Kultur Kunst

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Die Arbeit „Vinylaktiten / Vinylagmiten“ von Jens Standke erhielt von der Jury den ersten Preis.

Klanginstallation gewinnt Kölner Design Preis 2013 – nominierte Arbeiten im MAKK ausgestellt

Köln | Die Gewinner des diesjährigen Kölner Design Preises stehen fest: Jens Standke (30), von der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) mit der Klanginstallation  „Vinylaktiten / Vinylagmiten“ gewinnt den ersten Preis, der mit 8.000 Euro dotiert ist. Zweitplatzierter wird Michael Marks (28) von der Ecosign Akademie für Gestaltung Köln mit seiner interaktiven Mindmap „beuyslab.de“. Der dritte Preis geht an Marina Scheinberg (28) von der Köln International School of Design (KISD) für ihre Notfallorthese „Orthostruct“. Gewinner in der Kategorie „International“ sind die US-Amerikaner  Thomas J. Pigott und Michael Rodriguez von der Philadelphia University für ihre Arbeit „Repurposing“. Die Ausstellung aller nominierten Arbeiten ist vom 1. bis 24. November 2013 im Museum für Angewandte Kunst Köln zu sehen.

1. Preis: Klangskulptur „Vinylaktiten / Vinylagmiten“

Die Arbeit „Vinylaktiten / Vinylagmiten“ von Jens Standke besticht durch ihre Komplexität. Schallplatten sind zu Hunderten übereinander geschichtet und bilden eine Skulptur in Form eines Tropfsteins. Diese Form ist jedoch nicht zufällig gewählt sondern eine dreidimensionale Umsetzung der graphischen Darstellung von sechs gesprochenen Worten. Dadurch ergibt sich auch die sich zu einer Seite hin verjüngende Form der insgesamt drei Skulpturen.

Zu jeder Schallplatte gibt es eine Audio-Datei als klangliches Pendant, die in einem gemeinsamen Arbeitsprozess mit dem Fräsen jeder einzelnen Vinylplatten durch Laserabtastung aufgezeichnet wurde. So ist jede der drei Skulpturen als Audio-Track hörbar. Dabei enspricht die Länge des Audio-Tracks der länge der Arbeitszeit, die nötig war, um die Schallplatten auszufräsen  - im Falle des größeren der beiden Vinylaktiten sind dies rund zwölf Stunden – teils bestehend aus Musikschnipseln teils aus reinen Störgeräuschen. Die besondere Leistung der Arbeit besteht in der komplexen Fragestellung, wie sich Zeit und Raum beeinflussen – ausgehend von dem Naturphänomen der Stalaktiten und Stalagmiten – und wie man dies in einer überzeugenden technologischen, künstlerisch-philosophischen Herangehensweise so transformiert.

2. Preis: interaktive Mindmap „beuyslab.de“

Michael Marks hat www.beuyslab.de. eine Website entwickelt und gestaltet, die sich mit den Werken von Joseph Beuys und dessen Ideen und kunsttheoretischen Ansätzen befasst. Diese nehmen Bezug auf die aktuelle soziale, gesellschaftliche und politische Situation. Der Kölner Ecosign-Student hat es auf eine sehr intelligente Weise geschafft, das komplexe Werk von Beuys, durch eine spielerisch-narrative und interaktive Oberflächengestaltung einer breiten Zielgruppe verständlich zu vermitteln. Der Clou: Die interaktive Entdeckungsreise beginnt beim Aufrufen der Seite mit einem Fettklumpen, der Besucher entscheidet selbst, in welche Richtung (Form, Theorieansätze, etc) er seine virtuelle Reise fortsetzen möchte, es entstehen so immer wieder neue Mindmaps. Die Seite ist gleichzeitig didaktisch so durchdacht, dass man immer entlang einer logischen Abfolge an das Beuysche Werk und seine Ideenwelt herangeführt wird.

3. Preis: Notfallorthese „Orthostruct“

Bei Marina Scheinbergs Arbeit „Orthostruct“ handelt es sich um eine Notfallorthese zur Stabilisierung und Immobilisierung des Handgelenks nach Frakturen und Verletzungen.  Damit hat Marina Scheinberg zur massenhaften Erstversorgung von Patienten in Krisengebieten und Entwicklungsländern eine einfach zu handhabende Lösung mit großen sozialen Nutzen, für ein tatsächlich bestehendes Problem konzipiert. Aufgrund ihrer Designkonzeption kann die Notfallorthese leicht und kostengünstig in großen Mengen produziert, transportiert und einfach angewendet werden. In Masse produziert kostet die Orthese weniger als fünf Euro und soll so für jedermann erschwinglich sein. Scheinberg hat ihre Idee bereits zum Patent angemeldet. Sie möchte nicht, dass Ihre Orthese nach dem Wettbewerb in einer Schublade verschwindet.

Insgesamt 19.000 US-Dollar erhalten die Gewinner des von der „Prof. Dr. R.G. Winkler-Stiftung“ ausgelobten Kölner Design Preises am 31. Oktober 2013 im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK). Der Designpreis würdigt herausragende Abschlussarbeiten von Studierenden an Kölner Hochschulen und den renommiertesten internationalen Design-Hochschulen und wird 2013 zum sechsten Mal vergeben.

Die diesjährige Jury war besetzt mit Stephan Ott (Chefredakteur der Zeitschrift Form), Angela Spizig (Bürgermeisterin der Stadt Köln), Dr. Petra Hesse (Direktorin des Museums für Angewandte Kunst Köln), Nils Holger Moormann (Designer und Geschäftsführer Nils Holger Moormann GmbH) sowie – zusätzlich für die Nominierung der internationalen Teilnehmer Dr. Ulrich Soénius (Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Köln im Geschäftsbereich Standortpolitik) und  Prof. Wolfgang Laubersheimer, Direktor der Köln International School of Design.

Anerkennungen mit einem Preisgeld von je 1.000 US-Dollar gehen an Tobias Fröhlich (ecosign/Akademie für Gestaltung Köln) für seine Arbeit „Filmischer Vorspann als Buchwerbung“ – ein Vorspann zu dem Roman “Das Foucaultsche Pendel“ von Umberto Eco; an Florina Trost (Köln International School of Design) für ihre Arbeit „Die Diktatur der Dinge“ – eine qualitative Studie über das Automobil in der sozialen Distinktion und Jennifer Loser (Köln International School of Design) für die Arbeit „QuantifiedCare“ – eine App mit Self-Trecking Tools für den Gesundheitsbereich sowie John McTaggert (Köln International School of Design) für die Arbeit „Analog Layer“ – ein Roboter-Projekt für einen interaktiven Staubsauger.

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