Kultur Literatur

Cover_KoelnPlus_Skulpturen_ehu_11_10_17

„Stadt mit Skulpturen“: Susanne Rauprich führt durch Kölns Kunst im öffentlichen Raum

Köln | Seit vier Jahren lässt das Kölner Kulturdezernat mit dem Projekt „Stadtlabor“ Kunst im öffentlichen Raum kritisch hinterfragen. Ein offizielles Verzeichnis aller Kunstwerke gibt es bislang nicht. Da kann das jetzt erschienene Buch „Stadt mit Skulpturen“ von Susanne Rauprich aus dem Marzellen-Verlag zumindest eine kleine Lücke schließen.

60 Kunstwerke hat sich die Kunsthistorikerin ausgesucht – ein winziger Ausschnitt, wenn es alleine über 100 Brunnen gibt. In fünf thematischen Kapiteln werden sie vorgestellt – in einfachen Worten, sachlich, aber mit sichtbarer Freude am Objekt. Auch auf das städtische Umfeld und historische Zusammenhänge wird eingegangen. Kurze, eingestreute Beiträge wecken die Lust, sich grundsätzlich mit Skulpturen oder Kunst am Bau zu beschäftigen.

Auch Kunstwerke, die eher übersehen werden, werden vorgestellt

Neben so prominenten und augenfälligen Kunstwerken wie den Denkmälern für Willy Millowitsch, Edith Stein oder Otto von Bismarck, Ma’alot auf dem Heinrich-Böll-Platz, der Eistüte am Neumarkt, den „Stolpersteinen“ oder dem Bierbrunnen auf auf der Schildergasse lenkt sie den Blick auch auf solche, die eher unbeachtet sind.

Etwa das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus vor dem Messeturm, die Schmitzsäule in der Altstadt (Tünnes und Schäl laufen ihr die Aufmerksamkeit ab), die Beuys’schen Basaltsäulen von St. Gereon oder die „Kölner Wand“ zwischen Historischem Rathaus und dem Nachkriegsanbau, zur Zeit durch die Bauarbeiten zur Archäologischen Zone etwas aus dem Blickfeld geraten. Das regt zum (Wieder-)Entdecken an – auch mal auf der schäl Sick.

Dass angesichts der Fülle die Auswahl subjektiv ausgefallen ist und der Leser das ein oder andere „seiner“ Lieblingsobjekte vermissen wird, liegt auf der Hand, schmälert aber den Wert des Buches nicht. Warum allerdings HA Schults Weltkugel auf dem DEVK-Haus gegenüber dem Zoo (er ist mit seinem „Flügelauto“ auf dem Stadtmuseum und seinem „Trashpeople“ auf Früh am Dom vertreten) nicht aufgegriffen wird, ist ein Rätsel. Schließlich eröffnet ein wunderbares Foto davon das Kapitel „Skulpturen an und auf Gebäuden“. Wobei sich dieser Führer nicht zuletzt durch das großzügige Layout und die hervorragenden Fotos auszeichnet.

Für Kritik sind Konrad Adenauer und Barbara Schock-Werner zuständig

Kritische Anmerkungen sind Susanne Rauprichs Sache allerdings nicht. Gab es Auseinandersetzungen um ein Kunstwerk, erwähnt sie dies meist nur beiläufig und eher dann, wenn es schon länger zurück liegt. An die Diskussionen zu erinnern, die es etwa um das Adenauer-Denkmal neben St. Aposteln oder um das Flügelauto gab, überlässt sie – geschickt und diplomatisch – Konrad Adenauer, dem Urenkel von Kölns ehemaligen Oberbürgermeister.

Und Ex-Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner darf über den Hang der Kölner zum Lokalkolorit und den schlampigen Umgang der Stadt mit ihrer Kunst im öffentlichen Raum lästern, sei es am Beispiel der Domumgebung, des Heinzelmännchenbrunnens oder der kinetischen Fassadenplastik an einem Geschäftshaus an der Hohe Straße.

Ob Adenauer oder Schock-Werner: Es macht Spaß, beide Gespräche zu lesen. Sie machen das Buch zu einer richtig runden Sache.

Susanne Rauprich: „Kölnplus Band 2 – Stadt mit Skulpturen“ – Marzellen-verlag, köln 2017. 120 Seiten, zahlreiche Fotos. 11 Euro

Zurück zur Rubrik Literatur

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Literatur

Frankfurt/Main | Robert Menasse ist am Montag mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden. Er erhielt den Preis für sein Buch "Die Hauptstadt". "Menasse verwebt Zeiten, Nationen und Institutionen zu einer einzigartigen Panoramaaufnahme von Europa – kriminalistisch angetrieben, philosophisch durchdrungen und dabei immer grundironisch", kommentierte die Jury.

Stockholm | Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an den britischen Schriftsteller Kazuo Ishiguro. Das teilte die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm mit. Der Autor japanischer Herkunft wurde für seine Romane mit "starker emotionaler Wirkung" ausgewählt.

Sachs_Eleven_ehu_05_10_17

Köln | aktualisiert | 10 Selbstmordattentate in Großbritannien, 150 Tote – und das ausgerechnet am Gedenktag für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Ein elfter Anschlag wird verhindert. Dann droht auch noch ein Anschlag auf den Premierminister. Aber von wem und warum? In seinem zweiten Politthriller nach „Falsche Haut" entwickelt Leon Sachs ein bizarres, spannendes Szenarium.

Bundestagswahl 2017

bundestagswahl_2017_button

Bundestagswahl 2017 in Köln

Zum Spezial von report-K / Internetzeitung Köln >

--- --- ---

kandidaten_koeln_13092017

Report-K interviewte die Direktkandidaten - die Videointerviews finden Sie hier, sortiert nach

Nach Partei >

Nach Wahlkreisen >

KARNEVAL NACHRICHTEN

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Bildungsmesse

bildungsmesse_02092017kl

Kölner Bildungsmesse 2017 im Gürzenich

Report-K berichtete von der Kölner Bildungsmesse - Sehen Sie hier spannende Interviews mit Ausstellern zu neuen beruflichen Möglichkeiten und Chancen

Bundestagswahl 2017

Am 24. September finden die Wahlen zum 19. Deutschen Bundestag statt. Im Spezial von report-K finden Sie aktuelle Informationen, Hintergründe, Wahlprogramm zur Bundestagswahl in Köln und in Deutschland. Hier geht es zum report-K Bundestagswahl 2017 Spezial >

Hinweis der Redaktion: Am 24. September ab 17:30 Uhr bieten wir wieder einen Livestream aus dem Kölner Rathaus zur Bundestagswahl 2017 an.