Die Damengruppe "Die Bausen" eröffneten den Zug mit Geigen-Klängen

Nach dem Motto „Dat könne mer uch!“ zog heute Nachmittag der Südstadtzug durch die Severinstorburg die Severinstraße entlang. Jene Straße, in der gestern der Straßenkarneval mit dem Rosenmontagszug seinen Höhepunkt erreicht hatte. Einen Tag vor Aschermittwoch war die Stimmung heute aber nicht weniger ausgelassen. „Jedes Jahr wächst der Zug weiter. Da sieht man mal, wie gut der Zug angenommen wird“, freute sich Zugleiter Ralf Rohrmoser-von Glasow, der mit 2.100 Teilnehmern in 27 Gruppen einen neuen Rekord melden konnte. „So langsam wird der Zugweg zu klein“, stellte Rohrmoser-von Glasow lachend fest, und erwähnte damit die Wormser Straße noch nicht einmal, die als Aufstellplatz aus allen Nähten platzte. Bereits zum 14. Mal fand heute der Südstadtzug statt und auch dieses Mal liefen sehr viele Kinder mit. „Das ist bei uns Ideologie“, erklärte Hans Mörtter, Pfarrer der Lutherkirche. „Die Südstadt ist unter sich, das ist sehr schön. Wir wollen auch keine Ballermann-Touristen“, so Mörtter.


Ecki Pieper machte mit seiner Band Köbes Underground ordentlich Stimmung


Am Chlodwigplatz liefen die Jecken Richtung Severinstorburg

Auch die Politik fehlte nicht
Neben allen Grundschulen der Kölner Südstadt nahmen auch Freundeskreise, Karnevalsvereine und ein Chor am Zug teil. Sogar die Politik fehlte nicht: Die SPD sowie die Grünen reihten sich in das jecke Treiben ein und schmissen den tausenden Karnevalisten am Straßenrand ihre Kamelle und Strüssjer entgegen. Schon seit längerer Zeit dabei und auch dieses Mal nicht am fehlen: Köbes Underground, die Hausband der Kölner Stunksitzung, die auf ihrem LKW für mächtig Laune sorgten. Erstmals in diesem Jahr ging die Comedia Colonia mit sowie aus dem Nippeser Zug die Gruppen „Kölsche Adel“ und „Kölsche Klüngel“. Am Steuer des Treckers der letzten Gruppe saß der Kölner Kabarettist Jürgen Becker, der wie in jedem Jahr mit Zwiebeln, den Öllichen, schmiss. „Nix Ehrensold! Öllich reicht völlig!“, so Becker zu der laufenden Diskussion um Ex-Bundespräsident Christian Wulff.


"Uns Hätz schläät für Kölle"


Menschenmassen warten auf der Severinstraße auf den Südstadtzug

[mc]