Beim „Kampf der Giganten“ traten gestern Abend im Gloria das Kölner Improvisations-Ensemble „clamotta“ gegen Schweizer Konkurrenten „Anundpfirsich“ an. Dank kreativer Publikums-Ideen war von einem Tango auf der Domplatte über einem Busfahrer zur Domina in Dänemark bis zum Mord in der Philharmonie alles dabei.

Leicht hatte es das Schweizer Impro-Ensemble „Anundpfirsich“ im Gloria gestern Abend nicht. Denn beim ausgerufenen Theater-Wettstreit forderten die beiden ersten Runden gleich ganz „un-schweizerische“ Werte: Schnelligkeit und Leidenschaft waren gefragt. Das Kölner Ensemble „clamotta“ legte die scheinbar uneinholbare Marke vor und präsentierte dem Publikum zu Beginn gleich 12 Szenen – gespielt in gerade einmal zwei Minuten. Der anschließende Tango von Carlos da Silva mit einer armen Kölner Strickerin sorgte für pure Leidenschaft auf der Bühne. Dass jedoch auch Schweizer schnell sein können, bewies „Anundpfirsich“ wenig später. Eine zunächst 1,3 Minuten dauernde Geschichte konnten sie schließlich (fast) wortgenau in nur neun Sekunden nacherzählen. Präzise und effizient – typisch Schweiz eben, wie ein beeindruckter Moderator Markus Lürick zugab.

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„Man nennt mich die Multivitamin-Sabine“

Nach dieser Runde war das Schweizer Uhrwerk kaum noch aufzuhalten. Mit präzisen, manchmal wortlosen Darstellungen und einem unglaublich trockenen Humor überzeugte „Anundpfirsich“ und insbesondere Anna Karger. Ob als Salatblatt, Leguan oder Fitness-Junkie („Ich nehme so gerne Multivitamine. Man nennt mich die Multivitamin-Sabine“) – Karger überraschte vor allem durch ihre Vielfältigkeit. Dagegen hielt „clamotta“ als Team mit viel Lokal-Kolorit. Dass Eva Thiel, Markus Hahn und Stefan Thiel nicht zum ersten Mal gemeinsam auf einer Bühne standen, wurde schnell klar. So verstand die Kölner Schauspielerin ihre Kollegen auch dann, als sie in einer völligen Kauderwelsch.-Sprache den selbst begangenen Mord aufklären sollte. Und der war schier unglaublich: Mit dem Dicken Pitter aus dem Kölner Dom hatte sie als Fleischfachverkäuferin ihre Kollegen nämlich in der Philharmonie getötet.

Dass Publikum im nicht ganz voll besetzten Gloria – der Streik hatte wohl das seine dazu getan – hatte an diesem Abend so viel Spaß, dass es letztlich keinen Sieger benennen wollte. Und so trennten sich die Ensemble mit einem fairen 16:16 Endstand. Allerdings könnte es am kommenden Samstag, 10. März 2012, noch einmal zu einem deutsch-schweizer-Duell werden. Neben zehn weiteren Kandidaten treten dann Frank Renold und Markus Hahn beim Kampf um den Goldenen Impro-Stern an.

Autor: Cornelia Schlösser
Foto: Spannung pur beim „Kampf der Giganten“ im Gloria.

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