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Die Anzeigentafel des Kölner Hauptbahnhofs bei einem Streik

GDL-Streik gestartet - Gewerkschaft lehnt neues Bahn-Angebot ab

Berlin | Trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn hat in der Nacht auf Donnerstag der nächste Streik der Lokführergewerkschaft GDL im Personenverkehr der Deutschen Bahn begonnen. Wie schon bei den ersten beiden Streiks strich die Bahn die allermeisten Verbindungen. Rund ein Viertel der Fernzüge soll fahren.

Für den Regionalverkehr wurde das Ziel formuliert, rund 40 Prozent des regulären Angebots zu fahren. Es zeichneten sich allerdings erneut regional starke Unterschiede ab. Die Streikschwerpunkte liegen laut Bahn im Osten und in einigen Metropolregionen.

Bereits seit Mittwochnachmittag bestreikt die GDL den Güterverkehr bei der Bahn, der gesamte Arbeitskampf soll vorläufig am kommenden Dienstag um 2 Uhr enden. Gewerkschaft und Bahn streiten um Lohnerhöhungen für die Lokführer, Extra-Prämien und um die Laufzeit. Einig sind sich beide Seiten um ein Lohnplus in Höhe von 3,2 Prozent, aber nicht, ab wann das gelten soll.

Züge fallen am Kölner Hauptbahnhof aus

Auch am Kölner Hauptbahnhof fallen die ersten Züge im Regional- und Fernverkehr aus. Betroffen sind die S-Bahnen, wie etwa die S 6 um 7:44 Uhr Abfahrtszeit, aber auch die Regionalbahnen und die Regionalexpresslinien. Um 7:48 Uhr wird der ICE 855 nicht nach Berlin-Ostbahnhof starten, wie auch der ICE 1283 nach München Hauptbahnhof.

GDL lehnt neues Bahn-Angebot ab – Streik geht weiter

Die Lokführergewerkschaft GDL sieht im neuen Angebot der Bahn keinen Grund für ein Aussetzen des neuen Streiks. "Dieses Angebot kann kein Mensch und vor allen Dingen keine Gewerkschaft auf dieser Welt annehmen", sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag im ARD-Morgenmagazin. Auch wenn es das "beste Angebot aller Zeiten" sei, beinhalte es die Beschränkung des Geltungsbereiches auf den derzeitigen Tarifvertrag.

Die Bahn wolle seine Gewerkschaft zwingen, für neue Mitglieder keine Tarifverträge abschließen zu können, so Weselsky. Er warf dem Konzernvorstand vor, damit die "Existenzvernichtung der GDL" anzustreben. Das Angebot der Bahn sei aber auch "inhaltlich nicht annehmbar".

Es beinhalte immer noch eine "Nullrunde" für das Jahr 2021. Auch der "Angriff auf die Betriebsrente" sei weiter vorhanden. Die Bahn hatte das neue Angebot am Mittwoch unterbreitet.

Es soll eine Corona-Prämie in Höhe von 400 bis 600 Euro und eine Laufzeit des Tarifvertrags von 36 Monaten beinhalten. "Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL", hatte Personalvorstand Seiler gesagt. "Es gibt jetzt erst recht keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik."

Die GDL hatte zuletzt mit kleineren Bahngesellschaften Tarifverträge abgeschlossen, die 1,4 Prozent Entgelterhöhung für 2021 und 600 Euro Corona-Prämie sowie 1,8 Prozent Entgelterhöhung 2022 bei einer Laufzeit von 28 Monaten für alle Berufe vorsehen. Die Bahn war bereits zu einer Lohnerhöhung im Gesamtvolumen von 3,2 Prozent bereit, aber erst später als von der Gewerkschaft gefordert.

Streit gibt es auch um den Erhalt der betrieblichen Altersversorgung und damit den Erhalt der Kleinstrenten für alle Eisenbahner, um den die GDL fürchtet. Um 17 Uhr hatte am Mittwoch der GDL-Streik im Güterverkehr begonnen, in der Nacht zu Donnerstag begann ab 2 Uhr die Arbeitsniederlegung im Personenverkehr und in der Infrastruktur. Der Arbeitskampf endet laut Ankündigung der GDL erst am kommenden Dienstag (7. September) um 2 Uhr. Bereits gebuchte Tickets können storniert oder bis 17. September flexibel genutzt werden.

Grüne: Bund muss auf Einigung im Bahn-Tarifkonflikt hinwirken

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat den Bund dazu aufgefordert, im Tarifkonflikt der Bahn auf eine Einigung hinzuwirken. "Der Bund ist Eigentümer der Bahn, daher steht die Bundesregierung in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass der Tarifkonflikt bald beigelegt wird", sagte sie dem "Handelsblatt". Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sollte sich bewegen und sich als Vertreter des Eigentümers der Bahn "um eine Vermittlung hin zu einer Schlichtung bemühen".

Die Geduld vieler Fahrgäste und der Wirtschaft sei langsam aufgebraucht. "Die Bahn gehört zu 100 Prozent dem Bund, es kann nicht sein, dass da allein Profite im Mittelpunkt stehen", so Göring-Eckardt. "Das ist Daseinsvorsorge und deswegen kann die Bundesregierung da nicht einfach am Rand stehen."

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