Kultur Kunst

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Im Museum für Angewandte Kunst wird die Schmucksammlung neu präsentiert

Edle Stücke von der Fernsehlegende Alfred Biolek

Köln | Wer den Meister der Fernsehunterhaltung und der Talkshowkultur kennt, weiß, dass dieser immer großen Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild gelegt hat. Schicke Westen und edle Krawatten gehörten in Alfred Bioleks 40-jähriger TV-Karriere zu seinen Markenzeichen. Auch jetzt kurz vor seinem 86. Geburtstag ist dem Kölner die Mode wichtig – gut erkennbar am Mundschutz der genau auf das Sakko abgestimmt ist, als Biolek gestern das Kölner Museum für angewandte Kunst (Makk) betritt.

Im Gepäck hat er zwei besondere Stücke für die große Schmucksammlung des Hauses unweit des Doms. „Ich werde am 10. Juli 86. Das ist ein Alter, wo man jeden Tag damit rechnen muss, dass es zu Ende geht. Da fragt man sich, was man mit all den schönen Dingen macht, die man besitzt. Es ist der richtige Augenblick, diese beiden Schmuckstück jetzt dem Museum zu übergeben, da bleiben sie als etwas Besonderes für Menschen sichtbar und bekommen einen guten Platz“, sagt Biolek zu seiner Schenkung. Schon 2010 hatte er dem Makk Westen und Krawatten übergeben, die er bei seinen Fernsehauftritten getragen hat.

Überreicht wurde dem Museum eine Brosche, die der Ulmer Schmuckkünstler Wolf-Peter Schwarz als „Köpfchen des Jahres“ für Biolek im Jahr 1993 entworfen hatte. Sie zeigt sein Profil und figürliche Details, die auf seine TV-Formate hinweisen, wie eine Lokomotive für Bio's Bahnhof. Zwischen 1990 und 2000 fertigte der Ulmer zahlreiche Köpfchen-Broschen für seine Auszeichnung – jeweils für eine berühmte Persönlichkeit. Nach 20-jähriger Pause wird in diesem Jahr der Preis wieder neu aufgelegt.

Das zweite Schmuckstück ist ein Herrenring, den 1983 die amerikanische Mode- und Schmuckdesignerin Lorna Austin Brown entworfen hat und der von einem Kölner Juwelier angefertigt worden ist. Der Goldring enthält ein Stück Holz des antiken Rhöntisches aus dem Hause Biolek, an dem der Talkmaster viele der Fernsehgäste empfangen hatte. Dazu gehört unter anderem Musiklegende Tina Turner. „Das ist ein quadratischer Tisch, der für vier Personen Platz bietet. Er besteht aus einem ganz besonderen Holz, das meine Gäste gerne angefasst und gestreichelt haben. Das Holzstück für die Intarsie haben wir aus dem unteren Tischbereich entnommen“, verrät Biolek.

Die Schmucksammlung des Makk umfasst 1500 Objekte aus 5000 Jahren und ist das Ergebnis einer bis heute ungebrochenen Stiftertradition mit großzügigen Schenkungen. Die erste kam von Wilhelm Clemens, dem aktuell die Sonderausstellung „Künstlerblick“ gewidmet ist. Die Sammlung umfasst Objekte aus der Antike und dem Mittelalter genauso wie aus der Renaissance. Zu ihr gehört die Sammlung Rosy Petrine Sieversen mit Schmuck aus dem 19. Jahrhundert genauso wie der künstlerische Nachlass der berühmten Kölner Goldschmiedin Elisabeth Treskow. Bis Ende 2021 soll die bislang im Museum eher unscheinbare Sammlung neu als „Schatzkammer“ auf der zweiten Etage im Makk präsentiert werden. Zu den Highlights dürften dann auf jeden Fall auch die beiden Schmuckstücke von Alfred Biolek gehören.

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