Köln | Auf einer Website des Rheinischen Bildarchivs sind  Kunstwerke im öffentlichen Raum in der Kölner Innenstadt aufgelistet und dokumentiert.  Das ist das Ergebnis eines 2010 vom Kulturdezernat beauftragtes Forschungsprojekt beim Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln, welches erfolgreich zu einem vorläufigen Abschluss gekommen ist.

Verena Panter und Kaska Kmiotek-Nogalski, zwei Studentinnen der Fachhochschule Köln, die mittlerweile ihr Studium erfolgreich beendet haben und nun als selbständige Restauratorinnen arbeiten, erfassten im Rahmen eines Studienprojekts etwa 1.000 Kunstwerke im öffentlichen Raum Kölns. 513 dieser Datensätze überprüften sie vor Ort. Von diesen konnten sie, mit Unterstützung des Rheinischen Bildarchivs, 416 Objekte fotografisch dokumentieren und beschrieben ihrem Erhaltungszustand genauer unter restauratorischen Gesichtspunkten. Die restlichen Kunstwerke seien entweder nicht vorgefunden worden, oder der Zugang zu den Kunstwerken sei ihnen durch private Eigentümer nicht ermöglicht worden, so Kmiotek-Nogalski. Ob die nicht vorgefunden Kunstwerke Diebstahl oder Zerstörung anheim gefallen seien oder versetzt wurden, könne man nicht nachvollziehen, so Panter.

Werbung

Das Projekt wurde begleitet und unterstützt durch das Dezernat für Kunst und Kultur der Stadt Köln. Die Kunstwerke sind nun mit umfangreichen Informationen wie Standort, Künstler in der Bilddatenbank des Rheinischen Bildarchivs auf einer eigenständigen Website im Internet abrufbar. Angaben zum Zustand der Denkmäler wurden bereits erfasst und sollen im weiteren Verlauf ebenfalls veröffentlicht werden. Mittels einer Kommentarfunktion kann jede Nutzerin und jeder Nutzer Anmerkungen und Ergänzungen zu dem beschriebenen Kunstwerk hinterlassen, die in die weitere Bearbeitung einfließen.

Die noch nicht untersuchten und fotografierten Objekte erscheinen zunächst mit einem Platzhalter und nur mit einer textlichen Kurzbeschreibung. Im nächsten Schritt ergänzen Informationen und Fotografien zu allen weiteren Objekten im erweiterten Innenstadtbereich die Datenbank. Vorab müssten jedoch Fragen der Bild- und Veröffentlichungsrechte geklärt werden, so Dr. Johanna Gummlich-Wagner, Leiterin des Rheinischen Bildarchivs.

Im Rahmen ihrer Dokumentationsarbeit erstellten die beiden Restauratorinnen auch Bestandsaufnahmen hinsichtlich Beschädigung, Verschmutzung oder Verfall zu den Kunstwerken, aus denen sich Empfehlungen für die jeweiligen Skulpturen, Stelen oder Installationen ableiten lassen. So geschehen etwa bei der von Otto Piene gestalteten Fassade eines Herrenausstatters auf der Schildergasse. Hier stellten die beiden Restauratorinnen eine schwerere Beschädigung an der Fassade fest, die Lichtelemente an der Installation seien unter anderem defekt, so Michael Lohaus, Referent im Kulturdezernat. Die Kosten für die Restaurierung beziffert er auf einen sechsstelligen Betrag, momentan befinde man sich in Gesprächen zur Finanzierung mit dem Besitzer und dem Landesverband Rheinland.

Ebenfalls auf die Arbeit von  Kmiotek-Nogalski und Panter geht die bereits 2012 erfolgte Restaurierung von Lajos Bartas „Uralten Form“, einer drei Meter hohen Bronze-Skulptur unweit des Aachener Weihers, zurück. Bei der fotografischen Dokumentation hielten die beiden fest, dass die Skulptur von allen Seiten mit Graffiti überzogen war. Daraufhin sei die 1966 erstellte Skulptur im Jahre 2012 gereinigt und mit einer Schutzwachsschicht überzogen worden, so Panter.

Autor: dd
Foto: Ebenfalls in der Online-Datenbank erfasst: Albertus Magnus, von Gerhard Marcks im Besitz der Stadt Köln.

Werbung