„Die Bekämpfung des Rechtsextremismus ist eine dauerhafte Aufgabe einer Demokratie, vor allem vor unserem geschichtlichem Hintergrund“, sagt Kulturdezernent Georg Quander. „Mit dieser Einrichtung stellt sich die Stadt Köln dieser Herausforderung“, so  Quander weiter zum Start des IBS. Gerade auch weil Pro Köln wie im aktuellen NRW-Verfassungsschutzbericht genannt (report-k.de berichtete >>> ) wegen der Kommunalwahl 2009 seine Aktivitäten verstärken werde, sei frühzeitiges Reagieren auf die Gefahr notwendig.

 

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Besetzung des Beirats sorgte für Streit im Rat
Gestern noch hatte es im Rat hitzige Diskussionen um Besetzung des 25-köpfigen IBS-Beirats gegeben. Fünf von ihnen sollten aus politischen Parteien stammen. Da erstmalig auch die Linke einen Beiratsplatz erhalten sollte, weigerten sich zunächst CDU und FDP ebenfalls ein Mitglied zu entsenden. „Mit knapper Mehrheit einigte man sich jedoch doch auf die fünf Plätze“, berichtet Quander und betonte, es habe zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Notwendigkeit des IBS geherrscht. Zusammen mit der Zahl der Beiratsmitglieder wurde auch das vom NS-Dokumentationszentrum erarbeitete Konzept angenommen.

Lehrer haben auch Informationsbedarf
Seine Arbeit stützt das IBS zum einen auf Seminare, die beispielsweise Grundlagenwissen zum Rechtsextremismus vermitteln. Doch auch die Jugendkultur an sich ist Thema. „Da gibt es bei vielen Lehrern Informationsbedarf“, weiß Hans-Peter Kilguss. „Sie können etwa die Musik oder die Kleidung der Schüler nicht einordnen.“ Daneben sammelt und wertet das IBS sowohl rechte Publikationen als auch Veröffentlichungen über den Rechtsextremismus aus. Für Erwachsene besteht zudem die Möglichkeit in diesem Themenspektrum fortbilden zu lassen.

Beratung bei fremdenfeindlicher Einstellung
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Beratung, die Kilguss seit Beginn seiner Arbeit im Januar betreibt. „Einige Lehrer haben angerufen und zum Beispiel erzählt, dass ein schwarzer Schüler massiv ausgegrenzt und beleidigt wurde. In solchen fällen muss man gucken, ob sich wirklich eine rassistische Grundeinstellung oder eine davon unabhängige Gruppendynamik dahinter verbirgt“, sagt der IBS-Leiter. Jugendlichen mit rassistischer Grundeinstellung würden Vorurteile wie etwa, dass Zuwanderer kriminell seien auf alle Migranten beziehen, ergänzt der 32-jährige. Weitere Informationen über das IBS gibt’s unter http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=1147.

Infobox:

Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus

NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln
Hans-Peter Killguss
Appellhofplatz 23 – 25
50667 Köln
Tel.: 0221-221-26332
Fax: 0221-221-25512
mail: hans-peter.killguss@stadt-koeln.de

Nadin Hüdaverdi für report-k.de/ Kölns Internetzeitung

 

 

 

 

 

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