Kultur Bühne

tdk_ehu_03072018

Simon Keller zeigt das Modell der „roten Box“, die als Interimspielstätte auf dem Ebertplatz gebaut werden soll. Im Hintergrund Architekt Christian Schaller.

Die letzte Spielzeit in der Kleingedankstraße – Theater der Keller

Köln | Die kommende Spielzeit 2018/19 ist endgültig die letzte des Theaters der Keller in der Kleingedankstraße. Danach muss geräumt werden, hier sollen Wohnungen entstehen. Wohin es danach gehen soll, ist ungewiss. Doch Hausherr Simon Keller hat eine Idee: ein Theater auf Zeit auf dem Ebertplatz, eine „rote Box“, quasi ein kleiner Bruder des „blauen Zelts“ neben dem Hauptbahnhof.

tdk_ehu_03072018a

Mit bitterem Humor informiert das Theater der Keller über seinem Eingang die anstehende Gentrifizierung.

Entscheiden müssen darüber Politik und Verwaltung. Bei allen großen Ratsparteien habe er schon angeklopft oder gar schon mit ihnen gesprochen, sagte er, als er jetzt den neuen Spielplan vorstellte. Die FDP jedenfalls ist schon bestens informiert, schließlich ist ihr Kulturausschuss-Mitglied Ulrich Wackerhagen auch Vorsitzender des „Freundeskreises Theater der Keller“.

Keller und seine neue Dramaturgin Ulrike Janssen glauben, gute Argumente für ihr „rote Box“ zu haben: Sie werde „kulturelle, soziale und politische Strahlkraft“ haben. Denn der Ebertplatz ist in den letzten 20 Jahren schleichend verfallen, sorgte als Treffpunkt für Dealer und durch einen Mord für Negativ-Schlagzeilen. Seitdem wird mit Bürgerinitiativen und vor allem Künstlern über eine Verbesserung einschließlich Umgestaltung diskutiert. Aktuell hat die Stadt ein neues Nutzungskonzept mit Schwerpunkt Kultur vorgelegt.

Da haben beide noch ein besonderes Angebot: Die „rote Box“ soll über den Galerien im Westen des Ebertplatz entstehen, ebenerdig zugänglich sein und über den freien Raum hinausragen. Darunter entstünde dann gleichsam eine Freilichtbühne für freie Kulturveranstaltungen.

Am 12. Juli hat er Kölns Politik zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, will vorstellen, was ihm Architekt Christian Schaller entworfen hat: Ein „schiffsähnlicher“, wabenförmiger Block, 23 Meter lang, 14 Meter breit und 8,50 Meter hoch, insgesamt 450 Quadratmeter groß. Innen Platz für ein kleines Foyer, 120 Zuschauer und eine große Bühne (jetzt hat das Theater zwei).

Baumaterial sind „leicht demontierbare“ – so Schaller – Holztafeln. Ihre Produktion nach Maß würde etwa drei Monate dauern, die eigentliche Bauzeit eine Woche, dann etwa ein Monat für die bühnentechnische Einrichtung. Baukosten etwa 620.000 Euro plus technische Ausrüstung. Der Gang durch die Institutionen von Politik und Verwaltung, die Abstimmung mit geltenden Bauvorschriften dürfte sicher länger dauern.

Von der Stadtsparkasse seien schon Zusagen für eine finanzielle Unterstützung gekommen. Keller hofft auf mehr Sponsoren, denn „über drei Jahre können wir das Geld für die rote Box nicht raushauen.“. So lange, glaubt er, werde das Provisorium dauern – wenngleich derlei in Köln ja oft auch eine längere Lebensdauer habe...

Parallel dazu laufen noch Verhandlungen über zwei Objekte in der Südstadt, außerdem könnte das Alte Pfandhaus als Interimspielstätte bereit stehen. Vor einem Jahr hatte man noch die Hoffnung, in ein ehemaliges Tonstudio in der Nachbarschaft des Kaiser-Wilhelm-Rings einzuziehen. Doch das scheiterte am Widerspruch einiger Besitzer.

Angesichts der unklaren Zukunft schwankt Keller zwischen „Wut und Wehmut“. Doch er wäre nicht Keller, würde sich diese Stimmungslage nicht im Spielplan 2017/18 niederschlagen. Die beginnt am 6. September mit Tschechows „Kirschgarten“: einem Familienstreit um ein Stück Land, das die einen behalten wollen, ein anderer abholzen und darauf Ferienhäuser errichten will. Angesichts der aktuellen Situation bestens geeignet, um 100 Jahre alte Weltliteratur mit „100 Prozent Gegenwart“, spricht Dokumenten wie Räumungsklagen aus den letzten zwei Jahren anzureichern, so das Versprechen – verbunden mit dem Untertitel „Der Letzte macht das licht aus“.

Dazu gibt es die Talkshow „Theater frei 2019“, bei der wohnungssuchende Kölner Promis gefragt werden, ob sie sich statt einer Zweitwohnung auf Mallorca nicht lieber eine Luxuswohnung in einem ehemaligen Kölner Theaterhaus kaufen wollen. „Wir werden ihnen ein Musterklo präsentieren“, so die sarkastische Ankündigung. Zugesagt haben schon Annette Frier (Absolventin der Keller-Schauspielschule), Christine Westermann und Navid Kermani haben schon zugesagt, OB Henriette Reker und Renan Demirkan wurden angefragt. Diese Reihe soll es jeden letzten Sonntag im Monat geben.

Die Keller-Schule wird den Roman „Auerhaus“ von Bov Bjerg über eine Schüler-WG auf die Bühne bringen. Um die Schwierigkeiten des Zusammenlebens geht es auch in „Tropfen auf heiße Steine“, Rainer Werner Fassbindrs erstes Theaterstück. Weiter gibt es „Das Fest“ von Thomas Vinterberg und Morgens Rukov. Als Uraufführungen stehen die Dramatisierung von Maurizio Torchios „das angehaltene Leben“ als Koproduktione mit theaterblackbox Köln und Joachim Meyerhoffs „Ach, diese entsetzliche Lücke“ auf dem Programm.

Vor 43 Jahren wurde das Haus Kleingedankstraße 6 zum Spielort des 1955 gegründeten „Theater der Keller“. Am 31. Juli 2019 gehen hier die Theaterlichter endgültig aus.

Zurück zur Rubrik Bühne

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bühne

musical_chicago_15062019

Köln | „Liebe, Lüge Leidenschaft“ gibt es noch bis Sonntag im Kölner Musical Dome zu sehen und zu erleben. Vier Shows von „Chicago“, dem Orignal Broadway Musical, können Kölnerinnen und Kölner noch erleben, dann zieht die exzellente Cast weiter. Heute besuchten die Hauptdarstellerinnen und zwei Tänzer die Domplatte.

radio-doria-foto-01-credit-joachim-gern

Köln | Am 9. Juni kommt Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers mit seiner Band Radio Doria in die Kölner Philharmonie und präsentiert dort sein neues Album „2 Seiten“. Das Interview führte Stephan Eppinger.

Sie haben 1975 Ihre erste Gitarre bekommen, welche Bands haben Sie damals  musikalisch geprägt?

Jan Josef Liefers: Mit 11 Jahren hörte ich einfach, was meine Eltern hörten oder was im Radio lief. Puhdys, Karat, City, Lift und Renft.

chicago_step_07062019

Das erfolgreiche Broadway-Musical „Chicago“ ist erstmals in der englischsprachigen Inszenierung in Köln und Düsseldorf auf der Bühne.

Köln | „Chicago“ zählt nach dem „Phantom der Oper“ zu den längsten am New Yorker Broadway laufenden Musicals aller Zeiten. Seit 22 Jahren begeistert es am Big Apple seine Fans. 31 Millionen Zuschauer haben das Stück in den 30.000 Vorstellungen bislang weltweit gesehen. Dabei tat es sich in der Originalinszenierung von John Kander, Fred Ebb und Bob Fosse 1975 zunächst schwer. Schon zwei Jahre nach der Premiere fiel der Vorhang scheinbar zum letzten Mal.

Mit einer Premierenkritik von Andi Goral: Chicago am Rhein feiert "Chicago – The Musical"

Interviews zur Europawahl 2019

koepfe_europawahl_2019

Interviews mit den Kandidaten zur Europawahl 2019

Die Redaktion von report-K fragte alle Parteien und Gruppierungen an und bat um die Nennung von Interviewpartnerinnen und -partner von Kandidatinnen und Kandidaten zur Europawahl 2019. Nicht alle Parteien antworteten oder schickten Kandidaten. Die Liste der Parteien, die keine Interviewkandidaten anboten, finden sie am Ende dieser Direktlinks zu den einzelnen Kandidateninterviews.

Martin Schulz, SPD, (kein Kandidat) im Europawahlkampf in Köln

Martin Schirdewan, Die Linke

Damian Boeselager, Volt

Marie-Isabelle Heiß, Volt Europa

Andre Veltens, Partei der Humanisten

Engin Eroglu, Freie Wählern

Christian Rombeck, Demokratie direkt

Fabienne Sandkühler, Partei der Humanisten

Michael Kauch, FDP

Murat Yilmaz, Die Linke

Eileen O‘Sullivan, Volt

Hans Werner Schoutz, LKR

Prof. Dr. Holger Schiele, LKR

Birgit Beate Dickas, Die Partei
Sabine Kader, Die Partei

Inga Beißwänger, Bündnis Grundeinkommen

Inessa Kober, MLPD

Fritz Ullmann, MLPD

Reinhard Bütikofer, Bündnis 90/Die Grünen

Katarina Barley, SPD

Gerd Kaspar, FDP

Moritz Körner, FDP

Philipp Tentner, SGP

Renate Mäule, ÖDP

Elisabeth Zimmermann-Modler, SGP

Arndt Kohn, SPD

Dietmar Gaisenkersting, SGP

Claudia Walther, SPD

Alexandra Geese, Bündnis 90/ Die Grünen

Nadine Milde, Bündnis 90/Die Grünen

Sandra Lück, Tierschutzpartei

Daniel Freund, Bündnis 90/Die Grünen

Nicola Beer, FDP Spitzenkandidatin

Axel Voss, CDU

Felix Werth, Partei für Gesundheitsforschung

Karin Schäfer, Die Violetten

Marion Schmitz, Die Violetten

Claudia Krüger, Aktion Partei für Tierschutz – Das Original - Tierschutz hier!

Dr. Tobias Lechtenfeld, Volt Europa

Friedrich Jeschke, Volt Europa

Michael Schulz, Die Grauen – Für alle Generationen

Chris Pyak, Neue Liberale

Christian Rombeck, Demokratie direkt

Georg Lenz, Die Partei

Niels Geucking, Familienpartei

Helmut Geucking, Familienpartei

Diese Parteien und Vereinigungen nahmen das Interviewangebot von report-K nicht wahr: Piratenpartei Deutschland, Graue Panther, DER DRITTE WEG,Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD), DIE RECHTE,Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung, Menschliche Welt (MENSCHLICHE WELT), PARTEI FÜR DIE TIERE DEUTSCHLAND (PARTEI FÜR DIE TIERE), Alternative für Deutschland (AfD), Demokratie in Europa - DiEM25, Ökologische Linke (ÖkoLinX), Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit (BIG), Allianz für Menschenrechte, Tier- und Naturschutz (Tierschutzallianz), Bündnis C - Christen für Deutschland (Bündnis C), Bayernpartei (BP), Europäische Partei LIEBE (LIEBE), Feministische Partei DIE FRAUEN (DIE FRAUEN), Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU).

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >

Kölner Karneval

karneval_Koeln_20012019

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >