Panorama Welt Nachrichten

Lockerbie-Urteil wird überprüft - Justiz vernimmt Stasi-Kader

Edinburgh | Mehr als 30 Jahre nach dem Anschlag auf einen Jumbo-Jet der früheren US-Fluglinie Pan Am über dem schottischen Lockerbie wird der Terrorakt möglicherweise juristisch komplett neu aufgerollt. Als Schuldiger wurde 2001 der libysche Geheimdienstoffizier Abdel Basit Ali al-Megrahi verurteilt, doch dessen Angehörigen legten Revision ein. Anfang 2020 will die Scottish Criminal Cases Review Commission (SCCRC) nach Informationen der "Welt am Sonntag" darüber entscheiden, ob sie dem obersten Gericht in Schottland, dem High Court of Justiciary, die Eröffnung eines Berufungsverfahren empfiehlt.

In Deutschland sorgte der Fall Lockerbie im Frühjahr für Schlagzeilen. Weil der SCCRC Rechtshilfeersuchen an die deutsche Justiz gestellt hatte, wurden Dutzende ehemalige Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit vernommen. Hintergrund ist, dass Anfang der 90er-Jahre bei den Ermittlungen auch eine Spur nach Ost-Berlin führte, der nun erneut nachgegangen wird.

Die Bombe an Bord der Boeing 747 explodierte am 21. Dezember 1988 und tötete alle 259 Passagiere. In Lockerbie starben elf Menschen. Das Urteil gegen den libyschen Agenten al-Megrahi ist umstritten.

Der österreichische Völkerrechtsexperte Hans Köchler, der den Lockerbie-Prozess für die Vereinten Nationen beobachtete, sagte der "Welt am Sonntag": "Der Lockerbie-Prozess hat mehr einer Geheimdienstoperation geglichen als einem ordentlichen Gerichtsverfahren." Herausgekommen sei dabei ein "Unglücksfall in der Geschichte des Völkerrechts", den die Internationale Gemeinschaft um ihrer selbst willen korrigieren müsse. Der britische Arzt Jim Swire, der seine Tochter bei dem Attentat verlor, hält ein neues Verfahren für überfällig.

Swire sagte dieser Zeitung: "Ich habe von meinem Land erwartet, dass es die Wahrheit findet, die ganze Wahrheit." Dass die Wahrheit bislang unterdrückt worden sei, sei "eine Beleidigung meiner ermordeten Tochter". Die SCCRC kümmert sich um Justizirrtümer, nach eigenen Angaben "unabhängig vom Parlament, der schottischen Regierung, der Krone, der Justiz und der Verteidigung." Bereits im Mai 2018 teilte die Kommission mit, es liege "im Interesse des Rechts", den Antrag der Angehörigen des verurteilten Libyers auf Anfechtung des Urteils zuzulassen. Damals wollte sie eine "vollständige Überprüfung" ("total review") vornehmen, die nun fast abgeschlossen ist, berichtet die "Welt am Sonntag". Bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ist ein Ermittlungsverfahren zu Lockerbie (Aktenzeichen 50 Js 42.401/88) anhängig. Die Behörde unterstützt die Schotten: "Derzeit finden in Deutschland im Wege der Rechtshilfe Zeugenvernehmungen statt", sagte die Staatsanwaltschaft der "Welt am Sonntag". Bei der Katastrophe hatten auch vier Deutsche ihr Leben verloren, zwei Frauen und zwei Männer aus Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Zurück zur Rubrik Welt Nachrichten

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Welt Nachrichten

London | Prinz Harry und seine Frau Meghan legen ihren Prädikatstitel "königliche Hoheit" ab. Das berichtete am Samstag die BBC. Außerdem würden die beiden künftig keine öffentlichen Gelder für Tätigkeiten im Dienst der Familie mehr erhalten, teilte der Buckingham Palace mit.

Teheran | Nach dem versehentlichen Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran durch das iranische Militär schickt der Iran die Flugschreiber zur Analyse an die Ukraine. Auf Bitten der ukrainischen Behörden würden die Flugschreiber der abgeschossenen Passagiermaschine nicht im Iran ausgewertet, sondern zur Analyse und Auswertung in die Ukraine überführt, sagte der Chef der iranischen Zivilluftfahrtorganisation, Hassan Rezaifar, der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Der Iran sei zudem darauf vorbereitet, um Expertenanalysen aus Frankreich, Kanada und den USA zu bitten, um die Daten auszulesen.

London | Die Queen akzeptiert den royalen Ausstieg von Harry und Meghan. Es werde nun eine "Periode des Übergangs" geben, in der der Herzog und die Herzogin von Sussex sowohl in Kanada als auch im Vereinigten Königreich leben würden, hieß es in einer Mitteilung des Palastes am Montag. Sie unterstützte voll und ganz den Wunsch nach einer neuen Rolle, hätte es vorgezogen, wenn das Paar weiter ihre ganze Kraft in den Dienst der königlichen Familie stecken würde, so die Queen.

karnevals

Der Kölner Karneval plaudert am Roten Fass von report-K.de, Kölns Internetzeitung über die Session 2020.

Kommende Woche vom 21. bis 23. Januar zu Gast am Roten Fass:

Das Porzer Dreigestirn 2020
Düxer Clowns
Große Allgemeine
Löstige Höhenhuser
Knubbelisch vum Klingelpötz
Willi Ostermann Gesellschaft
Willi und Ernst
Kölsche Kippa Köpp
Reiterkorps Jan von Werth
Bönnsche Chinese
Hetdörper Mädche un Junge
Kinder Original Kölsch Hänneschen
Große Knapsacker
Gisbert Fleumes

icons_sm_12092015w

(ruht aktuell)     |     Twitter     |     RSS

KARNEVAL NACHRICHTEN

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >

SONDER-VERÖFFENTLICHUNG

--- --- ---
Anzeige

Jeck_digital_report_K_2020-1

Bestellen Sie kostenlos die "jeck + digital"-Broschüre von report-K:
marketing[at]report-K.de