Die Wirtschaft in Köln kommt nicht zur Ruhe. Die Turbulenzen am Finanzmarkt und die Eurokrise geht auch an den Unternehmen im Kammerbezirk der IHK nicht spurlos vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Konjunktur-Umfrage. "Die Unsicherheit der Unternehmer ist jedoch recht diffus", so Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln. Zwar bereiteten die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen den Unternehmen Sorge, direkte Auswirkungen seien jedoch noch nicht zu spüren. Daher hätten sie derzeit zwar Einfluss auf die Erwartungen der Unternehmer, nicht jedoch auch das Verhalten. So wollen viele Unternehmen weiterhin in Innovationen und weiteres Personal investieren. Neben den aktuellen Lagen werden weiterhin auch der Fachkräftemangel und die geringen Gewinne kritisch betrachtet. Insgesamt rechnet die IHK daher in den kommenden Monaten damit, dass die konjunkturelle Dynamik nachlassen wird.

Viele Aufträge, wenig Gewinne
An der Herbst-Umfrage der IHK beteiligten sich insgesamt 633 Unternehmen aus dem IHK-Kammerbezirk. Von ihnen bewerteten fast 45 Prozent ihre Geschäftslage als gut, nur etwas mehr als neun Prozent als schlecht. In der Stadt Köln beurteilten sogar 47 Prozent die Situation als gut, weitere 45 Prozent als befriedigend und nur acht Prozent als schlecht. Deutlich unsicherer fällt dagegen der Blick in die Zukunft aus. Hier rechnen nur 22 Prozent mit einer besseren Geschäftslage, 58 Prozent erwarten keine Veränderungen und fast 20 Prozent befürchten eine schlechtere Lage. Im gesamten Kammerbezirk erwarten 60 Prozent eine gleichbleibende Lage, 18 Prozent hoffen auf Verbesserungen und über 21 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Zusammenhängen könnte dies auch mit den derzeit niedrigen Gewinnen. Denn immerhin über 20 Prozent beurteilen die Gewinnlage als schlecht – trotz der guten Auftragslage.

Unternehmen investieren weiter
Die Unsicherheit bezüglich der kommenden Monate wirkt sich derzeit jedoch noch nicht auf die Investitionspläne der Unternehmen aus. In Köln wollen immerhin 30 Prozent ihre Investitionen erhöhen, fast 52 Prozent möchten sie auf einem gleichen Niveau halten. Nur rund 18 Prozent plant mit geringeren Investitionen. Ähnlich sieht es im gesamten Kammerbezirk aus. Hier sind bei 52 Prozent der Unternehmen die Investitionspläne gleich bleibend, über 28 Prozent wollen sogar noch etwas mehr ausgeben. Etwa 19 Prozent will dagegen die Investitionen zurückschrauben. Ähnlich wie bei den Investitionen planen die Unternehmen auch im Bereich des Personals. In Köln wollen fast 60 Prozent ihre Mitarbeiterzahl halten, 27 Prozent wollen sogar mehr Beschäftigte einstellen. Etwas über 13 Prozent wollen ihre Mitarbeiterzahl reduzieren. Ähnlich sehen es die Unternehmen im gesamten Kammerbezirk. Dort wollen fast 63 Prozent ihre Mitarbeiter halten, knapp 24 Prozent wollen zusätzliche Fachkräfte einstellen. Rund 14 Prozent wollen die Zahl der Beschäftigten reduzieren.

Dabei befürchten viele Unternehmen, dass sie ihre offenen Stellen nicht mit Fachkräften besetzt bekommen. Um dem beginnenden Fachkräfte-Mangel entgegenzuwirken, setzen die Unternehmen immer mehr auf die eigene Ausbildung. Über 53 Prozent wollen ihre Ausbildung und fast 57 die Weiterbildung der Mitarbeiter stärken. Kritisch betrachten die Unternehmen dabei die Qualifikation der Schulabgänger. Sie wird von fast 70 Prozent als unzureichend bewertet. Darüber hinaus wünscht sich jedes dritte Unternehmen in der Region einen Ausbau der Kinderbetreuung.

[cs]

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