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Neues Buch: „Kölsch – Porträt einer Sprache“ greift Karnevalsmotto auf

Köln | „Uns Sproch es Heimat“, lautet das Motto der diesjährigen Karnevalssession in Köln. Passend zum angestrebten „Revival“ des Kölner Dialekts ist im Greven-Verlag das Buch “ erschienen. Geschrieben von Georg Cornelissen, Sprachwissenschaftler und Experte für rheinische Mundarten beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) in Bonn. 

Was ist richtiges Kölsch? Für Cornelissen gibt es darauf keine „richtige“ Antwort. Denn die Sprache ist im Wandel, und neben der Alltagssprache gibt es noch das Bühnen- und das „Musik“-Kölsch, wie es von den zahlreichen Bands gesungen wird. Die Übergänge zum Hochdeutsch sind fließend. Vor allem aber: Kölsch ist sowohl ein Dialekt wie eine eigenständige Sprache, die auf über tausend Jahre zurückblicken kann.

Kölsch sprechen ist leicht – aber wie wird es geschrieben?

Und werden kölsche Wörter am Anfang mit j oder g geschrieben? Auch im „klassischen“ Streit zwischen Adam Wrede, dem Nestor der Kölsch-Sprachforscher, und seinen modernen Nachfolgern, die in der „Akademie för uns kölsche Sproch zu Hause sind, bezieht Sprachwissenschaftler Cornelissen keine Stellung.
 
Stattdessen greift er den Streit, der seinerzeit fast fundamentalistische Züge annahm, in seinem lockeren Plauderton auf, der das Lesen trotz aller durchschimmernden Wissenschaftlichkeit  zu einem Vergnügen macht. Dazu tragen nicht zuletzt die zahlreichen, auch historischen Beispiele bei. 

Von wegen: Jedes Veedel hat ein eigenes Kölsch

Ein kleines Rätsel aber bleibt: Zwar zeigt der Autor, wie sich ausgewählte kölsche Wörter zwischen links- und rechtsrheinisch unterscheiden können – dass man aber am Kölsch des Sprechers erkennen könne, aus welchem Veedel dieser kommt, das hält Cornelissen letztlich für einen nicht bewiesenen Mythos. Wie er auch mit manch anderer aus bekannter Kölsch-Besoffenheit entstandenen Legende aufräumt.
 
Aber freuen täte es ihn schon, wenn mehr Kölner ihre Muttersprache sprächen. Auch dazu will das Buch Mut machen („Kann man lernen!“) – denn wie gesagt: Ein streng kanonisch „richtiges“ Kölsch gibt es nicht. Immerhin: Rund 270.000 Menschen soll es im Schatten des Domes geben, die Kölsch sprechen: „Eine wissenschaftlich begründete Schätzung“, versichert Cornelissen.
 

Georg Cornelissen: „Kölsch –Porträt einer Sprache“ – Greven Verlag, Köln 2019. 181 Seiten, 11 Euro

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