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11092018_GunterDemnig_Stolpersteine

Gunter Demnig verlegt vor dem Haus Kaiser-Wilhelm-Ring 24 vier Stolpersteine für die Familie Frankenstein

Gunter Demnig verlegt 42 neue Stolpersteine

Köln | Montagvormittag, 10:30 Uhr: Vor dem Haus Kaiser-Wilhelm-Ring 24 eine dichte Menschentraube, darunter viele „Schlaraffen“. Sie verfolgen, wie der Künstler Gunter Demnig vier Erinnerungstafeln für die von den Nazis verfolgte Familie Frankenstein ins Pflaster einlässt, die dort wohnte. Insgesamt erinnern seit Wochenbeginn an 18 Orten 42 neue Stolpersteine an Kölner Opfer des NS-Regimes.

Kurt Frankenstein, geboren 1877, war evangelischer Christ jüdischer Herkunft und unter dem Namen Ritter Pantopon der „Schlaraffia Colonia Agrippina“. Obwohl sich diese internationale „Schlaraffia“-Vereinigung der Freundschaft jenseits der Tagespolitik und der Religionen verschrieben hat, wurde ihr „Oberritter“ – wie auch andere Mitglieder – schon kurz nach dem Machtantritt der NSDAP ausgeschlossen. Fast gleichzeitig verlor er auch seine Stelle als Chefarzt der Gynäkologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses in Köln-Kalk.

Späte Ehrung eines ehemaligen „Schlaraffia“-Mitglieds

Kurt Frankenstein starb 1937, seine Ehefrau Susanne wurde 1943 in Theresienstadt ermordet, die Kinder Joachim (geboren 1914) und Maria (geboren 1919) konnten 1939 in die USA und England fliehen. Drei Fotos im Schaufenster des Möbelgeschäfts im Haus Kaiser-Wilhelm-Ring 24 – hier hatten die Frankensteins gewohnt – zeigen das Ehepaar mit dem Sohn und den Vater in Schlaraffen-Uniform.

Erst 1990 begannen die Kölner das Schicksal der ehemaligen Mitglieder zu erforschen. „Die Gestapo hatte das Schlaraffia-Archiv nach der angeordneten Selbstauflösung 1937 beschlagnahmt. Im Krieg ist es verloren gegangen“, erklärt Schlaraffe Kurt Solbach die Schwierigkeiten, Fakten zu finden. Für die Erinnerung an Kurt Frankenstein und seine Familie legten heutige Mitglieder zusammen. Ein Stein vor dem Kalker Krankenhaus soll noch folgen, so Solbach.

Erinnerung an die Bauhaus-Künstlerin Margarete Heymann-Loebenstein

An die Kölner Bauhaus-Künstlerin Margarete Heymann-Loebenstein (1899-1990) erinnert ein Stolperstein vor dem Haus Kinkelstr. 9. Sie war Gründerin der erfolgreichen Keramik-Manufaktur „Hael Werkstätten“ mit 120 Beschäftigten. 1934 musste sie diese unter wirtschaftlichem und politischem Druck für ganze 45.000 Reichsmark an den NS-Funktionär Heinrich Schild verkaufen, ihr gelang die Flucht nach London. Ihre Mutter Emma Heymann wurde 1943 im KZ Sobibor ermordet. Zur Verlegung der Stolpersteine kam Margarete Heymann-Loebensteins Tochter Frances Marks nach Köln.

Mit seinen Stolpersteinen gibt Gunter Demnig seit Anfang der 1990er Jahre Opfern der NS-Diktatur einen Namen: Juden, Zeugen Jehovas, Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftern, Widerstandskämpfern, Wehrdienstverweigerern. Er begann in Köln, mittlerweile liegen sie in weit über 16.000 Orten auch im Ausland, insgesamt rund 70.000, über 2.000 alleine in Köln.

Die kleinen quadratischen Messingtafeln nennen Namen und Lebensdaten, oft den Beruf, Ort des Todes oder der Ermordung. In der Regel liegen sie vor den Häusern, in denen die Menschen zuletzt freiwillig gewohnt haben. Als „Stolpersteine“ sollen sie die Passanten gedanklich stolpern lassen, um damit individuell an Verfolgte zu erinnern und Fragen nach Täter- und Mittäterschaft aufzuwerfen In München hat der Stadtrat diese Erinnerungskultur abgelehnt.

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