Köln | Die amtierende Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Stichwahl gegen ihren Herausforderer Andreas Kossiski von der SPD hoch gewonnen. 8 von 9 Stadtbezirken konnte sie für sich gewinnen und in Porz gab es ein Patt von 50 zu 50, allerdings hat Reker dort eine Stimme mehr. Der Gewinn der Stichwahl dürfte auch ein Signal für Grün-Schwarz – also einer Fortsetzung von Teilen des ehemaligen Rekerbündnisses – im Rat sein, denn Bündnis 90/Die Grünen und CDU unterstützten Henriette Reker.

Damit haben Bündnis 90/Die Grünen und die Oberbürgermeisterin in den Fällen, wo sie mitstimmen darf, die Mehrheit im Rat, denn sie vereinen 45 Sitze auf die Parteien von 90 Sitzen insgesamt. Zudem, wie der Wahlaufruf für Henriette Reker zeigte, dürfte auch die Wählergruppe Gut und die Klima Freunde hinter diesem Bündnis stehen und es unterstützen.

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Andreas Kossiski und der SPD war es nicht gelungen andere Parteien für seine Kampagne zu überzeugen, die ihn unterstützten. Kossiski will jetzt Fraktionsvorsitzender der SPD im Kölner Stadtrat werden, erklärte er, als er seine Wahlniederlage einräumte. Besonders schlecht schnitt Kossiski in Lindenthal ab. Dem Stadtteil, in dem die Grünen die CDU wegen der Frage nach der Gleueler Wiese schon in vier von sechs Wahlbezirken bei der Ratswahl deklassierten. Seine unbeugsame Haltung – selbst zwischen Rats- und Stichwahl – in der Frage der Gleueler Wiese dürfte ihm in diesem Stadtteil mit einer Wahlbeteiligung von über 45 Prozent und damit deutlich über der gesamtstädtischen Wahlbeteiligung Stimmen gekostet haben.

Wer auf die Details blickt – in diesem Fall die Stadtbezirke – stellt fest, dass vor allem die grünen Hochburgen in der Innenstadt und im linksrheinischen Köln durchgängig mit klarem Abstand von Henriette Reker gewonnen wurden. Ein weiterer Punkt der auffällt, dort ist die Wahlbeteiligung höher als in denen in denen der Wahlausgang enger war oder der Stadtbezirke im rechtsrheinischen Köln. Deutlich setzte sich Reker gegenüber Kossiski in der Innenstadt, in Rodenkirchen, in Lindenthal, in Ehrenfeld und in Nippes durch.

In Chorweiler siegte Reker zwar nur knapp, aber die Wahlbeteiligung lag auch nur bei etwas mehr als 20 Prozent. Chorweiler ist der Wahlkreis von Andreas Kossiski, den er gegen Christian Möbius bei der Landtagswahl 2017 gewinnen konnte. Knapp war es in Köln-Mülheim und Köln-Kalk, aber auch da setzte sich Reker gegen Kossiski durch. In Porz gibt es ein Patt von 50 zu 50, aber Reker hat in absoluten Stimmen eine mehr..

Autor: Andi Goral | Foto: Stephan Eppinger
Foto: Die Wahlsiegerin Henriette Reker am Wahlabend im Historischen Rathaus

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