Die Fahne des Sudan. Symbolbild.

Khartum | dts, aktualisiert | Im Sudan hat es am Montag offenbar erneut einen Putschversuch gegeben. Der sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok sei durch eine militärische Einheit unter Hausarrest gestellt worden, berichten mehrere Medien übereinstimmend. Weitere Regierungsmitglieder wurden demnach festgenommen.

In der sudanesischen Hauptstadt Khartum sollen das Internet und alle Telefonverbindungen ausgefallen sein. Hamdok ist seit August 2019 Premierminister des Sudan. Er hatte das Amt nach einem Militärputsch und monatelangen Machtkampf zwischen Zivilisten und Militärs übernommen.

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Das Land kommt seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Umar al-Baschi im April 2019 nicht zur Ruhe. Bereits im September war ein Putschversuch gescheitert. Im März 2020 hatte Hamdok einen Sprengstoffanschlag auf seinen Fahrzeugkonvoi überlebt.

Maas verurteilt Putschversuch im Sudan

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat den jüngsten Putschversuch im Sudan verurteilt. „Dieser Umsturzversuch muss sofort beendet werden“, sagte er am Montag. „Ich rufe alle, die im Sudan Verantwortung für die Sicherheit und die staatliche Ordnung tragen, auf, den friedlichen politischen Übergangsprozess in Sudan hin zu einer Demokratie fortzuführen.“

Der Willen der Bevölkerung sei zu respektieren. „Die politisch Verantwortlichen müssen ihre Meinungsverschiedenheiten in einem friedlichen Dialog lösen.“ Dies seien sie den Menschen in Sudan, die für ein Ende der Diktatur und für demokratische Veränderungen gekämpft haben, schuldig, so Maas.

Zuvor war er sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok durch eine militärische Einheit unter Hausarrest gestellt worden. Weitere Regierungsmitglieder wurden festgenommen. Das Land kommt seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Umar al-Baschi im April 2019 nicht zur Ruhe.

Zuletzt war bereits im September ein Putschversuch gescheitert.

Sudan: Militärchef verkündet Auflösung der Übergangsregierung   

Der höchste Militärvertreter im Sudan, General Abdel Fattah Burhan, hat die Auflösung der Übergangsregierung des ostafrikanischen Landes verkündet.

In einer Fernsehansprache kündigte er am Montag zudem die Verhängung des Ausnahmezustands an. Zur Begründung sagte er, dass Frieden und Sicherheit durch Konflikte zwischen der zivilen und der militärischen Führung in der Übergangsregierung „bedroht“ würden.

Zuvor war der sudanesische Premierminister Abdalla Hamdok durch eine militärische Einheit unter Hausarrest gestellt worden. Weitere Regierungsmitglieder wurden festgenommen. Das Land kommt seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Umar al-Baschi im April 2019 nicht zur Ruhe.

Noch im September war ein Putschversuch gescheitert.

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