Köln | „Kölsch ist eine lebendige Sprache. Sie entwickelt sich stetig weiter, muss aber auch gepflegt werden.“ so Hans-Georg Bögner, Geschäftsführer der  Akademie för uns kölsche Sproch, die in diesem Jahr ihr dreißigjähriges Bestehen feiert. Die 1983 gegründete Akademie, die im Kölner Mediapark angesiedelt ist, nimmt ihr Jubiläum zum Anlass für zahlreiche Veranstaltungen rund um das Thema kölsche Sprache.

So findet am 12. März im Rahmen der Reihe „Klaaf em Mediapark“im Saal im ersten Obergeschoss der Akademie eine Lesung unter dem Titel „Wie et fröher wor… Leeder un Verzällcher us däm ahle Kölle“ statt. Durch den Abend führen sollen Margareta Schumacher und Günter Schwanenberg, die herausragende Ereignisse und prominente Persönlichkeiten aus der Kölner Stadtgeschichte vorstellen. Dabei spannen sie einen Bogen aus der Römerzeit bis in das 19. Jahrhundert. Dabei wird Margareta Schumacher aus ihrem umfangreichen Werk vor, Günter Schwanenberg ergänzt das Vorgetragene durch zeitgenössisches Liedgut.  Für den zweiten „Klaaf“ Ende Mai hatte man im Vorfeld kölsche Mundart-Autoren gebeten, sich literarisch mit dem Thema „un immer widder weed et Mai“ auseinanderzusetzen. Bei der gemeinsamen Veranstaltung von Heimatverein Alt-Köln und Akademie för uns kölsche Sproch werden die Ergebnisse erstmals vorgetragen. Eine dritte Veranstaltung am 12. November soll die Reihe zum Jahresende hin abrunden. Das Thema hierfür steht allerdings noch nicht endgültig fest.

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Unter dem Titel „Heimat – Ausdruck in Sprache und Musik“ soll am 18. Juni im Kleinen Sendesaal des WDR eine Veranstaltung stattfinden, die sich ausgiebig mit dem Heimat-Begriff auseinandersetzen soll. Dabei sollen vor allem Fragen beantwortet werden, wie etwa „Was bedeutet Heimat als Begriff und als Gefühl?“ oder auch „Wie äußert sich unser Verhältnis zu Heimat in Sprache und Musik?“. Hierzu sind der Schriftsteller und Menschenrechtler Dogan Akhanli, die Sängerin und Songwriterin Mariama Jalloh sowie den passonierten Karnevalisten und Leiter der Schule in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychatrie der Universität zu Köln, Wolfgang Oelsner eingeladen, die aufgrund ihres persönlichen und auch beruflichen Profils ein besonderes Verhältnis zu „Heimat“ haben.   

Für den Höhepunkt des Jubiläumsjahrs soll die Gala „Alles Kölsch“ am 17. September sorgen, für die Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters und die Band „Bläck Föös“ die Schirmherrschaft übernommen haben. Das Programm, bei dem zahlreiche Kölner Künstler und Mundartautoren auftreten, wird moderiert von Charly Kemmerling und musikalisch untermalt durch das KVB-Orchester. Der Vorverkauf startet am 18. Mai.

Aber auch an die Kleinen wurde im Jubiläumsjahr gedacht: Die Akademie führt in der  zweiten Woche der Osterferien einen Kölsch-Sprachkurs für Grundschulkinder an der Grundschule Antwerpener Straße 19-29 durch. Mitmachen können 80 Kinder im Alter zwischen acht und zehn Jahren. Gemeinsam mit der ehemaligen Puppenspielerin des Hänneschen-Theaters, Grete Zimmermann, dem Schauspieler Volker Hein sowie Tom Simon sollen die Kinder in zwei Unterichtseinheiten die kölsche Sprache und nachmittags das kreative Potenzial des Dialekts kennenlernen, indem sie etwa Puppen basteln, um dann das Gelernte praktisch umsetzen zu können.  Das Projekt steht unter der pädagogischen Leitung von Wolgang Jaegers, Rektor der Grundschule. Anmeldungen werden ab sofort angenommen.

Für das Wirken der Akademie in den letzten 30 Jahren zieht Geschäftsführer Bögner eine positive Bilanz. Die Seminare der Akademie seien mit 600 Teilnehmern verteilt auf zwei Semester gut besucht, rund 100 Personen legten jährlich das „Kölsch-Examen“ ab. Die höchste Stufe, das sogenannte „Kölsch-Diplom“ hätten bereits 85 Personen erreicht. In diesem Zusammenhang sei auch die erste wissenschaftliche Arbeit in kölscher Sprache zu den „Höhnern“ entstanden.

Auch das Kölsche Online-Wörterbuch als kostenlose App, die seit letztem Jahr angeboten wird, erfreue sich großer Beliebtheit. Bis zu 2,5 Million Zugriffe im Monat habe man bereits verzeichnet.
Für die Zukunft wünscht sich Bögner, dass Eltern, die noch ihre kölsche Mundart pflegten, diese auch an ihre Kinder weitergeben, damit die kölsche Sprache auch in Zukunft nicht auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen lande.
 

Autor: Daniel Deininger
Foto: Ginge es nach Hans-Georg Bögner, Geschäftsführer der Akademie för uns kölsche Sproch, wäre 2013 das „Jahr der kölschen Sprache“.

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