Rolf Kistenich, Kulturwirt des Blue Shell

 




Seit 4 Jahren gibt es die Lesungen im Blue Shell,  allerdings ist dies kein Poetry Slam wo es am Schluss einen Sieger oder Siegerin gibt, nein hier kann jede/r seine Texte vortragen, ohne daß es gewertet wird. Haben Sie Texte geschrieben? Dann nichts wie hin, schneller bekommen Sie kein ehrliches Feedback. Lesen können sie so 10-15 Minuten, sonst wird’s auch für das Publikum langweilig. Einer der offensichtlich angesäuselt war, blockierte für 45 Minuten die Bühne da schreitet Schön dann ein.



Michael Schönen liest


Organisiert wird das Ganze von Michael Schön, der organsiert den Abend und liest auch selbst. Oft kommen 16-17 Leute die lesen. Einmal kam einer der rappte das Blue Shell mit einer Zitter, das Publikum war mit- und hingerissen.




Birgit, Muh mit Ihrem ersten Kölsch




Geld gibt’s keins, nur Ruhm und Ehre und Freigetränk. Aber deswegen kommt ein echter Dichter ja auch nicht. Karsten Hohage kam bis aus Heidelberg um zu lesen. Und er ist schon ein echter Profi Slamer, war auch ein bischen enttäuscht, das es keinen Wettbewerb gab. Im normalen Leben arbeitet er bei SAP. Für seine Passion Poetry Slam nimmt er sich sogar Urlaub und tingelt zur Zeit durch die Clubs in Deutschland. Auf die Frage von report-k.de was am Besten ankommt. „Kommödianten gewinnen immer“, also bring sie zum Lachen oder verwirr Dein Publikum und  Du gewinnst immer.


Entspannt an der Theke die schon manche Kölner Orgie gesehen hat sitzen und zuhören, so läßt sich der Sonntagabend in der Luxemburger verbringen


 


Richtig los gings mit Michael, der ein kurzes Gedicht über Schizphrenie zum Besten gab und Birgit auf den Billaaaardtisch bat. Birgit ist Original. Die Frau hat eine wahnsinns Art Ihre Texte zu zelebrieren, heute sagt Sie ist Sie zu wenig betrunken, ein zu hektischer Abend. Ihre NRW Ballade ist famos, kritisch, verliebt abgeklärt und auf Flughöhe von Schwitters!





Karsten Hohage der Mann aus Heidelberg, kurz vor seiner ersten Runde



und oben


 


Karsten Hohage ist dagegen direkter, nicht so abgedreht ins künstlerische, das U-Boot in der Badewanne, er liest schneller getaktet, verliert sich nicht, sondern sieht sein Heil in der klaren Präzision der Beschleunigung. Birgit entschleunigt. Gegensätze. Michael der Sprachspieler kommt, bildet Sätze ohne „Ver“, fordert schafft das „ver“ ab und formuliert Sätze wie „Priester geben uns die Sünde“, “ Mieter unter Mieter mieten“ (Das VER ist abgeschafft). Das ist grandios und dreimal besser als jede ausgelutschte Comedy im TV.


Schönen rückseitig


 


2. Runde, Birgit, Künstlername Muh aus Gummersbach, die muss man eigentlich gehört haben, Texte „über das Schreiben“,  „Wildschweinse.“, „Schreibblockade“ und ein „Liebesgedicht“. Die Zuhörer jolen und sind ausser Rand und Band. Muh ist eigentlich auch ein Star hier, hat im Sonic Ballroom schon den ersten Platz gemacht und in Bonn einen zweiten. Und Ihr eigentliches Faible sind Tiergedichte.


Birgit, alias Muh



Spontan traut sich Tom auf den Tisch, auch er ist ein Stehredner


 


Spontan meldet sich Tom aus Heidelberg, warum sind an einem Abend so viel Heidelberger anwesend. Es ist sein allererster Auftritt. Er reflektiert sich selbst… das ist schon schwierig so der erste Auftritt… macht er aber für die Premiere gut.


Spaß hatten alle


 


Michael schaltet die Stehlampe aus. Der Abend findet die Theke.


 


Lesung im Blue Shell


Luxemburgerstr.


Jeden letzten Sonntag im Monat.