Düsseldorf | Studenten müssen 2013 mit deutlich längeren Wartezeiten bei der Bearbeitung ihrer BAföG-Anträge rechnen. Wegen der zu erwartenden Rekordzahl an Erstsemestern an den Hochschulen sagt die Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW eine „Antragsflut“ voraus, für die sie sich personell nicht gerüstet sieht. „Wenn sich da nichts ändert, wäre das eine Katastrophe“, sagte ihr stellvertretender Sprecher Jörg Lüken heute.

Die Studentenwerke kalkulieren mit einer Steigerung der Antragszahl gegenüber 2011 um rund ein Fünftel auf über 134.000. Rund 40 Mitarbeiter mehr seien notwendig, um die zusätzlichen Anträge zügig bearbeiten zu können, machte Lüken deutlich. Schon jetzt hätte jeder Mitarbeiter bis zu 700 Anträge pro Jahr zu bewältigen. Die aktuelle Bearbeitungszeit je BAföG-Antrag liege bereits bei zwei Monaten. Zuletzt erhielten 18,3 Prozent der Studierenden BAföG. Vor allem wegen des doppelten Abiturjahrgangs strömen 2013 deutlich mehr Studienberechtigte an die Hochschulen als je zuvor. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) sicherte den Studentenwerken Unterstützung zu, machte aber keine konkreten Zusagen: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir eine zufriedenstellende Lösung finden werden. Es ist wichtig, dass die Studierenden schnell wissen, ob und wie viel BAföG sie erhalten.“

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2.000 Wohnheim-Plätze fehlen

Auch beim Wohnraum sehen die Studentenwerke Nachholbedarf. „Es fehlen rund 2.000 Wohnheimplätze“, berichtete Lüken. Engpässe gebe es vor allem in den studentischen Hochburgen Köln, Düsseldorf, Aachen und Münster. In den von den landesweit zwölf Studentenwerken betriebenen Wohnheimen leben derzeit knapp 37.000 Studenten. Die Durchschnittsmieten sind mit 222 Euro zumeist günstiger als auf dem privaten Wohnungsmarkt. „Wir wissen um die Engpässe“, sagte Schulze dazu. Deshalb investiere das Land in die Modernisierung der Wohnheime. Für rund 120 Millionen Euro seien in den vergangenen zwei Jahren 11.000 Wohnplätze saniert worden. Vom nächsten Jahr an würden weitere 37.200 modernisierte Wohnheimplätze zur Verfügung stehen.

Die CDU kritisierte, Schulze begegne den Herausforderungen an den Hochschulen „vollkommen hilf- und planlos“. Statt zu handeln, verliere sich die Ministerin „in wolkiger Prosa und inhaltsleeren Ankündigungen“, rügte der hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Stefan Berger.

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Autor: dapd

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