die Deutsche Bahn zur Rushhour die Platzkapazitäten reduziert – ein Kommentar

Vom Leben in vollen Zügen

Köln | KOMMENTAR | Es ist in Ferienzeiten durchaus üblich, dass bei der Deutschen Bahn Züge statt mit den regulären Doppelwagen nur in der kurzen Variante mit nur einem Wagen unterwegs sind. Das mag zur verkehrsarmen Mittagszeit in regulären Ferien noch funktionieren. Aber wenn das während einer Pandemie mit massiv steigenden Infektionszahlen am Nachmittag mitten in der Rushhour passiert, wird es für die Fahrgäste in überfüllten Großraumabteilen brandgefährlich. Dazu kommt erschwerend dazu, dass jetzt im Herbst viele doch so vernünftig zu sein scheinen und auf eine Urlaubsreise verzichten.

Ein besonders bitterer Beigeschmack stellt sich ein, wenn der Berufstätige als Berichterstatter gerade vom ATP-Tennisturnier in der Kölner Arena kommt. Dort haben die Behörden trotz eines ausgefeilten und aufwendig erstellten Sicherheitskonzeptes dafür gesorgt, dass die Partien der internationalen Tennisstars ohne Publikum stattfinden müssen. Und wenn man dann gerade von so einem in Sachen Infektionsschutz sicheren Ort den Weg nach Haus sucht und am Nachmittag nur einen halben Zug angeboten bekommt, wird es schlicht nur noch ärgerlich.

Was in Deutz noch halbwegs entspannt beginnt, wird spätestens am Hauptbahnhof zu einem unfreiwilligen Abenteuer. Da sitzt man dann schon sehr eng aufeinander – von anderthalb Meter Abstand kann hier nicht ansatzweise die Rede sein. Wenn man noch 30 bis 40 Zentimeter Abstand zum Sitznachbarn hat, ist das bereits in dieser Situation ziemlich komfortabel. Allerdings ändert sich das an der nächsten Station in Ehrenfeld, wo wieder viele Passagiere in den schon gut gefüllt Zug steigen und sich der Platz für den Einzelnen nun weiter deutlich reduziert.

Zum Glück sind wenigstens die Mitreisenden so vernünftig, dass sie die Maskenpflicht ernst nehmen und sowohl Mund und Nase richtig bedecken. Aber eine zum Beispiel durchfeuchtete Maske, die nicht mehr richtig schützt, und ein potenzieller Superspreader, der diese trägt, könnte ausreichen, um den Supergau herbeizuführen. Da spielt die Deutsche Bahn nicht nur grob fahrlässig, sondern mutwillig mit der Gesundheit ihrer Fahrgäste. Zum Glück endet die Fahrt nach gut 20 Minuten in Pulheim und der Gedanke des Berufspendlers geht an die Fahrgäste, die wegen Bauarbeiten ab Rommerskirchen in einen Bus des Schienenersatzverkehrs umsteigen müssen.

Das ist allerdings aktuell nicht der einzige Kritikpunkt am Bahnverkehr. Unverständlich ist zum Beispiel, dass die Türen anders als bei den Stadtbahnen der KVB sich nicht automatisch an den Bahnhöfen öffnen. Da muss zum einen der Halteknopf an der Tür gedrückt werden, was eine potenzielle Infektionsgefahr bedeutet. Zum andern wäre das regelmäßige automatische Öffnen der Tür auch eine gute Möglichkeit um kurz durchzulüften. Dazu kommt, dass so mancher Schaffner, anders als viele seiner Kollegen, noch immer das Monatsticket persönlich in die Hand nimmt, um es an sein Kontrollgerät zu halten. Andere Kollegen überlassen das dem Kunden selbst, sodass auch hier die Infektionsgefahr gering bleibt. Auch wäre es zu wünschen, dass sich alle Bahnmitarbeiter als Vorbild erweisen und die Schutzmaske richtig tragen, auch wenn das bei längerer Dauer durchaus unkomfortabel ist.

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