Die Stadt Köln möchte in Zukunft so viel Müll wie möglich vermeiden. Foto: Bopp

Köln | ots | Im November 2021 wurde die Konzepterarbeitung für die „Zero Waste City“ begonnen. Die Ausgangssituation in Köln wurde betrachtet und Potentiale zur Abfallvermeidung ermittelt. Am Prozess haben sich seither zahlreiche Kölner*innen und Akteur*innen der Stadtgesellschaft beteiligt.

Die Resonanz während der ersten zweiwöchigen Beteiligungsphase über das städtische Beteiligungsportal „Meinung für Köln“ war groß: Es gingen 433 Ideen und Anregungen ein zu den Fragen: „Was tun Sie, um Abfälle zu vermeiden? Wie könnte Köln mehr Abfälle vermeiden? Welche Ziele sollte Köln sich setzen?“ Diese Ideen wurden insgesamt 299 Mal kommentiert und 2.583 Mal positiv bewertet (https://www.meinungfuer.koeln/dialoge/zero-waste-city#uip-1).

Aktuell läuft die Auswertung. Die Beiträge aus dem Beteiligungsportal, die die meisten positiven Bewertungen erhielten, waren vielfältig:

Sehr positive Resonanz erzielten auch die Ideen rund um weniger Lebensmittelverschwendung – zum Beispiel, dass Supermärkte Lebensmittelreste verschenken, statt wegzuwerfen

Öffentliche Komposttonnen für Biomüll sowie ein flächendeckender Ausbau der Biotonne werden ebenfalls als hilfreich angesehen.

So fanden die Vorschläge der bevorzugten Verwendung von Stoffwindeln einschließlich Waschservice und wiederverwendbarer Nasstaschen in allen Kitas große Zustimmung.

Den Einsatz biologisch abbaubarer Hundekottüten zu prüfen, finden viele Kölner*innen sinnvoll.

Generell sollten von vornherein mehr Abfälle vermieden werden, indem „Zero Waste“ beispielsweise schon bei der Produktion von Waren mitgedacht oder Mobilität nachhaltiger gestaltet wird, um Mikroplastik durch Reifenabrieb und Transportverpackungen zu reduzieren. Briefkastenwerbung sollte nur auf ausdrücklichen Wunsch erlaubt sein.

„Zero Waste City“: Schwerpunkt bildet Vermeidung von Verkaufsverpackungen

Einen Schwerpunkt bildet auch die Vermeidung von Verkaufsverpackungen. Auf Verpackungen auf Obst und Gemüse in Supermärkten sollte verzichtet und Unverpackt-Läden der Vorrang gegeben werden. Auch Lieferdienste sollten Verpackungen reduzieren.

Demgegenüber soll über die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einwegangebote nachgedacht und das Mehrwegangebot für To-go-Verpackungen ausgeweitet werden, auch bei Großveranstaltungen. Einkaufen mit eigenen Behältnissen, Coffee-to-go in Mehrwegbechern und der Ausbau von Pfandsystemen hierfür finden viele Menschen sinnvoll.

Als wichtig und geeignet auf dem Weg zu „Zero Waste“ wird generell auch das Wiederverwenden und Recyceln betrachtet. Hier helfen Reparaturcafés, Verleihservices von Werkzeugen, Umsonst-Läden, Gebrauchtwarenhöfe und Second-Hand-Sperrmüll.

Abfall vermeiden ließe sich außerdem mittels separater Sammlungen für weitere Wertstoffe wie Kronkorken, Pfandflaschen und Kartons.

Im März 2022 fanden zudem Workshops mit ausgewählten Akteur*innen aus unterschiedlichsten Bereichen der Stadtgesellschaft statt, um Ideen und Handlungsansätze für Maßnahmen zu erarbeiten. Für die Workshops konnten zahlreiche Teilnehmende aus Vereinen, Verbänden, Unternehmen und verschiedenen Institutionen gewonnen werden.

Die Stadt Köln wird sich ebenfalls mit eigenen Handlungsbeiträgen für mehr Abfallvermeidung in der Verwaltung befassen und darüber beraten, wie die über das Beteiligungsportal und die Workshops gesammelten Maßnahmenvorschläge unterstützt werden können.

Im November 2021 wurde in Köln die Konzepterarbeitung für die „Zero Waste City“ begonnen. Logo: Stadt Köln

Als nächste Schritte in der Konzeptentwicklung sind geplant:

· Die Ergebnisse sowohl aus dem Beteiligungsportal als auch den Workshops werden aufbereitet. Die Erkenntnisse werden zusammengeführt und veröffentlicht.

· In der Gesamtschau von Potentialen, Maßnahmen und den Anforderungen an den Zero-Waste-Zertifizierungsprozess werden konkrete Ziele für Köln entwickelt.

· Anschließend wird ermittelt, ob und inwieweit die Anforderungen einer Zero-Waste-Zertifizierung Kölns erreicht werden können.

„Zero Waste City“: Jeder Kölner Bürger kann Abfälle vermeiden

Auf das fertige Konzept müssen die Kölner*innen aber nicht warten, um selbst aktiv zu werden. Jede*r kann durch das eigene Verhalten schon heute unnötige Abfälle vermeiden, ob zu Hause, unterwegs, beim Einkaufen oder am Arbeitsplatz. Tipps dazu bieten die Internetseiten der AWB Köln unter: https://www.awbkoeln.de/abfall-vermeiden/

Weitere Informationen zum Projekt finden sind unter: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima-umwelt-tiere/mit-ihnen-kann-koeln-zero-waste-stadt-werden