Köln | Mit der Band „Sobaky w kosmosi“, („Hunde im Weltall“) im Stadtgarten feierte das 8. Kölner Theater-Festival „Globalize Cologne 2014“ sein Finale. Doch bevor die Band  um Autor Serhij Zhadan ukrainischen Ska zum Besten gab, äußerte sich dieser zur Lage im Osten der Ukraine und übte Kritik an der Haltung der EU gegenüber den Geschehnissen im Donbass.

Serji Zhadan, einer der schillerndsten zeitgenössischen Schriftsteller und Lyriker der Ukraine, kritisierte im Podiumsgespräch mit Nadil Kermani die EU für ihre „passive, zögerliche Haltung“ im Ukraine-Konflikt. Europa, so Zhadan, habe zugesehen, wie Russland die Krim annektiert habe und zu viel Zeit damit verbracht, „mit Putin zu flirten“. Die Gefechte in den Separatisten-Hochburgen Donesk und Lugansk, die immer noch andauerten, aber in den westlichen Medien kaum noch Beachtung fänden, bezeichnete Zhadan als „zynischen Krieg Russlands gegen seinen Nachbarstaat.“  Teilen der westlichen Linken, die Verständnis für Putins Vorgehen signalisierten, warf Zhadan vor, sie würden schon länger Internationalismus mit Chauvinismus verwechseln.

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Weniger politisch, dafür umso mehr sozialkritisch sind die Songtexte, die Zhadan für „Sobaky w kosmosi“ schreibt. Sie erzählen von den Zuständen und dem Alltag in einer von Korruption und Vetternwirtschaft geprägten Gesellschaft in der Ukraine.

Autor: Daniel Deininger
Foto: Serhij Zhadan auf der Bühne mit seiner Band „Sobaky w kosmosi“ im Kölner Stadtgarten.

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