Wirtschaftsnachrichten Karriere

Studie: Frauen gehören zu Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt

Berlin | Frauen gehören zu den großen Gewinnern auf dem Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahrzehnten: Sie arbeiten mehr, sind besser ausgebildet, und auch die Einkommen sind gestiegen - doch noch immer bleibt die Einkommenslücke zu den Männer groß. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeitstudie der FU Berlin zu Gewinnern und Verlierern auf dem deutschen Arbeitsmarkt, die von der Bertelsmann-Stiftung gefördert wurde und über die der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Demnach hätte 1976 ein männlicher Akademiker in Westdeutschland durchschnittlich ein verfügbares Einkommen von etwa 3.700 Euro (zu Preisen 2015), 2013 seien es knapp 3.850 Euro gewesen.

Hochqualifizierte Frauen hätten dagegen 1976 im Schnitt ein verfügbares Einkommen, das damals kaum höher war als das eines niedrigqualifizierten Mannes - es habe bei etwa 1.650 Euro gelegen, bis 2013 sei es auf 2.045 Euro angestiegen, heißt es in der Studie. Bei Frauen mit niedriger und mittlerer Qualifikation sehe es nicht viel anders aus. Die Gründe aus Sicht der Studie: Zum einem nähmen Frauen noch immer eher eine Arbeit an, die unterhalb ihrer Qualifikation liege, als Männer.

So hätten 2012 knapp 61 Prozent der Akademikerinnen in Jobs gearbeitet, für die sie formal überqualifiziert waren. Bei den Männern seien es nur gut über 40 Prozent gewesen, heißt es in der Studie weiter. "Auch wenn das Phänomen in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat, spiegelt sich der Bildungserfolg der Frauen immer noch nicht in ihrer ausgeübten Arbeit wieder", sagte Manuela Barisić, die das Projekt bei der Bertelsmann-Stiftung leitet, dem "Spiegel".

Sie ergriffen häufiger Berufe, in denen die Löhne deutlich geringer sind als etwa in den gut bezahlten Industrieberufen, die Männer wählen. Zum anderen arbeiteten Frauen nach wie vor häufiger in Teilzeit mit geringer Stundenzahl als Männer. Während sich die Zahl der erwerbstätigen Frauen in den vergangenen 40 Jahren verdoppelt habe, sei die Zahl der Stunden, die sie wöchentlich arbeiten, lediglich um 50 Prozent gestiegen, heißt es in der Studie.

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