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Neues Buch: „Kleine Illustrierte Architekturgeschichte der Stadt Köln“

Köln | 2000 Jahre Kölner Stadtgeschichte spiegeln sich auch in den Gebäuden der Stadt wieder. Udo Mainzer, Architekturhistoriker und ehemaliger Landeskonservator für das Rheinland, zeichnet dieses Kapitel in der jetzt im Bachem-Verlag erschienenen „Kleine Illustrierte Architekturgeschichte der Stadt Köln“ nach.

Unterm Strich fällt das Urteil über diese „Architekturgeschichte der Stadt Köln“ notgedrungen zwiespältig aus. Dieses Buch zeichnet aus, dass der Autor den Blick nicht nur auf die großen „sichtbaren“ Gebäude lenkt, sondern auch auf die, die oft übersehen oder nicht in den richtigen Zusammenhang gebracht werden. Zum Beispiel die Zeit der Romanik: Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen gemeinhin die großen und touristisch beworbenen Kirchen – dass auch die Stadtmauer in diese Zeit gehört, geht oft unter.

Die Architekturgeschichte wird in die politische Entwicklung eingebettet

Auch bei den anderen Stilepochen beschränkt er sich nicht auf das Prominente – in Köln vor allem Kirchen –, sondern beschreibt auch Profanbauten wie Wohn- und Geschäftshäuser oder Verwaltungsgebäude. Zahlreiche historische Zeichnungen und Fotos zeigen, was Köln in den 2000 Jahren – besonders im Zweiten Weltkrieg – an architektonischen Reichtümern verloren hat.

Für die Zeit nach 1945 widmet er den Museen ein eigenes Kapitel. Auch die Rheinbrücken erfahren eine gesonderte ausführliche Würdigung. Dass die Stiländerungen nicht von ungefähr kommen, zeigt Mainzer durch die Einbettung der Architekturgeschichte in gesellschaftliche, politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Zusammenhänge der jeweiligen Zeit.

Bisweilen schwer nachzuvollziehen: die Gewichtung der Beispiele

Dass auf knapp 180 reich illustrierten Seiten nicht jedes existierende Bauwerk aufgelistet und beschrieben werden kann, liegt auf der Hand. Doch die richtungsweisende Geschichte der Kölner Siedlungen in den 1920er Jahren hätte – als ein Beispiel – durchaus etwas ausführlicher sein können, die Beschreibung der romanischen Kirchen dafür knapper. Für die Nachkriegszeit könnten negative Beispiele den Blick auf gute Architektur schärfen. Und für ein bisschen Kritik am nachlässigen öffentlichen Umgang der Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten müsste sich ein ehemaliger Denkmalschützer nicht schämen.

Wenn auch flüssig geschrieben, richtet sich der Text in seiner Dichte nicht unbedingt an den unbedarften Laien. So tauchen Fachbegriffe auf, die nicht erst im Anhang erklären werden müssten (warum zum Beispiel nicht statt „queroblong“ gleich „querrechteckig“ – was immer auch das heißen mag). Ungeklärt bleibt dagegen „Risalit“ (kann man googeln). Nicht das einzige Ärgernis. Denn will der Leser, die Leserin die erwähnten Gebäude besichtigen, fehlen oft die (genauen) Adressen. Tauchen sie (unvollständig) im Text auf, hätte schon eine andere Typografie gereicht, um sie hervorzuheben.

Offensichtlich hat bei diesem Buch eine sorgfältige und leserorientierte Redaktion gefehlt.

Udo Mainzer: „Kleine illustrierte Architekturgeschichte der Stadt Köln“ – J.P.Bachem, Verlag, Köln 2017. Paperback, 200 Seiten, 19,95 Euro

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