Loss mer schwade: Festkomitee-Chef Chris Kuckelkorn sprach bei Moderator JP Weber Klartext. Foto: Rainer Gries

Köln | Nur noch zweimal schlafen – und mit dem 11.11. starten die Kölner Jecken auf den Straßen in die Session.

Die Blicke richten sich nach zwei Jahren Pandemie vor allem auf die Events am Heumarkt und Tanzbrunnen – sowie auf die Situation im Kwartier Lateng auf der Zülpicher Straße.

Das wurde auch beim Köln-Talk Loss mer schwade am Montagabend im Lindner Hotel City Plaza deutlich. Denn die eingeladenen Präsidenten der Jubiläumsgesellschaften der neuen Session wie Chris Kuckelkorn, Heinz Günther Hunold, Karsten Kircher und Thomas Andersson diskutierten mit Moderator JP Weber vor allem darüber, wie man die jungen Leute für den Karneval begeistern und abholen kann, weg vom Image des Sauftourismus auf der Zülp.

Die Talkrunde im Hotel Lindner am Montagabend. Foto: Rainer Gries

11.11.: Loss mer schwade-Gäste diskutierten über Lage im Kwartier Lateng

„Je mehr Angebote wir haben, umso mehr holen wir die Leute in der Straße. Vielleicht brauchen wir ein großes Event für die Leute im Kwartier Lateng. Die jungen Leute feiern anders und wir dürfen sie nicht verlieren“, so Rote Funken-Präsident Heinz Günther Hunold leidenschaftlich, „Ich bin sicher, Weiberfastnacht haben wir eine Antwort für das Kwartier Lateng. Warum sollen wir uns mit diesen Leuten nicht treffen? Ich freue mich, wenn wir eine gemeinsame Aktion hinbekommen und gehen gemeinsam als Abordnungen da rein.“

Ohne Polizeischutz kann ich das nicht machen. Wir gehen zur Einsatzleitung und schließen uns der Eskorte an.

Chris Kuckelkorn

Auch Festkomitee-Chef Chris Kuckelkorn betonte wie wichtig dieses Thema ist und dass er sich jedes Jahr die Situation mit eigenen Augen dort ansieht: „Ohne Polizeischutz kann ich das nicht machen. Wir gehen zur Einsatzleitung und schließen uns der Eskorte an. Es ist so eng und nicht so angenehm, dass du froh bist wenn du begleitest bist. Ich kenne die Berichte der Anwohner, das hat nichts mit Zusammenleben zu tun oder Karneval.“

Weiberfastnacht auf der Zülpicher Straße vor Corona, das Foto zeigt die jecke Lage 2019. Foto: Bopp

Denn, so Kuckelkorn: „Es kommen mehr als die Kneipen vertragen können und die Leute werden jünger und holen sich den Stoff am Kiosk. Auf der Straße stehen und saufen hat aber mit Fastelovend nix zu tun. Es braucht ein ganz deutliches Bekenntnis zu diesem Tag, entweder man sagt: Es ist Fastelovend oder nicht – dazwischen gibt es nichts.“

Es brauche daher ein „Angebot“ für die kritische Zielgruppe von 15-18 Jahren, wie Kuckelkorn weiter ausführte: „Das haben wir ja lange diskutiert, haben auch Vereine gefunden, die mitgegangen wären. Aber es scheitert am Ende am Bekenntnis der Stadt zu diesem Tag.“

Chris Kuckelkorn überreicht LMS-Besucher Ilja Supica ein Panini-Album des Kölner Karnevals. Foto: privat

Dass die Veranstaltungen am Heumarkt und Tanzbrunnen miteinander konkurrieren, sieht der Ober-Jeck nicht so: „Auf dem Heumarkt ist eine ganz andere Stimmung als auf dem Tanzbrunnen. Das funktioniert nebeneinander, es ist eher eine Entlastung.“

Die inhaltlich spannende Runde bei Moderator und Ostermann-Medaillenträger JP Weber endete nach knapp zwei Stunden. Auch das Panini-Sammelalbum des Kölner Karnevals stand im Blickpunkt wie die Ankündigungen der Gesellschaften für ihre geplanten Events.

Alleine die Roten Funken kommen auf 72. „Die Vorfreude ist riesig“, so Thomas Andersson, Präsident der traditionellen Tanzgruppe Hellige Knäächte un Mägde. (red02)