Kultur Bücher

fc_geissbock_hennes_20052021

"Patron Hennes – die Geißbocklegende des 1. FC Köln" ist der Titel des Buches von Johannes Schröer, hier mit Hennes IX im Kölner Zoo.

FC-Maskottchen und Geißbocklegende: Weit mehr als einfach nur ein Geißbock

Wappentier des 1. FC Köln: War der erste Hennes ein Düsseldorfer?

Köln | Seit 1950 ist ein Geißbock das Maskottchen des 1. FC Köln, der Fußballverein, der gerade mal zwei Jahre davor gegründet worden ist. Inzwischen unterstützten neun Tiere den Verein am Spielfeldrand. Sie sind weit mehr als nur einfache Geißböcke – sie sind Schutzheilige und Fürsprecher, für ihren Verein und für die FC-Fans. Dabei waren diese anfangs nicht wirklich von der Idee des mächtigen Vereinsbosses Franz Kremer begeistert. Es wurde befürchtet, dass man sich mit einem Geißbock am Spielfeldrand lächerlich machen könnte. Heute ist Hennes das Markenzeichen des FC und wohl der bekannteste Ziegenbock der Welt. Auch Zeitungen wie die Washington Post haben schon über ihn schon berichtet.

Präsentiert wurde Hennes 1950 an Karneval im Williamsbau am Aachener Weiher zum zweiten Geburtstag des Vereins. Zu den Gästen im Publikum zählen Fußballlegenden wie Sepp Herberger. Der Zirkusbock wurde wohl in Düsseldorf bei einem Williams-Gastspiel auf den Rheinwiesen gezeugt – somit wäre Hennes I. ein Düsseldorfer. Seine Mutter stammte aus Thüringen. Natürlich wurde der Bock am selben Tag auch noch mit einer Klobürste getauft – im Haus Unkelbach, dem Stammlokal des FC. Von diesen und anderen Geschichten berichtet Autor Johannes Schröer in seiner jetzt im Greven-Verlag erschienen Biografie der neun FC-Geißböcke.

Sein Nachfolger Hennes II. ist schon früh verstorben. Es wurde vermutet, dass Gladbacher Fans ihn nach einer schmerzhaften Niederlage gegen den FC ermordet haben. Dabei war wohl eher ein streunender Schäferhund der Täter, wie der Autor recherchiert hat. Berüchtigt war auch Hennes VII. - in seine Amtszeit fallen vier Abstiege des FC. So erhielt der Bock den Beinamen Fahrstuhl-Hennes. „Es ist aber trotzdem nie ein Sündenbock gewesen, die Fans standen immer zu ihrem Maskottchen“, sagt Schröer.

Sein Buch hat er der dem jüngst verstorbenen Hennes VIII. gewidmet. Sein Nachfolger muss derzeit die Heimspiele von seinem Zuhause im Kölner Zoo beobachten und teilt damit das Schicksal der FC-Fans, die wegen Corona auch nicht ins Stadion dürfen. Dort kennt sich Hennes IX. gut aus. Alle Abläufe am Spieltag sind ihm geläufig, das gilt auch für seine Wege durch die Katakomben zum Spielfeld. Normalerweise verlässt der Bock das Stadion immer vor dem Spielende, damit er nicht durch Gedränge der Fans muss.

Der Autor selbst stammt ursprünglich aus dem Münsterland und lebt seit 20 Jahren in Köln. Dort hat er nicht nur die Liebe zur Stadt und zum FC für sich entdeckt – auch Hennes ist Teil seines Lebens geworden. „Er ist allgegenwärtig – in den Schaufenstern genauso wie als Wasserspeier am Kölner Dom.“ Für sein Buch hat er mit viele Menschen gesprochen, darunter war auch ein Professor für zoologische Theologie aus Münster. Auch bekannte Kölner kommen zu Wort, darunter ist der bekennende FC-Fan Manuel Andrack, der Psychologe Stephan Grünewald und die Musiklegende Ludwig Sebus, der den Karneval im Williamsbau noch selbst erlebt hat. Eine besondere Erfahrung war es für den Autor, an Karneval im Hennes-Kostüm durch die Kneipen der Stadt zu ziehen.

Hennes ist heute übrigens das einzige vierbeinige Maskottchen in der Bundesliga. Nur Frankfurt hat noch ein Tier am Start – einen Adler. Dabei waren solch tierische Markenzeichen früher durchaus üblich. Hennes IX. nimmt das während der Buchpräsentation im Zoo ziemlich gelassen und gönnt sich eine Wohlfühlmassage an seiner Bürstenstation.

--- --- ---
Johannes Schröer: Patron Hennes – die Geißbocklegende des 1. FC Köln, Greven-Verlag, 240 Seiten, 18 Euro

Zurück zur Rubrik Bücher

Zurück zur Startseite

Weitere Nachrichten aus Bücher

roman_step_21092021

Wenn alte Wunden aufgerissen werden

Köln | Der linke Terror der RAF durchzog Deutschland in den 70er und 80er Jahren in mehreren Wellen. Viele Menschen fanden bei den brutalen Anschlägen den Tod oder wurden schwer verletzt. Unter den Toten waren bekannte Persönlichkeiten wie der Generalbundesanwalt Siegfried Buback, Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer, der Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen oder der Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder. Aber es starben auch deren Fahrer und Leibwächter.

mitzi_step_12072021

Interview mit der Kölner Krimiautorin Isabella Archan

Wie kommt ein Alpenkrimi nach Köln?

Isabella Archan: Über mich als gebürtige Grazerin und über meinen ersten Beruf. Als Schauspielerin stand ich zunächst in Österreich und der Schweiz auf der Theaterbühne. Über das Saarländische Staatstheater bin ich als freie Schauspielerin nach Köln gezogen. Die Stadt hat nicht ganz die Schönheit von Graz oder Wien, aber ich habe mich hier sehr wohlgefühlt und bin bis heute geblieben.

buecher_pixa_29062021

Köln | An 21 Orten im Kölner Stadtgebiet findet am 18. September die 2. Kölner Literaturnacht statt. Kölner Schriftsteller*innen und Künstler*innen stellen Lesungen, Performances, Diskussionen oder etwa literarisches Speed-Dating vor.

NACHRICHTEN + THEMEN AKTUELL

icons_sm_12092015w

Facebook     |     Twitter     |     RSS

Kölner Karneval

3_g_10012020klein

Karneval bei report-K

Aktuelles aus dem Kölner Karneval – das ist Karnevalzeitung, die jecke digitale Beilage von Kölns Internetzeitung report-K. Videoreportagen und Sitzungskritiken. In der Karnevalsplauderei finden sich Gespräche mit Musikern, Bands, Rednern, Zwiegesprächen, Traditionskorps, Karnevalsgesellschaften, Tanzgruppen und all denen, die im Kölner Karneval wichtig sind.

Zur jecken Beilage Karnevalzeitung >

Designer*innen-Gespräche

designerinnen_gespraeche300_20012019

Design Parcour Ehrenfeld 2019 im Rahmen der Passagen. 18 Designer und Designer*innen traf report-K, Internetzeitung Köln, zum Gespräch im Video-Livestream.

Designer*innen Gespräche zum Nachsehen >