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Lauterbach kritisiert Aufkauf von Remdesivir durch US-Regierung

Berlin | Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den Aufkauf des Großteils der bis September geplanten Produktion des erfolgversprechenden Präparats Remdesivir durch die US-Regierung scharf kritisiert. "Das ist ein extrem unfreundlicher Akt", sagte Lauterbach dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Donnerstagausgaben). "Wenn sich auf diese Art und Weise Medikamente gesichert werden, ist das ein Alarmsignal und ein Grund zur Sorge", fügte er hinzu.

Die EU müsse dringend klären, wie sie darauf reagiere. "Das ist ein Vorgeschmack auf das, was uns bei einem Impfstoff erwartet", warnte der Gesundheitsexperte. "Wenn es keine zweite Pandemie-Welle gibt, sind die Remdesivir-Reserven in Deutschland ausreichend und es gibt keinen Grund zur Besorgnis."

Man wisse aber nicht, wie sich die Pandemie entwickle und wann ein Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Lauterbach. So bestehe zum Beispiel die Gefahr, dass das Virus mutiere und gefährlicher werde. Medikamente zur Behandlung der schweren Verläufe seien daher unverzichtbar.

USA-Experte: Remdesivir-Aufkauf als Reaktion Trumps auf Druck

USA-Experte Thomas Jäger sieht die steigenden Corona-Zahlen in den USA als Grund dafür, dass die US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Großteil der Bestände des Medikaments Remdesivir aufgekauft hat. "Die steigenden Infektionszahlen spielen natürlich eine Rolle", sagte Jäger dem Nachrichtenportal Watson. Aufgrund der Infektionszahlen werde in den USA damit gerechnet, dass man wirklich viel von diesem Medikament brauche.

"Trumps oberster Epidemie-Berater Anthony Fauci hat auf dieses Medikament in seinen Pressekonferenzen schon mehrfach hingewiesen." Jäger sieht die US-Regierung unter Druck. "Die amerikanischen Sender zeigen ständig die unterschiedlichen Kurvenverläufe der Infektionen und Opferzahlen in den USA und Europa. Und das ist eben ein so signifikanter Unterschied, dass die amerikanische Regierung da wirklich unter Druck steht", sagte Jäger. Es werde immer stärker dem Präsidenten zugeschrieben, dass die Opferzahlen weiter hochgehen. "Das mag bei dieser starken Bevorratung mit Remdesivir eine Rolle spielen, weil es die Menschen etwas beruhigt. Denn die amerikanische Bundesregierung hat sich festgelegt, dass es keinen zweiten Lockdown geben wird", so Jäger. Empörte Reaktionen auf den Kauf des gesamten Bestands hält der USA-Experte jedoch für fehl am Platz: "Das ist eine ganz normale Bevorratung, die hier stattfindet. Sie geht auch nicht direkt auf den Präsidenten zurück."

Jäger weiter: "Trump läuft nicht durch sein Oval Office und sagt: `Wir müssen jetzt dieses Medikament haben.` Sondern das Gesundheitsministerium war mit Gilead im Gespräch." Andere Regierungen, darunter auch die Bundesregierung, würden im Zweifelsfall genauso handeln, ist sich Jäger sicher. "Auch die Bundesregierung hat sich meines Wissens inzwischen bestimmte Chargen an Impfstoff gesichert, nachdem sie dies zunächst abgelehnt hatte – und obwohl es ihn noch gar nicht gibt." Die Frage, die sich auch die Bundesregierung stellen lassen müsste, sei: "Habt ihr auch rechtzeitig mit Gilead verhandelt? Man weiß ja um die amerikanische Politik in diesen Fällen."

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