Auch in der kommenden Spielsaison des Hänneschen-Theaters geht es in Knollendorf wieder hoch her: Hänneschen und Bärbelchen bekämpfen Drachen, werden zu Engelchen und erleben so manches Abenteuer. Dabei spielen natürlich Schäls Eskapaden wieder eine besondere Rolle. Insgesamt wird es für Erwachsene ein Abendspiel und die Puppensitzung geben und die Kinder werden mit einem regulären Spiel, dem Weihnachts- und Ostermärchen und der Kinderpuppensitzung beglückt. Auch die Hänneschen-Kirmes im Frühling wird wie gewohnt stattfinden.

Er sei wieder einmal fassungslos über den anhaltenden Erfolg des Theaters, das seit 24 Jahren bei jeder Abendvorstellung ausverkauft ist, betonte Malchers, der voraussichtlich am 31. Oktober 2012 das Hänneschen-Theater verlassen wird. Er glaube, die Mischung aus Kölscher Sprache und Brauchtum mit aktuellen Themen machen aus dem Theater das erfolgreichste Stadttheater Deutschlands, das immerhin 50 bis 60 Prozent seiner Ausgaben selbst deckt – normal sind 10 Prozent. Nicht nur die Vorstellungen waren allesamt ausverkauft, auch ist keine einzige im letzten Jahr ausgefallen. Dafür ziehe er den Hut vor den Kollegen, die dies möglich gemacht haben; denn immerhin brauche es zwei Leute, um einen erkrankten Puppenspieler zu ersetzen, erklärt der Intendant. Auch die beiden neuen Puppenspieler Silke Essert und Stefan Mertens ernten Malchers Lob, da sie das Ensemble künstlerisch, musikalisch und menschlich extrem bereicherten.

Entwicklung im Karneval nicht schön

Tief traurig stimme ihn dagegen, dass das Weihnachtsmärchen seit 2011 nicht mehr am 11. November Premiere feiern kann und auch das Kinderspiel an Weiberfastnacht ausfallen muss. Dazu habe sie der „aggressive und eklige“ Karneval in den kleinen Altstadtgassen gezwungen, der mittlerweile zum Krieg ausgeartet sei und mit richtigem Karneval kaum noch etwas gemein habe. Man könne den Kindern und Eltern einfach nicht zumuten, durch diesen „Ekel zu waten“, erklärte der Intendant.

Der Spielplan 2012 / 2013 im Überblick:

Erwachsenenstück: „Em Spidol – besser levve wie sterve“

Das „kölsch Poppespill met Jesang, Danz, Schläjerei un vill Jedöns“ spielt, wie der Name schon verkündet, in einem Krankenhaus, in dem unter anderem Hänneschens Großvater Nikela Knoll Patient und Bärbelchen Krankenschwester ist. Der Stationsarzt Dr. G. Epillier-Kortison, auch bekannt als „Föttschensföhler“, und Schäl sind Geschäftspartner: Schäl liefert regelmäßig gebrauchte Hüft- und Kniegelenke, über deren Qualität sich jedoch Dr. Epilliers Chef im OP beschwert. Daraufhin wird die Geschäftsbeziehung zu Schäl eingestellt. Doch der hat ein Telefonat belauscht, aus dem hervorging, dass die Ärzte des Spitals Wetten über Leben und Sterben ihrer Patienten abschließen. Mit diesem Wissen erpresst nun Schäl Dr. Epillier. Beim Showdown auf dem Knollendorfer Friedhof geht es dann richtig rund und endet mit der obligatorischen Tracht Prügel.

Kinderstück: „Hänneschen und der Nibelungenschatz“

Hänneschen und Bärbelchen suchen bei einem Ausflug mit Opa und Oma Knoll zum Drachenfels den Schatz der Nibelungen. In der Drachenhöhle begegnen sie dem Ur-Ur-Urenkel des Drachens, den Siegfried tötete, und der nun die Höhle bewacht. Hänneschen und Bärbelchen erfahren, dass Schäl bereits einige Tage vor ihnen dort war, um als neuer Siegfried den Drachen zu bezwingen, und der nach verlorenem Kampf von Zwergen verschleppt wurde. Seine Rettung aus der Unterwasserburg auf dem Grund des Rheins, in der auch der Nibelungenschatz verwahrt wird, hat für Hänneschen und Bärbelchen nun Vorrang.

Weihnachtsmärchen: „Kölsche Engelcher“

Hänneschen und Bärbelchen träumen am Heiligen Abend davon, wie schön es sei, ein Weihnachtsengel zu sein. Der Hellije Mann und das Sternenputzer-Engelchen Blinki hören dies und machen aus den beiden bis zur Bescherung Engel auf Probe. Als Engel machen Hänneschen und Bärbelchen unter anderem aus den erbitterten Feinden Pluto, dem Hund, und Jettchen, der Katze, Freunde und decken Schäls Betrügereien auf. Doch es stellt sich heraus, dass Helfen und Gutes tun gar nicht so einfach ist. Als die Bescherung endlich gekommen ist, sehen Hänneschen und Bärbelchen ein, dass es doch schöner ist, noch Kind zu sein und sich beschenken zu lassen.

Ostermärchen: „Osterjlocke“

Jedes Jahr läuten die zauberhaften Glocken im Knollenwald das Osterfest ein. Dann wissen sie Osterhasen, dass sie nun Eier färben müssen, und die Frühlingsblumen kommen aus der Erde. Doch in diesem Jahr sind die Klöppel verschwunden – und ohne die Klöppel bleiben die Osterglocken stumm. Schäl hatte sie zufällig entdeckt und versucht nun, sie zu verkaufen. Allen Knollendorfern macht das anhaltende eisige Wetter zu schaffen und so machen sich Hänneschen und Bärbelchen auf die Suche nach den verschwundenen Klöppeln.

„Puppensitzung“ und „Kinderpuppensitzung“

Da das Hänneschen-Theater stets bemüht ist, in den Sitzungen aktuelle Themen aufzugreifen, stehen die Themen für die nächste Karnevals-Session noch nicht fest. In der Regel wird im Oktober mit der Arbeit an den beiden Stücken begonnen.

Infobox:
Puppenspiele der Stadt Köln
Hänneschen-Theater
Am Eisenmarkt 2-4

„Em Spidol –  besser levve wie sterbe“
Erwachsenenstück von Peter Ulrich
24. August bis 09. September 2012
22. September bis 28. Oktober 2012
07. April bis 21. Juni 2013

Puppensitzung 2013
Ensembleproduktion
06. Januar bis 09. Februar 2013

„Hänneschen un der Nibelungenschatz“
Kinderstück von Udo Müller
21. September bis 28. Oktober 2012
07. April bis 21. Juni 2013

„Kölsche Engelcher“
Weihnachtsmärchen von Heribert Malchers
13. November bis 20. Dezember 2012

Kinderpuppensitzung 2013
Ensembleproduktion
18. Januar bis 08. Februar 2013

„Osterjlocke“
Ostermärchen von Udo Müller
08. März bis 28. März 2013

Hänneschen-Kirmes
19. / 20. Mai 2012
11. / 12. Mai 2013

Karten:
Theaterkasse: Mi – So von 15 – 18 Uhr
oder telefonisch unter 0221-2581201: Mi – So von 10 -14 Uhr
Der Vorverkauf beginnt am 01. April 2012.

Preise:
Kindervorstellungen: Kinder: € 7,50, Erwachsene: €12,00
Abendvorstellungen:€ 18,50
Puppensitzung:€ 25,00

Autor: Nicola Ninnemann
Foto: Wahrscheinlich zum letzten Mal präsentiert Intendant Malchers den Spielplan vom Hänneschen: Sein Vertrag läuft im Oktober 2012 aus.