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Steuerberaterverband erwartet hohe Rückforderungen bei Coronahilfen

Berlin | Der Deutsche Steuerberaterverband beklagt einen großen Korrekturaufwand bei den Anträgen für die staatliche Überbrückungshilfe. "Ich gehe davon aus, dass wegen der neuen Fixkosten-Regel 80 Prozent bis 90 Prozent aller Anträge für Überbrückungshilfen noch einmal angepackt werden müssen", sagte Verbandspräsident Harald Elster der "Welt" (Mittwochausgabe). In der Folge müssten viele Unternehmen entweder bereits gezahlte Hilfen zurückzahlen oder sie bekämen weniger Geld, als sie ursprünglich gedacht hätten.

Elster forderte eine längere Antragsfrist, um die bereits gestellten Anträge zu überarbeiten. "Ein Verlängerung der Frist bis zum 28. Februar ist notwendig", sagte er. Bislang endet sie am 31. Januar.

Erst kürzlich hatte das Bundeswirtschaftsministerium nach Absprache mit der EU-Kommission klargestellt, dass Überbrückungshilfen lediglich ein Beitrag zu den ungedeckten Fixkosten sein dürfen. Ein Unternehmen muss also Verlust gemacht haben, um Hilfen zu bekommen. Dies wurde lange Zeit von der Regierung anders kommuniziert.

Elster drängte grundsätzlich auf eine schnellere Auszahlung aller Hilfen. "Unternehmen bewegen sich an ihren finanziellen Grenzen, von Banken gibt es kein Geld mehr, wissen diese doch nicht, ob das Unternehmen überlebt", sagte er der "Welt". Wichtig sei, dass nun Sicherheit in die Zahlungsströme komme.

Zuletzt hatte es Verzögerungen bei der Auszahlung der Novemberhilfen gegeben. Die Hilfsprogramme nehmen laut Elster mittlerweile einen erheblichen Teil der Arbeit der Steuerberater ein. "Es bleibt kaum noch Zeit für anderes", sagte er. Im Kern seien sie seit Wochen mit der Bearbeitung der Hilfsanträge beschäftigt. Der Deutsche Steuerberaterverband vertritt die Interessen von 37.000 selbstständigen Steuerberatern in Deutschland.

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