Köln | Das Römisch-Germanische Museum zeigt vom 9. November 2013 bis 30. März 2014 unter dem Titel „Imperium Romanum“ eine Auswahl von 90 Fotografien des österreichischen Fotografen Alfred Seiland. In seinen Bildern dokumentiert Seiland mit seiner analogen Großbildkamera, was die Zeit und vor allem der moderne Mensch aus der Antike gemacht oder von ihr übrig gelassen hat.

Seilands Fotografien spiegeln teils erheiternde, aber auch nachdenklich stimmende Situationen wider, die Veränderung, Überprägung und Zerstörung am historischen Erbe Roms zeigen. Ob Rom, Neapel, Pompeji, Herculaneum, Marseille, Damaskus, Palmyra, Petra, Masada, Caesarea, Karthago, Mainz oder Köln – Seiland hat die antiken Stätten rund um das Mittelmeer, aber auch nördlich der Alpen alle besucht und fotografiert. Der Professor für Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart zählt zu den führenden zeitgenössischen Fotografen. Viele seiner Bilder sind Anklage und Beweis zugleich dafür, was mit dem antiken Erbe geschehen ist und wie es teilweise zweckentfremdet oder schlicht überbaut wurde.   

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Bei der Motivwahl interessierte Seiland vor allem, was aus den Überresten der zahllosen antiken Bauten abseits des Massentourismus und der „Massenmagneten“ wie etwa dem Kolosseum in Rom geworden ist und wie mit ihnen im Alltag umgegangen wird. „Was ich auf gar keine Fall wollte, war, Postkarten-Motive zu produzieren“, so der Seiland. Deshalb sind auf seinen Fotografien niemals nur die Monumente alleine zu sehen, sondern immer eingefasst in ihr aktuelles Umfeld. Erst durch die Darstellung des Gesamtkontexts auf den Fotos wird die Verfremdung der antiken Bauten durch die Neuzeit sichtbar.

Mit einem Augenzwinkern sind indes moderne „Architekturrezeptionen“ römischer Antike aufgenommen und dargestellt, seien es die berühmten Filmstudios Cinecittà in Rom, der 1970 eröffnete Miniaturpark „Italia in Miniatura“ in Rimini, das Erlebnishotel Colosseo im Europa-Park Rust, oder Bauten wie das Getty Museum in Malibu nahe Los Angeles oder das Caesars Palace Hotel in Las Vegas.

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„Alfred Seiland – Imperium Romanum“
Sonderausstellung
9. November 2013 bis 30. März 2014
Römisch-Germanisches Museum

Parallel zur Ausstellung erscheint im Verlag Hatje Cantz ein Begleitbuch mit rund 50 Seiten sowie einem deutsch- und englischsprachigen Text von Museumsdirektor Marcus Trier. Von Oktober 2014 bis Januar 2015 übernimmt dann das Musée national d’histoire et d’art in Luxembourg die Bilderschau.

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Autor: dd
Foto: Ausschnitt aus einem Bild der Seiland-Ausstellung, aufgenommen im Archäologischen Musuem Neapel, 2008.

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