Kultur Musik

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Open Air im Schatten des Doms: Hitmaschine Albert Hammond

Am 2. August kommt Weltstar Albert Hammond zum Konzert auf den Kölner Roncalliplatz. Was die Fans erwartet sagte der Musiker vorab unserer Internetzeitung.

Köln | Albert Hammond schreibt seit über 50 Jahren Hits. Aus seiner Feder stammen Welthits wie The Air That Breathe (Hollies), One Moment In Time (Whitney Houston), When I Need You (Leo Sayer), I Don’t Wanna Lose You (Tina Turner) und When You Tell Me That You Love Me (Diana Ross). Auch unter seinem eigenen Namen veröffentlichte er unzählige Hits, darunter Down By The River, It Never Rains In Southern California, Everything I Want To Do, Moonlight Lady und I‘m A Train. Über 360 Millionen Platten hat Albert Hammond im Laufe seiner Karriere verkauft, mehr als 30 Hits schafften den Aufstieg in die Charts. Am 2. August kommt der Weltstar zum Open Air auf den Kölner Roncalliplatz.

Welche Beziehung haben Sie zu Köln?

Albert Hammond: Ich mag diese tolle Stadt und war schon oft bei Konzerten vor Ort – zum letzten Mal in der Philharmonie. Nur einmal gab es Probleme, da habe ich nach dem Laufen am Rheinufer mein Hotel nicht mehr gefunden. Vier Stunden hat die Suche gedauert und mein Auftritt am Abend kam immer näher.

Jetzt treten Sie direkt vor dem Dom auf?

Hammond: Das wird auf jeden Fall ein Höhepunkt meines Lebens. Ich mag diese Kathedrale und war schon Ende der 60er das erste Mal im Dom, der mich sehr beeindruckt hat. Das Gotteshaus flößt einem aber auch einen gehörigen Respekt ein, wenn man daran denkt, was an diesem Ort schon alles passiert und wie lange es gedauert hat, bis der Dom fertig gebaut war.

Haben Sie in Köln schon mal Erfahrungen mit dem Karneval gemacht?

Hammond: Nein, da war ich noch nie Köln. Aber ich bin bei einer Show in der Arena schon mal mit den Höhnern gemeinsam auf der Bühne gestanden und bekam so Einblicke in die kölsche Musik.

Sie stehen seit mehr als 50 Jahren als Musiker auf der Bühne. Wie fühlt sich das an?

Hammond: Inzwischen sind es sogar fast 60 Jahre. Die Zeit ist einfach so vorbeigegangen. Das ist mein Schicksal. Genau da, wo ich jetzt bin, will mich das Leben haben. Es ist etwas Großartiges, für das ich auch sehr dankbar bin.

Ist es für Sie denkbar irgendwann einmal in Rente zu gehen?

Hammond: Ich werde auf jeden Fall solange als Musiker unterwegs sein, wie das mein Körper und meine Stimme mitmacht. Ich bin ja gerade mal 75 (lacht).

Wie schwer ist es bei einem so riesigen Repertoire, die Songs für ein Konzert auszuwählen?

Hammond: Das ist sehr schwer. Die Songs sind wie Kinder für mich. Sie gehören zu mir, ich gehöre zu ihnen und sie gehören zur Welt. Da fällt es nicht leicht, Stücke wegzulassen. Aber in Köln habe ich gerade einmal zwei Stunden Zeit, da muss ich eine Auswahl treffen.

Sie haben mit Michael Kunze das Musical „Matterhorn“ geschrieben. Was war das für eine Erfahrung?

Hammond: Das war unglaublich. Ich habe Michael bei einem Konzert kennengelernt und wollte etwas mit ihm gemeinsam machen. Nur das passende Projekt musste noch gefunden werden. Und das war das Musical zu einem Berg. Die Arbeit daran war großartig – wir waren in der Schweiz in einem Haus am See und haben eine tolle Zeit miteinander verbracht.

Mögen Sie Musicals?

Hammond: Ja, sehr. Es sind ja auch immer wieder Songs von mir in Musicals wie „One Moment in Time“ bei Bodyguard oder jetzt zwei Stücke im Tina-Turner-Musical.

Sind Sie mehr Sänger oder mehr Songschreiber?

Hammond: Ich bin beides, das läuft ganz organisch zusammen. Ich mache einfach das, was ich mache – und das immer mit viel Leidenschaft. Bei der Arbeit entdecke ich kontinuierlich etwas Neues, auch über mich selbst. Oft muss man die Finger nur an der richtigen Stelle am Piano oder an der Gitarre haben, dann passiert alles ganz von selbst und die Kreativität kann fließen.

Wie wichtig ist Ihnen die Fitness?

Hammond: Fitness und Gesundheit sind ganz zentrale Dinge in meinem Leben. Ich laufe jeden Tag – richtig schnell und lange. Dazu mache ich Yoga und meditiere. Ich ernähre mich gut und verzichte auf Alkohol. Ich passe auf mich auf.

Was bedeutet für Sie Heimat?

Hammond: Ich reise, seitdem ich 16 bin. Ich habe die gesamte Welt bereist und bin auch heute nur wochenweise an meinem Wohnort in Los Angeles. Meine Heimat ist die Welt. Auf die sollten wir gerade jetzt besonders gut aufpassen. Die Menschen sollten mehr gemeinsam machen, sich helfen und höflich und freundlich miteinander umgehen. Wir haben nur eine Erde und die müssen wir uns erhalten.

Was bedeutet für Sie Familie?

Hammond: Das ist das Wichtigste in meinem Leben überhaupt. Ich besuche regelmäßig meine 99-jährige Mutter in Gibraltar und bin auch oft bei meinen Kindern und Enkeln in den USA und in Spanien. Es ist toll, mit 75 noch eine Mutter zu haben.

Konzert: Albert Hammond, 2. August, 20 Uhr, Roncalliplatz

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