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Politischer Aschermittwoch der NRW Grünen in der Kölner Südstadt. Stimmung prächtig, Schunkeln perfekt, die politische Rede differenziert aber durchaus mit Schmackes.

Politischer Aschermittwoch der NRW Grünen in Köln: Annalena Baerbock schunkelt und teilt aus

Köln | Starker politischer Aschermittwoch in der Wagenhallte der Comedia in der Kölner Südstadt. Annalena Baerbock, die neue grüne Bundesvorsitzende, nahm kein Blatt vor den Mund, erklärte grüne Werte, talkte munter aus den Sondierungsrunden mit der FDP und CDU und stellte fest, dass man vor Männern wie Lindner und Spahn keine Angst haben müsste, denn die liefen immer zu Mutti Merkel, bei politischen Kontroversen. Die Grünen schunkelten, sangen unter anderem „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und teilten gegen die politischen Gegner aus.

Annalena Baerbock stellte deutlich heraus, dass für Grüne Werte in der Politik gelten und diese Wert radikal vorgetragen werden müssten. "Öko" sei für Grüne kein Schimpfwort, obwohl es so häufig gegen die Partei gebraucht werde, sondern Auftrag diese lebenswerte Welt weiter zu erhalten. Und als Grüne werde sie immer für "Öko" kämpfen. Sie äußerte sich zudem zum neuen "Heimatministerium" und der Bedeutung von Heimat: "Wer seine Heimat liebe, der spalte sie nicht, sondern lade Menschen ein, hier zu Hause zu sein." Ein klarer Seitenhieb gegen den designierten neuen Heimat- und Innenminister aus der CSU und Bayern Horst Seehofer.

Zu NRW zog Baerbock den FDP-Vorsitzenden Lindner und den NRW-Ministerpräsidenten Laschet wegen ihrer verfehlten Klimapolitik durch den aschermittwöchlichen Kakao. Denn Laschet wollte NRW-Kohlestrom nach Belgien liefern, aber da, so Baerbock, lägen gar keine Leitungen, um den Strom von NRW nach Belgien zu liefern. Laschet habe behauptet diese Stromlieferung schon mit den Belgiern geklärt zu haben. Aber, so Baerbock, die belgische Energieministerin sagte, der letzte NRW-Politiker mit dem sie geredet habe, sei Umweltminister Remmel gewesen und der ist ja nicht mehr im Amt. Ernsthaft kritisierte Baerbock aber, dass das Thema Klima im Koalitionsvertrag nicht mehr vorkomme. "Die Arktis schmilzt sehr verbindlich. Und daran kann man auch nichts ändern, wenn man dies nicht mehr in einem Koalitionsvertrag schreibt", ärgert sich die grüne Bundesvorsitzende und verwies auf die aktuellen Meldungen, dass der Meeresspiegel stärker steige, als bisher angenommen. "Öko" und das "Soziale" müsse verknüpft werden, folgert Baerbock. Die das Thema Klimapolitik mit der Gerechtigkeitsfrage verbindet. Das fange international an, wenn Bauern in Peru unter den Folgen der Industrialisierung litten, Menschen ihre Lebensgrundlage verlören, weil ihre Inseln durch den Meeresanstieg überflutet werden. Aber auch vor der eigenen Haustür, denn die Lebenserwartung von ärmeren Bevölkerungsschichten in Deutschland sei geringer als in den Stadtteilen der Reicheren, die häufig auch nicht so stark industriell belastet seien.

Der Dieselskandal, die Affenversuche, ohne Reue betrügen die Konzerne und daher nütze Selbstverpflichtung nichts, sondern nur harte Gesetze, so die grüne Bundesvorsitzende zu Stickoxid und Co.. Kostenloser ÖPNV nutze nichts zur Luftreinhaltung überall, sondern nur kostenlose Hardwarenachrüstung, bezahlt von den Autokonzernen. Auch hier stelle sich die soziale Frage. Denn Neuwagen - trotz Prämie - könne sich nicht jeder leisten, eine kostenlose Hardwarenachrüstung zu Lasten der Autobauer aber schon. Zum Interims-Verkehrsminister Schmidt und seiner Rede zum Dieselskandal kommentierte Baerbock: "Hilfe ich bin Minister, holt mich hier raus". Dies sind Ausschnitte aus der rund einstündigen Rede von Annalena Baerbock, die in der Kölner Südstadt ihre erste politische Aschermittwochsrede hielt. Stark im Austeilen und stark im Schunkeln, die Frau aus Brandenburg mit niedersächsischen Wurzeln.

In der voll besetzten Wagenhalle der Comedia gab es Standing Ovations von den Grünen, die aus ganz NRW angereist waren.

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