"Der Meister ist gefragt"
Im Jahr 2011 haben 845 Handwerker ihre Meisterprüfung bei der Handwerkskammer zu Köln bestanden, das sind 12 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Dies gab heute die Handwerkskammer bekannt. Mehr als die Hälfte der Jungmeister wollen sich nun selbstständig machen. Für 32 Prozent kommt die Existenzgründung nicht in Frage, 15 Prozent waren zum Zeitpunkt der Meisterprüfung noch unschlüssig. Vor allem in den Bau- und Ausbaugewerken sowie in den Elektro- und Metallberufen sei das Interesse an der Weiterbildung zum Meister stark gestiegen. Auch in einigen der Handwerksberufe, bei denen die Meisterprüfung nicht mehr die Voraussetzung für die Existenzgründung ist, finden inzwischen wieder Meisterlehrgänge und Meisterprüfungen statt. Dazu gehörten etwa die Berufe Fliesenleger, Parkettleger, Goldschmiede. „Der Bildungsabschluss ‚Meister’ ist im Handwerk weiterhin gefragt, er steht für fachliches Können und Qualitätsarbeit, das kann der Meisterbetrieb beim Werben um Kunden herausstellen“, teilt Peter Panzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Köln, mit.

Einen vergleichbaren Aufwärtstrend gibt es laut Kammer auch bei den außerhalb der Meisterkurse angebotenen Weiterbildungsveranstaltungen der Handwerkskammer, die im Jahr 2011 auf 3.390 Teilnehmer kamen. Insgesamt knapp 27.000 Unterrichtsstunden wurden erteilt, das ist ein Anstieg um 14 Prozent. „Diese erfreuliche Bilanz ist auch darauf zurückzuführen, dass wir neue Lehrgänge eingeführt haben“, so Panzer. Beispielsweise gingen im vergangenen Jahr die Weiterbildung zum Wohnberater und die Qualifizierung zur „Fachkraft für barrierefreies Bauen und Wohnen“ an den Start. Auch in diesem Jahr gibt es eine Innovation im Lehrgangsangebot der Handwerkskammer zu Köln: Erstmals soll im Oktober in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule des Mittelstands der neue berufsbegleitende Studiengang „Veranstaltungstechnik und –management“ beginnen, der sich an Fach- und Führungskräfte der Veranstaltungstechnik richtet (beispielsweise Handwerksmeister, die in Bühnenräumen und Veranstaltungshallen für Beleuchtung und Beschallung verantwortlich sind).

Grundstein für neues Schulungszentrum noch 2012
Zu den Wachstumsmärkten für Bau- und Ausbaubetriebe des Handwerks gehören die Bereiche Energieeffizienz, gebäudeenergetische Sanierungen, regenerative Energien, barrierefreies Bauen. Das dementsprechende Angebot an Lehrgängen will die Handwerkskammer künftig ausbauen. Auf dem Gelände ihres Bildungszentrums Butzweilerhof in Köln-Ossendorf soll ein Schulungsgebäude für barrierefreies Bauen und Wohnen und für regenerative Energien entstehen. Neben dem Schulungsgebäude entsteht ein 25 Meter hoher Übungsturm, denn die Handwerkskammer bietet auch die Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen an. „Der Architektenwettbewerb für unser neues Schulungszentrum ist inzwischen abgeschlossen“, erläutert Panzer. Er hofft, dass die Grundsteinlegung noch im Spätherbst dieses Jahres möglich wird. Das Land Nordrhein-Westfalen wird dieses Bauvorhaben aus EU-Mitteln fördern, auch der Bund hat Fördermittel zugesagt.

[cs]

Werbung